FuT LaSiSe, J P Krämer, ein Tuningtreffen und die Nachbarn - ob das gut geht?
Quietschende Reifen bringen Anwohner auf Drehzahl

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Das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm gGmbH (F&T LaSiSe) hat mit zwei Ereignissen den Zorn der Nachbarn auf sich gezogen. Der Weg zur Lösung der Konfrontation besteht weder in dem Bemühen von Rechtsanwälten noch in der behördlichen Beschwerde, beide stehen auf dem Standpunkt „wir sind doch alle erwachsene Menschen, wir reden miteinander“. Das geschah am 22. Juli in einem Zeitraum von zwei Stunden in den F&T LaSiSe-Räumen. Die Brisanz des Themas wurde in teils hitzigen Diskussionen deutlich.

Worum es geht: Das im Juli 2007 gegründete Unternehmen F&T LaSiSe hat die Rechtsform „gGmbH“, also eine „gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Diese Rechtsform bedeutet, dass F&T LaSiSe zu 51 Prozent Forschungsaufgaben im Sinne der Gemeinnützigkeit und zu 49 Prozent als Wirtschaftsunternehmen zu agieren hat. Darüber wurden die Anwohner vor der Betriebsaufnahme in 2007 informiert, und sie haben akzeptiert, dass LaSiSe theoretisch an 365 Tagen 24 Stunden „in Betrieb“ sein dürfte. Das allerdings unter Einhaltung von Regeln, welche Anwohner jetzt als verletzt sehen

Ist ein Tuningtreffen mit Drift-Show an einem Sonntag gemeinnützig? Diese Frage hat die Zündschnur der Anwohner entflammt. Am Sonntag, 26. Mai, fand auf dem LaSiSe-Gelände ein Tuningtreffen statt, in dessen Rahmenprogramm eine Driftshow durchgeführt wurde. „Von morgens bis abends, ohne Pause, quietschten die Reifen“, so eine Anwohnerin. André Bubenzer, Geschäftsführer von LaSiSe, entschuldigte sich bei den Anwohnern. „Es gehört zu unserem Geschäft, dass wir das Gelände für Events vermieten“, sagt Bubenzer, der von Fehlern spricht. „So in dieser Form wird es das nicht mehr geben“. Er kündigt für das Tuningtreffen 2020 an, dass dieses stark beauflagt würde.

Ein weiterer Dorn im Auge sei für die Anwohner der Dortmunder-Fahrzeug-Tuner „JP Performance“. Der YouTube- und TV-bekannte JP Krämer führt auf dem LaSiSe-Gelände seit mehreren Monaten „Fahrversuche“ durch. „Das sind keine Fahrversuche, für JP ist das eine Rennstrecke, und das geht nicht!“, so ein Anwohner.
Krämer, der seine Ausbildung bei einem Sportwagen-Hersteller absolvierte und vor seiner Selbständigkeit bei einem Dortmunder Sportwagen-Tuner arbeitete, lässt sich wohl als Tuner einer neuen Generation bezeichnen. Mit Internet-Videos von spektakulären Autos und markigen Sprüchen interessiert er sein Publikum. Mit seiner Tuningfirma JP Performance weist er seine Fangemeinde auf Gefahren und Risiken bei Tuning hin und mahnt zu verantwortungsbewussten Tuningmaßnahmen. Er bezeichnet F&T LaSiSe in einem Internet-Video als „ideal“. Ein Gelände, auf dem getestet werden könne. Ähnlich sieht es F&T LaSiSe, die Krämer gern als Mieter auf ihrem Gelände haben. "Bei diversen Fahrzeugen beziehungsweise Tuning-Umbauten schließen die F&T-Ingenieure ihre Messgeräte an, um durch fahrdynamische Messungen neuer oder veränderter Fahrzeuge forschungsrelevante Informationen zu erhalten", so der LaSiSe- Geschäftsführer.

Diese vorteilhafte Situation sehen die Anwohner allerdings nicht. Sie nehmen JP Krämer als jemanden wahr, der Reifen quietschen lässt, mit lauten Fehlzündungen (Knallen) und Auspuffanlagen über das Gelände rast. André Bubenzer ist zuversichtlich, in einem Gespräch mit JP Krämer, eine Lösung zu finden, die für die Anwohner akzeptabel sei, für Krämer aber keine negativen Auswirkungen in seiner Tätigkeit auf dem Gelände hätten.

Trotz Unmut sind die Anwohner kooperationsbereit und suchen mit F&T LaSiSe die Lösung, denn um ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern ist auch LaSiSe bemüht. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, den Informationsfluss für geplante Wochenend-Events zu verbessern und Abläufe umzuorganisieren. Weitere Treffen, für „ein gutes Miteinander“ sind geplant.

Autor:

Peter Meißner aus Lünen

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