Kreis Unna veröffentlicht täglich steigende Zahlen
Corona: Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Die Straßen wirken wie ausgestorben. Viele fragen sich, ob sie vielleicht schon infiziert sind. Foto: Eberhard Kamm
  • Die Straßen wirken wie ausgestorben. Viele fragen sich, ob sie vielleicht schon infiziert sind. Foto: Eberhard Kamm
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Am Samstag wurden vom Kreis Unna zehn neue Corona-Fälle gemeldet, am Sonntag kamen fünf hinzu. Gestern waren es 98 Corona-Infizierte in unserer Region. Heute schon 108.
Bei den täglich neu gemeldeten Zahlen verkündet der Kreis Unna fast immer, dass die Infektionsketten noch nachvollziehbar seien. Die neu Infizierten seien größtenteils Urlaubsrückkehrer bzw. Kontaktpersonen von bereits Infizierten. Das hieße im Klartext: "Es gibt im Kreis Unna noch keine unkontrollierbare Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung."
Kann das so sein? Könnte es eine Dunkelziffer geben? 
Das Info-Telefon des Gesundheitsamtes ist nach wie vor überlastet. An einem Montag hätten fast 10.000 besorgte Bürger angerufen, verrät Landrat Michael Makiolla.
Lokalkompass-Leser Thorsten Schmidt aus Bergkamen schreibt in einem Online-Kommentar: "Personen, die diese Symptome haben, werden ja nur getestet, wenn sie sich in einem Risiko-Gebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten, von dem sie es auch wissen. Personengruppen, die viel Kundenkontakt haben und nicht in einem Risiko-Gebiet waren und auch keine infizierten Personen benennen können, werden weder getestet noch unter Quarantäne gestellt." So sei es ihm letzten Freitag am Telefon gesagt worden.

Nur Reiserückkehrer?

Diesbezüglich fragte der Lüner Anzeiger (siehe Beitrag) beim Kreis Unna nach und Pressesprecher Max Rolke betonte nochmals: "Im Kreis Unna sind die Infektionsketten bisher alle nachvollziehbar, die Kontaktpersonen sind bekannt. Sich anders zu infizieren, als durch Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall oder als Reiserückkehrer, ist zum aktuellen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich."
Probleme schildert allerdings auch ein Bürger (Name dem Lüner Anzeiger bekannt) aus Oberaden. Er kam vor Kurzem aus dem Urlaub aus Tirol und bemerkte Erkältungssymptome, dazu etwas erhöhte Temperatur und Husten bei seiner Frau. "Die Hotline zu erreichen war absolut unmöglich, ich habe bestimmt sechshundert Mal angerufen", erklärt er. Der Bergkamener habe sich allein gelassen gefühlt, letztlich blieb er aus eigener Verantwortung im Haus, stellte sich selbst unter Quarantäne.
Der Kreis Unna hat zwischenzeitlich auf das erhöhte Anrufaufkommen reagiert und erweiterte die Zeiten: Die Rufnummer: 0800/1020205 ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr zu erreichen, Freitag von 8 bis 15 Uhr.
Hier gehts zu den Zahlen des Kreises Unna.

Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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