NRW: Kommunalpolitiker diskutieren über Kultur in Nordrhein-Westfalen

Was eine gute und erfolgreiche Kulturpolitik ausmacht, diskutierten über 100 kommunale Kulturpolitiker am Samstag (4.11.) bei einer Fachtagung in Unna. Information und Vernetzung standen im Mittelpunkt der ersten Fachtagung "Kultur gestalten", die vom Projekt "Kultur in Westfalen" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und dem Kultursekretariat NRW Gütersloh organisiert wurde.

Lokale Kulturpolitiker beraten, wägen ab und treffen Entscheidungen, die die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Kunst und Kultur in den Kommunen maßgeblich beeinflussen, so LWL-Direktor Matthias Löb. "Damit entscheiden Kommunalpolitiker, mindestens finanziell, auch über das kulturelle Erscheinungsbild von Nordrhein-Westfalen insgesamt, denn 70 Prozent der Kulturausgaben in unserem Bundesland tragen die Kommunen", berichtete er.

Umso wichtiger sei es, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dafür organisierten die Veranstalter ein Programm aus Vorträgen, mehreren Fachrunden und Auftritten der Künstler Quichotte und Kozma Orkestar. Dr. Norbert Sievers, Hauptgeschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, referierte über den ersten Landeskulturbericht NRW.

Die Lage der Kultur in den Kommunen war Thema von Dr. Paul Schrömbges, dem Ersten Beigeordneten der Stadt Viersen und Vorsitzenden der Ständigen Konferenz des Kultursekretariats NRW Gütersloh. Er informierte über verschiedene Spannungsfelder, die in der Kultur in den einzelnen Kommunen auftreten - von den vielen Mitbewerbern um das öffentliche Geld über die Ausweitung des Kulturbegriffs und die Notwendigkeit neuer Marketingstrategien bis hin zu schwierigen Abstimmungs- und Finanzstrukturen. Seine Lösung: Netzwerkarbeit und eine konstruktive Herangehensweise ohne Angst.

Nach den Vorträgen besuchten die Teilnehmer Fachrunden über Kulturentwicklungsplanung, individuelle Künstlerförderung, kulturelle Infrastruktur und soziale Stadtentwicklung, Kulturförderung, kulturelle Bildung, Jugendkultur, über das Kulturfördergesetz und den Kulturförderplan des Landes NRW. Experten beantworteten in Kleingruppen Fragen, berichteten aus ihrem Arbeitsalltag und tauschten mit den kommunalen Kulturpolitikern Erfahrungen aus.

"Es war uns wichtig, dass die Teilnehmer konkrete Anregungen für ihr ehrenamtliches Engagement mitnehmen", betont Claudia Schwidrik-Grebe, Geschäftsführerin des Kultursekretariats NRW Gütersloh. Und das hätten sie, wie im Abschlussplenum deutlich geworden sei. Zwei Wünsche hatten die Teilnehmer am Ende des Tages: mehr Zeit und mehr Diskussionen bei der nächsten Auflage des Fachtages.

Autor:

Helmut Eckert aus Schwerte

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