"Familiencoach Pflege"
Hilfe für pflegende Angehörige mit psychischen Belastungen

Die Pflege eines Familienmitglieds ist für viele Angehörige sehr anstrengend - nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Tipps und Hilfe liefert das neue Online-Programm ‚Familiencoach Pflege‘ der AOK. Foto: AOK
  • Die Pflege eines Familienmitglieds ist für viele Angehörige sehr anstrengend - nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Tipps und Hilfe liefert das neue Online-Programm ‚Familiencoach Pflege‘ der AOK. Foto: AOK
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Wer sich im Kreis Unna zu Hause um pflegende Angehörige kümmert, kennt die Situation nur allzu gut: Diese Aufgabe kann schnell ans Ende der eigenen Kräfte führen. Das neue Online-Programm "Familiencoach Pflege" der AOK unterstützt Angehörige, sich im Pflegealltag vor psychischer Überforderung zu schützen. Es ist für alle Interessierten unter www.familiencoach-pflege.de anonym und kostenlos nutzbar und bietet praktische Hinweise und Übungen.

Kreis Unna. „Die Pflege eines Familienmitglieds ist für viele Angehörige sehr anstrengend – körperlich und auch seelisch. Das belegt auch eine aktuelle AOK-Umfrage. Hier bietet unser Onlineprogramm den pflegenden Angehörigen eine niedrigschwellige und jederzeit nutzbare Unterstützung", sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.
Mit zahlreichen Hinweisen, Informationen, interaktiven Übungen, mehr als 40 Videos und 14 Audiodateien lernen die Nutzer des Online-Programms ‚Familiencoach Pflege‘, wie sie besser mit den seelischen Herausforderungen umgehen können. Ein Fokus liegt dabei auf besonders schwierigen Pflegesituationen in der Betreuung von Menschen mit Demenz oder in der Begleitung von Sterbenden. Das Angebot ist von einem Expertenteam unter Beteiligung einer Fokusgruppe aus pflegenden Angehörigen entwickelt worden.
Der "Familiencoach Pflege" vermittelt aber auch, wie wichtig es für pflegende Angehörige ist, sich nicht zu isolieren. „Auch in schwierigen Zeiten sollten pflegende Angehörige persönliche Kontakte zu Freunden, Bekannten und Nachbarn aufrechterhalten", sagt Kock. Das Programm zeigt den Nutzern Methoden und Wege auf, gut für sich zu sorgen und vor allem Zeit für sich zu finden. Auch der Umgang mit schwierigen Gefühlen wie Trauer, Wut, Ekel oder Angst ist ein Thema im Familiencoach. Die Nutzer können sich im Programm die Themen, die für ihre Situation besonders relevant sind, individuell anzeigen lassen. In interaktiven Übungen erhalten sie ein maßgeschneidertes Feedback, können sich Interviews mit Experten-Hinweisen ansehen und Hörübungen zur Entspannung und Achtsamkeit nutzen.
Aufschluss über die Belastung der pflegenden Angehörigen geben Befragungsergebnisse für den "Pflege-Report 2020" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der im September erscheint. Fazit: Knapp 26 Prozent der befragten Pflegepersonen sind hoch belastet. Für 43 Prozent wird eine mittlere Belastung festgestellt, nur bei knapp 31 Prozent der Pflegenden ist sie niedrig. Bei Angehörigen, die Menschen mit Demenz versorgen, zeigt sich eine hohe Belastung sogar bei knapp 37 Prozent der Befragten. Besonders belastet sind laut der Studie Pflegende, die Menschen mit sogenanntem "herausfordernden Verhalten" betreuen: Bei ihnen steigt der Anteil der Pflegenden mit hoher Belastung auf fast 41 Prozent.
Der neue Familiencoach Pflege ergänzt das Angebot der kostenlosen Online-Coaches der AOK, das Schritt für Schritt weiter ausgebaut wird. Es umfasst bereits den ‚ADHS-Elterntrainer‘ für Eltern in schwierigen Erziehungssituationen, den „Familiencoach Depression“ für Angehörige, Freunde oder anderen Bezugspersonen von Depressionskranken und das Online-Selbsthilfeprogramm ‚moodgym‘, das bei der Vorbeugung und Linderung von depressiven Symptomen hilft.

Autor:

Carolin Plachetka aus Stadtspiegel Kamen

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