Zusammen ans Ziel
Jugendliche gingen beim Hindernislauf „Tough Mudder“ an den Start

Sabur kämpft sich an Seilen entlang über das schlammige Wasser.
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  • Sabur kämpft sich an Seilen entlang über das schlammige Wasser.
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„Lena hat an Selbstbewusstsein gewonnen“, freut sich Stephanie Mattausch, Sozialarbeiterin im Sozialpädagogisch Betreuten Wohnen des Trägers Vielfalt im Ruhrgebiet gGmbH (ViR) in der Bochumer Innenstadt. Bewohnerin Lena (16) hat zusammen mit den Bewohnern Masoud (17) und Sabur (20) am Extrem-Hindernislauf-Event „Tough Mudder“ in Arnsberg teilgenommen.

16 Kilometer lang war der Parcours, den es zu bewältigen galt. Die Strecke führte über 25 Hindernisse, durch Schlamm und Sumpf, übers Wasser sowie über meterhohe Wände und Rampen. Tausende Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung, darunter Lena, Masoud und Sabur, vier Gleichaltrige aus der Essener Wohngruppe Anker, die ebenfalls von ViR getragen wird, und die beiden Betreuer Stephanie Mattausch und Sascha Rajzer.
„Cool, das ist was anderes, als drinnen zu sitzen. Man kommt raus“, beschreibt Lena ihre Motivation, bei „Tough Mudder“ anzutreten. Sie sowie ihre Mitstreiter Sabur und Masoud sind drei von etwa zehn jungen Menschen, die unter anderem wegen Problemen im Elternhaus oder als unbegleitete Flüchtlinge beim Sozialpädagogisch Betreuten Wohnen ein Zuhause gefunden haben. Hier leben sie in eigenen kleinen Apartments und lernen, unterstützt von Betreuern, auf eigenen Füßen zu stehen. „Wir verselbstständigen sie“, erklärt Stephanie Mattausch. Das betrifft etwa den Gang zu Behörden und zu lernen, wie man kocht.
Auch sportliche und spielerische Angebote zählen dazu, zum Beispiel Fußballturniere. „Fußball ist Standard“, nennt Lena jedoch einen weiteren Grund, der sie veranlasste, bei „Tough Mudder“ dabei zu sein. Für Sabur, der in seiner Freizeit Bodybuilding macht, stand die Neugier auf etwas Unbekanntes im Vordergrund. „Das habe ich noch nie gemacht, da bin ich dabei“, dachte er sich.

"Es gibt viele Hindernisse, die man nicht allein bewältigen kann, sondern nur gemeinsam.“

„Es sollte eine Herausforderung sein. Es gibt viele Hindernisse, die man nicht allein bewältigen kann, sondern nur gemeinsam“, erläutert Sascha Rajzer. Der Sozialarbeiter hatte mit einigen Essener Jugendlichen bereits 2018 an dem Extrem-Hindernislauf teilgenommen. „Sie sind daran gewachsen“, hat er beobachtet. Deswegen ging ViR mit einigen seiner Schützlinge diesmal wieder an den Start – erneut mit Jugendlichen aus Essen und erstmals auch aus Bochum.
Rund dreieinhalb Stunden benötigte die neunköpfige Gruppe, um alle Hindernisse bei „Tough Mudder“ in Arnsberg zu überwinden. „Das war cool, aber noch länger hätte es nicht sein dürfen“, zieht Lena ein Fazit. „Man kommt an seine Grenzen“, berichtet Mattausch und ist stolz auf die Jugendlichen, dass sie es geschafft haben durchzuhalten.

Gemeinsam im Team

Auch Sabur, der aus Afghanistan stammt, ist stolz auf seine Leistung. „Dass ich Bodybuilding mache, hat manchmal sicherlich geholfen.“ Durchtrainiert und sportlich wie er ist, war er vorgesprescht und bei dem Hindernisparcours zunächst als Einzelkämpfer angetreten. Doch als einige seiner Mitstreiter mit einem Wasserhindernis zu kämpfen hatten, kehrte er um, um ihnen zu helfen.
Denn nur im Team lassen sich die 16 Kilometer zurücklegen. Das ist eine weitere Lektion, die die Jugendlichen an diesem Tag gelernt haben. „Es kommt bei ,Tough Mudder' nicht auf Zeit an, sondern darauf, sich zu helfen und auf andere Rücksicht zu nehmen“, so Sozialarbeiter Sascha Rajzer. „Man kann nur zusammen etwas erreichen.“

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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