Bergischer Geschichtsverein
"Historische Beiträge" und Programm 2019

Stadtarchivar Christoph Schotten und Dr. Jutta Scheidsteger, Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Velbert-Hardenberg, stellten die 29. Auflage der "Historischen Beiträge" vor.
  • Stadtarchivar Christoph Schotten und Dr. Jutta Scheidsteger, Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Velbert-Hardenberg, stellten die 29. Auflage der "Historischen Beiträge" vor.
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Die 29. Auflage der "Historischen Beiträge" des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Velbert-Hardenberg, ist zu einer Art Jubiläumsschrift geraten, denn die besonderen Ereignisse aus dem vergangenen Jahr, an die erinnert wird, waren gerade 50 oder gar 100 Jahre her.

Das Titelbild zeigt eines der Themen der Beiträge: Velbert vor 100 Jahren am Ende des Ersten Weltkriegs. Für den Verein ist es immer ein Anliegen, auch die großen geschichtlichen Ereignisse lokal zu beleuchten. So sieht man auf dem Titel ein Foto aus dem Jahr 1915 von verwundeten Soldaten, die in einem Velberter Feldlazarett versorgt wurden, bei einem Ausflug in den zoologischen Garten Elberfeld.
"Annähernd tausend Männer allein aus dem, was heute Velbert-Mitte ist, sind im Ersten Weltkrieg gefallen, und es gab eine Vielzahl von schwer Verwundeten und Arm- oder Beinamputierten", sagt Stadtarchivar Christoph Schotten. Historikerin Andrea Niewerth erklärt dazu in ihrem Beitrag, dass die tausend im Heeresdienst Gefallenen etwa vier Prozent der Wohnbevölkerung im Jahr 1914 entsprächen.
Gemeinsam mit Christoph Schotten hat Niewerth auch das Thema 100 Jahre Wahlrecht für Frauen beleuchtet. Neben dem, was die Möglichkeit, wählen zu gehen, mit sich brachte - etwa wie sehr um die Stimmen der Frauen geworben wurde - ging es den Beiden aber auch um das passive Wahlrecht. "Wir haben uns gefragt: Was hat sich hier in Velbert getan? Welche Frauen haben sich zur Wahl gestellt in den damals selbständigen Städten Velbert, Langenberg und Neviges?", erzählt der Leiter des Stadtarchivs.
Kurzbiographien der ersten Stadtverordneten der drei Städte finden sich dementsprechend im Heft. "Ich hätte gedacht, dass wir mehr über diese Frauen herausbekommen", bekennt Christoph Schotten. Doch das gestaltete sich mehr als schwierig, da es keine Nachkommen gab, die sich gemeldet hätten – trotz eines öffentlichen Aufrufs.
Des Weiteren erzählt eine 16-seitige Bildreportage die Geschichte des Nevigeser Doms, der 2018 sein 50-jähriges Bestehen feierte, und ein Nachruf auf einen großen Velberter schließt die 29. Historischen Beiträge ab. Gerhard Haun schreibt über Dr. Eduard Neumer, der als Lehrer und Kommunalpolitiker die Geschichte Velberts mitgestaltet und sie als Historiker erforscht habe.
Wer mehr über die Geschichte Velberts erfahren möchte, kann sich auch in diesem Jahr über ein abwechslungsreiches Programm des Bergischen Geschichtsvereins freuen mit Vorträgen, Lesungen, Exkursionen und einer Studienreise. "Da das Schloss- und Beschlägemuseum schließt, wird es 2019 keine Ausstellung geben", erklärt Dr. Jutta Scheidsteger, Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Velbert-Hardenberg. Allerdings wurde die aktuelle Sonderausstellung des Vereins "Velbert im Luftkrieg 1939 - 1945" wegen der großen Nachfrage noch bis zum 28. Februar verlängert.
Die Vortragsreihe beginnt am Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr, mit dem Thema "Die Feuerwehren im Dritten Reich" in der Hauptwache der Velberter Feuerwehr. Hintergrund ist, dass die Feuerwehr zu dieser Zeit der Polizei angegliedert war und ganz andere Aufgaben hatte als heutzutage, etwa für den zivilen Luftschutz zuständig war. Weitere Vorträge befassen sich zum Beispiel mit Archäologie und Bodendenkmalpflege sowie mit der Geschichte des Schlosses Hardenberg und den Kasematten.
Eine Sonderveranstaltungsreihe widmet sich dem jüdischen Leben in Velbert. Dazu gibt es von Juli an Vorträge und Führungen. Frank Overhoff hat sich damit beschäftigt, welchen gesellschaftlichen Beitrag die Juden in Velbert geleistet haben. Die Veranstaltungsreihe beginnt mit dem Vortrag "Das öffentliche Bild von Juden in Velbert – eine Bestandsaufnahme und ihre Konsequenzen". Scheidsteger: "Im Anschluss wird es unter dem Motto ,Auf jüdischen Spuren durch...' in jedem Stadtteil Spaziergänge mit Frank Overhoff geben."
Ein Höhepunkt des diesjährigen Programms sieht die Vorsitzende des Geschichtsvereins auch in dem Thema Bleibergquelle Ende August. "Über die wechselhafte Geschichte der ehemaligen Bleizeche wissen nur die wenigsten Bescheid", sagt Jutta Scheidsteger. Jürgen Lohbeck hält einen Vortrag, und im Anschluss gibt es auch eine Führung in die Stollen.

Die "Historischen Beiträge" sind eine lokalhistorische Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Velbert-Hardenberg, über Ereignisse in den früheren Städten Velbert, Langenberg und Neviges.
Die 29. Auflage ist wie gewohnt im lokalen Buchhandel erhältlich, aber auch im Stadtarchiv sowie im Schloss- und Beschlägemuseum.
Wer sich für den Verein interessiert oder Mitglied werden möchte, wendet sich an die Vorsitzende Dr. Jutta Scheidsteger unter Tel. 02051/985144 oder per E-Mail an scheidsteger@scheidsteger.net

Autor:

Annette Schröder aus Bochum

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