Migrationsfachdienste der AWO-Ruhr-LippeEms helfen Neueingewanderten beim Ankommen in der neuen Heimat
„Ohne euch hätte ich das nicht geschafft“

Andrea Dumberger (AWO-Migrationsdienste) mit Michael Thews (MdB für die SPD im Wahlkreis Hamm-Unna II) und Wilhelm Schulten (DRK Kreisverband Lünen) im Gespräch am Infostand in Lünen-Brambauer. Foto: Anna Gemünd/AWO RLE
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  • Andrea Dumberger (AWO-Migrationsdienste) mit Michael Thews (MdB für die SPD im Wahlkreis Hamm-Unna II) und Wilhelm Schulten (DRK Kreisverband Lünen) im Gespräch am Infostand in Lünen-Brambauer. Foto: Anna Gemünd/AWO RLE
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Von Deutschkursen über Behörden-Formulare bis zum einfach „nur“ zuhören: Die Mitarbeiter*innen der Migrationsfachdienste der AWO Ruhr-Lippe-Ems haben auch in der Corona-Krise immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme von Menschen, die neu nach Deutschland eingewandert sind.
Im Rahmen der bundesweiten Aktionstage der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und der Jugendmigrationsdienste informierten die Mitarbeiter*innen jetzt die Öffentlichkeit in Hamm, Lünen-Brambauer, Ahlen und Bergkamen über ihre systemrelevante Arbeit.
Kreis Unna/Stadt Hamm/Kreis Warendorf. Eine eigene Werkstatt. In vier Jahren möchte Ali Romeyhi seine eigene KFZ-Werkstatt führen. „Das ist mein Traum. Und das wird klappen.“
Wer sich mit Ali Romeyhi unterhält, spürt sofort: Das mit der Werkstatt, das wird klappen. Denn Ali Romeyhi gibt nie auf. Als der arabische Iraner vor einigen Jahren nach Deutschland kam, hatte er in seinem Heimatland bereits einige Jahre als KFZ-Mechaniker gearbeitet. „Doch das wurde hier nicht
anerkannt“, erzählt der Romeyhi, „ich hätte es für viel Geld prüfen lassen können, ob meine Qualifikationen mir in Deutschland etwas bringen.“ Romeyhi entschied sich dagegen – und suchte stattdessen einen Ausbildungsplatz zum KFZ-Mechatroniker.
Unterstützung bekam er bei der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) der AWO Ruhr-Lippe-Ems im Kreis Unna. „Sie haben mir geholfen, einen Deutschkurs zu finden, den Ausbildungsplatz zu organisieren und überhaupt bei allen Fragen weitergeholfen, die ich hatte“, lobt Ali Romeyhi die Mitarbeiter*innen der Migrationsberatung. „Ich konnte einfach mit allem zu ihnen kommen.“

Hilfe bei der undurchsichtigen deutschen
Bürokratie

In diesen Tagen erhält Ali Romeyhi seinen Gesellenbrief als KFZ-Mechatroniker. „Aufgrund meiner Qualifikationen im Iran konnte ich die Ausbildung um sechs Monate verkürzen“, freut sich Romeyhi. Der Betrieb in Hamm, in dem er die Ausbildung absolvierte, übernimmt ihn nahtlos – ein wichtiges Signal für Romeyhi, der damit seiner Einbürgerung in Deutschland wieder ein kleines Stück nähergekommen ist. Kontakt zu den Mitarbeitern der Migrationsberatung hält Ali Romeyhi weiterhin; auch, weil er mittlerweile selbst anderen Neueingewanderten hilft, in dem Durcheinander der deutschen Bürokratie zurecht zu kommen. „Diese Anlaufstellen sind unglaublich wichtig, wenn man neu in einem fremden Land ist“, sagt Romeyhi.

Sultan Bayindir würde diese Aussage sofort unterschreiben. Dabei ist die junge Frau in Bergkamen geboren. „Meine Eltern haben einen Migrationshintergrund; sie kommen der Türkei. Ich bin blind und brauche Unterstützung, wenn es um Formulare und Anträge geht. Da haben mit die Mitarbeiterinnen der Migrationsberatung wunderbar geholfen“, sagt die 26-Jährige. Und nicht nur das: Sultan Bayindir absolvierte auch ein Praktikum bei den AWO-Migrationsdiensten in Bergkamen – und studiert jetzt Soziale Arbeit in Dortmund.

Von der Ratsuchenden zur Beraterin für andere Neueingewanderte

Auch Fatima Darvich öffneten die Beratungen der AWO-Migrationsfachdienste die Türen zu einem eigenständigen Leben in Deutschland: Die junge Frau aus Syrien wandte sich 2015 an die Migrationsberatung in Ahlen und spricht mittlerweile nicht nur fließend Deutsch; auch sie möchte in Kürze Soziale Arbeit studieren. Sie ist längst von der Ratsuchenden zur Ratgeberin geworden: Im interkulturellem Zentrum TRIO in Ahlen arbeitet sie als Gruppenleiterin und hilft so anderen Neueingewanderten, in ihrer neuen Heimat anzukommen.

Politik muss Finanzierung der systemrelevanten Beratung sicherstellen

Im Rahmen der Aktionstage der Migrationsfachdienste informierten die Mitarbeiter*innen auch Politiker über ihre wichtige Arbeit. Denn: Eine kontinuierliche Finanzierung der Migrationsfachdienste ist unerlässlich, um die systemrelevante Arbeit der Berater*innen zu gewährleisten. Michael Thews (MdB für die SPD im Wahlkreis Hamm-Unna II), Martin Kesztyüs (Bundestagskandidat der Grünen im Wahlkreis Hamm-Unna II) und Hubert Hüppe (Bundestagskandidat der CDU im Wahlkreis Unna I) besuchten die Infostände in den verschiedenen Städten und kamen mit den Mitarbeiter*innen und Ratsuchenden ins Gespräch. Auch Marc Herter (Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Hamm und Oberbürgermeister von Hamm) und Karin Schäfer (Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Unna) statteten den Mitarbeiter*innen an ihren Infoständen einen Besuch ab und zeigten einmal mehr, dass Haupt- und Ehrenamt bei der AWO Hand in Hand gehen.

Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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