Jugendhilfetag in Heiligenhaus
Kinder zwischen Verantwortung und Einsamkeit

Der Arbeitskreis des Jugendamtes der Stadt Heiligenhaus veranstaltet am Samstag in der Gesamtschule den elften Jugendhilfetag, und zwar zum Thema psychisch erkrankte Eltern. Den Tag organisiert haben (v.l.): Doris Stohler (Jugendamt), Melanie Rohde (Jugendhilfe Strafverfahren), Anke Carlin (Jugendpflege), Mike Wetzel (Abteilungsleiter Jugendhilfe), Almuth Schildmann-Brack (Abteilungsleiterin Jungendpflege), Gabriele Rautenberg (Erziehungshilfe), Dörte Jeß (Kipkel/SGN) sowie Thomas Langmesser (Geschäftsbereichsleiter Jugend, Soziales und Kultur).
  • Der Arbeitskreis des Jugendamtes der Stadt Heiligenhaus veranstaltet am Samstag in der Gesamtschule den elften Jugendhilfetag, und zwar zum Thema psychisch erkrankte Eltern. Den Tag organisiert haben (v.l.): Doris Stohler (Jugendamt), Melanie Rohde (Jugendhilfe Strafverfahren), Anke Carlin (Jugendpflege), Mike Wetzel (Abteilungsleiter Jugendhilfe), Almuth Schildmann-Brack (Abteilungsleiterin Jungendpflege), Gabriele Rautenberg (Erziehungshilfe), Dörte Jeß (Kipkel/SGN) sowie Thomas Langmesser (Geschäftsbereichsleiter Jugend, Soziales und Kultur).
  • hochgeladen von Annette Schröder

"Ver-rückte Kindheit – Kinder psychisch kranker Eltern": Etwa 4,75 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben Schätzungen zufolge bei mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil. Diesem Thema widmet sich am kommenden Samstag, 19. Januar, der elfte Jugendhilfetag Heiligenhaus.

Die Fachtagung, die in der Mensa der Gesamtschule, Hülsbecker Straße 5, stattfindet, versteht sich in erster Linie als Netzwerktag. Unter dem Titel "Ver-rückte Kindheit – Kinder psychisch kranker Eltern" hat der Arbeitskreis des Jugendamtes der Stadt Heiligenhaus diesen Tag organisiert, um sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.
"Besonders für kleine Kinder kann es problematisch sein, mit einem psychisch kranken Elternteil aufzuwachsen, weil hier die Eltern-Kind-Bindung direkt betroffen ist", erklärt Thomas Langmesser, Geschäftsbereichsleiter Jugend, Soziales und Kultur der Stadt Heiligenhaus. "Da ist häufig eine schwierige Entwicklung vorprogrammiert."
Erzieher, Lehrer und Fachkräfte der Jugendhilfe erleben Kinder aus betroffenen Haushalten oft als früh Verantwortung übernehmend. Sie machen sich Sorgen um ihre Eltern – oft auch um jüngere Geschwister, um die sie sich dann kümmern - sie verstehen das Verhalten von Mutter oder Vater nicht, schämen sich und geben sich im schlimmsten Fall gar selbst die Schuld daran.
"Aufklärung für die Kinder ist uns wichtig: Was heißt das eigentlich, wenn Eltern psychisch erkrankt sind? Das wollen wir auch kindgerecht aufarbeiten", erklärt Dörte Jeß, Kipkel/SGN (Sozialpsychiatrische Gesellschaft Niederberg). Die Kinder haben häufig das Gefühl, mit niemandem reden zu können über ihre Sorgen, Ängste und Nöte. So zögen sie sich allein gelassen mit ihren Erfahrungen in sich selbst zurück und begännen Auffälligkeiten zu entwickeln, die für ihr Umfeld nicht immer einzuordnen seien. Hier ergäbe sich ein drastisches Bild von Verantwortung und Einsamkeit, ein Bild einer verlorenen Kindheit.
Für diese Auffälligkeiten möchte man Fachkräfte der Jugendhilfe, aber auch Erzieher und Lehrer mehr sensibilisieren. "Vor allem wenn die Problematik langfristig auftaucht", sagt Almuth Schildmann-Brack, Abteilungsleiterin Jungendpflege der Stadt Heiligenhaus. Wenn hin und wieder zum Beispiel ein Kind von älteren Geschwistern in den Kindergarten gebracht wird, müsse man nicht gleich einen familiären Problemfall vermuten.
Der Jugendhilfetag wird auch Fragen nachgehen wie: Was kann Kinder mit psychisch erkrankten Eltern stark machen? Was macht sie widerstandsfähig (Stichwort: Resilienz)? Und welche Angebote und Maßnahmen unterstützen die Kinder wirklich auf ihrem eigenen Weg in die Selbständigkeit?
Eine Antwort darauf hat man in Heiligenhaus schon gefunden, nämlich das Patenprojekt. "Hier kann das Kind bei Problemen zu seinem Paten gehen und sich dort Unterstützung holen", sagt Thomas Langmesser. Das kann zum Beispiel ein Nachbar sein, der sich dafür zur Verfügung stellt, oder jemand anders aus dem Umfeld des Kindes beziehungsweise der betroffenen Familie. Ein fester Ansprechpartner außerhalb der Jugendhilfe oder anderen öffentlichen Institutionen senkt für die Kinder auch die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen oder auch nur jemanden zum Reden.
Dass das Thema Relevanz hat, sieht man bereits an den Anmeldezahlen: 90 Anmeldungen liegen bereits vor. "Es gibt aber noch ein paar freie Plätze", sagt Almuth Schildmann-Brack. Infos unter Tel. 02056/13289 oder per E-Mail an g.ruecker@heiligenhaus.de

 Der 11. Jugendhilfetag in Heiligenhaus findet am Samstag, 19. Januar, unter dem Motto "Ver-rückte Kindheit – Kinder psychisch kranker Eltern" statt.
 Die vom Arbeitskreis des Jugendamtes der Stadt Heiligenhaus organisierte Fachtagung stellt Ansprechpartner und Angebote vor und will Fachkräfte besser vernetzen.
 Die Referenten sind Prof. Dr. Albert Lenz vom Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie der katholischen Hochschule NRW, sowie Dr. Ulrike Bowi vom sozialpsychiatrischen Dienst Kreisgesundheitsamt Mettmann.

Autor:

Annette Schröder aus Bochum

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