Investoren wollen Entscheidung der Stadt Bergkamen nicht hinnehmen
Was wird aus dem Konzept der Bergkamen-Galerie?

Die Stadt Bergkamen spricht sich nun gegen ein neues Einkaufszentrum im Herzen der Stadt aus. Archivfoto: Carsten Grunwald
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 Die unendliche Geschichte der ehemaligen Turmarkaden in Bergkamen: Die Interra aus Düsseldorf hatte das Projekt vom ehemaligen Investor „Charterhaus Real Estate“ im Jahre 2018 übernommen und neu konzipiert. Innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monaten sollten die Gebäude an der Töddinghauser Strasse 139 – 141 restrukturiert und vermietet werden.
Über den Kaufpreis wurde damals Stillschweigen vereinbart. Alle Beteiligten waren zufrieden. Dennoch stand das Projekt von Anfang an unter keinem guten Stern. Erst stoppte ein Brand Mitte letzten Jahres die Bauarbeiten der Interra, danach legte die Stadt Bergkamen überraschend ihr Veto ein, mit der Begründung, dass es besser sei, kein neues Einkaufszentrum im Herzen Bergkamens zu errichten. Die Verhandlungen zwischen Verwaltung und Investor ziehen sich mittlerweile über anderthalb Jahre hin. Das Integrierte Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin" sieht nun in einem weiteren Einkaufszentrum keine langfristige Zukunft.

Die Investoren fühlen sich nach diesem Statement „wie vor den Kopf gestoßen“ und wollen mit einem offenen Brief an die Bürger Bergkamens ihre Standpunkte klar machen: „Mit Blick auf die aktuellen Vorgänge im Rat der Stadt Bergkamen sehen wir von der Interra Immobilien AG und der Hilee B GmbH es als wichtig und geboten, unsere Sicht der Dinge für die Bergkamener Bürgerinnen und Bürger transparent zu machen.
Seit nunmehr zwei Jahren arbeiten wir als Investoren engagiert und mit der gebotenen Weitsicht an einem wichtigen Projekt. Wir wollen dem lokalen Handel und den hiesigen Gewerbetreibenden einen modernen, attraktiven Rahmen geben. Die Menschen hier vor Ort sollen wiederum von gut erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten und kurzen Wegen profitieren. In diese Idee haben wir mit Unterstützung und dem Segen der Stadt bereits viel Arbeit und natürlich auch Geld investiert. Wir haben das Grundstück gekauft und nach einer intensiven Vorbereitungsphase inzwischen den Abriss der heruntergekommenen Turmarkaden weitgehend abgeschlossen. Schon in vielen anderen Städten haben wir Immobilien mit dem richtigen Konzept aus einer Schieflage heraus in die richtige Spur gebracht. Wir wissen genau, welche Anforderungen ein Shoppingcenter jetzt und in der nahen Zukunft erfüllen muss, um wirtschaftlich für alle Beteiligten die gewünschten Ergebnisse zu bringen.
Jederzeit waren Vertreter der Stadt über den Fortgang unserer Arbeiten im Bilde und in den Planungsprozess einbezogen. Eine der Grundlagen unserer Aktivitäten war ein städtebaulicher Vertrag, der bereits vier Jahre vor unserem Projektstart mit der Stadt und den vorherigen Eigentümern geschlossen wurde.
Die jüngsten Pläne der Stadt kommen für uns als Investoren überraschend. Wir verstehen zwar die Motive der treibenden Politikerinnen und Politiker; welcher seriöse Volksvertreter hegt keine Vorstellungen und Wünsche für die Zukunft seiner Stadt? Und wir möchten auch nicht die Qualität des zugrundeliegenden Gutachtens in Zweifel ziehen. Jede Meinung hat ihre Berechtigung; auch wir planen und arbeiten in Bergkamen unter Verwendung von fundierten Gutachten (die zum Teil seinerzeit übrigens auch Grundlage für den städtebaulichen Vertrag waren und daher auch von der Stadt für richtig befunden wurden).
Allerdings trifft die Umsetzung des neu vorgelegten Wunschpapiers auf eine rechtliche und wirtschaftliche Realität, die kein Wunsch und keine fixe Idee vom Tisch wischen kann. Wir arbeiten mittendrin in Bergkamen auf eigenem Grund und Boden. Wir haben unsere Vision zu diesem Grund und Boden frühzeitig mit der Stadt geteilt und sind stets auf die Wünsche der Stadt eingegangen. Die Folge eines Bauleitverfahrens wäre ein jahrelanger Stillstand auf der Baustelle mit allen unerwünschten Negativfolgen auf das unmittelbare städtische Umfeld – und ungewissem Ausgang. Hinzu kommen erhebliche finanzielle Herausforderungen für die Stadt Bergkamen - denn zur Umsetzung von Wunschvorstellungen, die mehr kosten, als sie an Einnahmen generieren, auf Flächen, die nicht die eigenen sind, braucht es eben mehr als nur Thesenpapiere.
Vor allem aber braucht ein attraktives Bergkamen gerade in der aktuellen Zeit wirtschaftliche und politische Verlässlichkeit für jeden einzelnen engagierten Unternehmer, der im Vertrauen auf das Wort der Stadt eigene wirtschaftliche Risiken eingeht“
, erklären Interra-Geschäftsführer Alexander Dold und Peter Dietrich, Hilee B GmbH.

Die Stadt Bergkamen spricht sich nun gegen ein neues Einkaufszentrum im Herzen der Stadt aus. Archivfoto: Carsten Grunwald
Gespannt verfolgten die Ausschussmitglieder im Dezember 2018 die Präsentation des Investors. Archivfoto: Carsten Grunwald
Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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