Schriftsteller

Beiträge zum Thema Schriftsteller

Kultur

Thomas Hürlimanns Band „Abendspaziergang mit dem Kater“
Reise ins Innere

Die Literatur war für Thomas Hürlimann immer auch ein Spiegel, durch den er auf seine eigene Vita und die bewegte Familiengeschichte schaute. Sein 1994 gestorbener Vater Hans war als Bundespräsident und Innenminister ein profilierter Schweizer Spitzenpolitiker. Um frei schreiben zu können, hatte Hürlimann, der im Dezember seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, sogar zwischenzeitlich die Schweiz verlassen und war nach Berlin übergesiedelt. "Ich spürte, dass ich diese Geschichte dort nicht schreiben...

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  • 14.01.21
Kultur

Ralf Rothmanns Erzählungen „Hotel der Schlaflosen“
Angst vor Gewalt

„Er starb lautlos, sank hin wie ein Haufen Kleider“, heißt es in der Titelgeschichte des elf Erzählungen umfassenden Bandes von Ralf Rothmann, in dem die Angst vor der Gewalt das Leitmotiv ist. In der Titelgeschichte steht die historisch verbürgte Ermordung des russischen Schriftstellers Isaak Babel im Januar 1940 im Mittelpunkt. Dieses beklemmende Stück Prosa wird aus der Perspektive des Henkers, des Geheimdienstoffiziers Wassili Blochin erzählt, der in einem zum Gefängnis umfunktionierten...

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  • 06.01.21
Kultur

Vor 100 Jahren wurde der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt geboren (5. Januar)
Humorvoller Tragiker

Er war mal spöttelnder Pessimist, mal tiefsinniger Grübler, vor allem aber ein außerordentlich humorvoller Tragiker - der bedeutende Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, der am 5. Januar vor 100 Jahren geboren wurde und Bühnenwerke und Romane von bleibendem Wert verfasst hat. Umfangreiche Manuskripte lagen vielerorts in den Schubladen parat: Am 5. Januar 1991 wäre sein 70. Geburtstag zu feiern gewesen. Als hätte der begnadete Dramatiker seinen letzten Auftritt selbst perfekt...

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  • 02.01.21
Kultur

zum Tod des Schriftstellers John le Carré
Der Spion aus der Kälte

"Dank meinem Vater, einem Hochstapler und Betrüger, war ich schon in meiner Kindheit mit dem verführerischen Charme der kriminellen Welt vertraut und genötigt, mir für mein Leben ein moralisches Konzept zurecht zu schnitzen", bekannte David John Moore Cornwell 2011 in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". Nur absolute Insider wissen etwas mit diesem Namen anzufangen. Aus jener Person war nach dem Germanistikstudium, einer kurzen Etappe als Lehrer an der Nobelschule in Eton und...

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  • 14.12.20
Kultur

Michael Wildenhains Roman „Die Erfindung der Null“
Aus der Bahn getragen

„Manche Menschen wirken auf den ersten Blick wie Verlorene. Als hätte ein Ereignis in ihrem Leben sie aus der Bahn getragen und als hätten sie trotz aller Bemühungen nicht wieder Fuß gefasst“, lautet der einleitende Satz im neuen Roman des Alfred-Döblin-Preisträgers Michael Wildenhain. Spannend und rätselhaft wie einen Krimi hat der inzwischen 62-jährige Berliner Autor sein neues ambitioniertes Erzählwerk angelegt. Im Mittelpunkt steht der promovierte Mathematiker Martin Gödeler, dem in jungen...

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  • 09.12.20
Kultur

Urs Faes' bewegender Roman „Untertags“
Asche in zwei Urnen

„Ein Kuvert enthielt alles, was er verfügte. Was sie schmerzte. Was sie hinnahm und nicht begreifen konnte“, heißt es im bewegenden Roman des Schweizer Autors Urs Faes. Die Apothekerin Herta sichtet den Nachlass ihres verstorbenen, langjährigen Lebensgefährten Jakob, den sie in einem schleichenden Prozess verloren hat. Die Demenz hat ihn auf für Herta äußerst schmerzhafte Weise peu à peu aus dem Alltag verschwinden lassen. Der 73-jährige Urs Faes hatte sich in jüngerer Vergangenheit in seinen...

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  • 02.12.20
Kultur

Don DeLillos schmaler, aber grandioser Roman „Die Stille“
„Unterwelt“ und „Stille“

Immer wieder in den letzten drei Jahrzehnten war der amerikanische Schriftsteller Don DeLillo als Nobelpreiskandidat gehandelt worden. In seinem international erfolgreichen Monumentalepos "Unterwelt" (1997) hatte er ein extrem düsteres Bild von der amerikanischen Gesellschaft gezeichnet, und sechs Jahre später las sich "Cosmopolis" gar wie ein Horrorszenario aus einer fremd-determinierten Welt. Der inzwischen 84-Jährige gehört zu den vehementesten Kritikern des vielbeschworenen „american way of...

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  • 11.11.20
Kultur

Haruki Murakamis Roman „Die Chroniken des Aufziehvogels“
Auf einem Baum sitzen

Er wurde im Vorfeld der Nobelpreisverleihung von den internationalen Experten wieder als ganz heißer Aspirant auf die Krone der Literaturwelt gehandelt. Aber erneut ist der 71-jährige japanische Schriftsteller Haruki Murakami leer ausgegangen. Im deutschen Sprachraum erfreut er sich schon seit dem Sommer 2000 enorm großer Popularität. Damals war es im "Literarischen Quartett" des ZDF über Murakamis Roman "Gefährliche Geliebte" zum öffentlichen Zerwürfnis zwischen Marcel Reich-Ranicki und Sigrid...

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  • 14.10.20
Kultur

Zum Tod des Schriftstellers Günter de Bruyn
Zwischen Hohlweg und Holzweg

„Der Preis hat sich die Erhaltung unserer Sprache zum Ziel gesetzt, das entspricht auch meinen Vorstellungen“, erklärte der Schriftsteller Günter de Bruyn, als ihm 2006 der Jacob-Grimm-Preis verliehen wurde. „De Bruyn hat mit seiner Biografie und seinen Werken bewiesen, dass die Sprache das stärkste Band zwischen beiden Teilen Deutschlands gewesen ist“, erklärte der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse damals in seiner Laudatio. Das Preisgeld in Höhe von 35000 Euro wollte de Bruyn in...

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  • 08.10.20
Kultur

Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises – Thomas Hettches Roman „Herzfaden“
Märchenhafter Tiefgang

Thomas Hettche, einer der profiliertesten und vielseitigsten Romanciers der mittleren Generation, nimmt den Leser in seinem neuen Roman über die Augsburger Puppenkiste mit auf eine ebenso faszinierende wie bedrückende Zeitreise. Der 56-jährige, in Berlin lebende Autor, der uns nach seinen ganz nah an der Gegenwart angesiedelten Romanen „Die Liebe der Väter“ (2010), „Woraus wir gemacht sind“ (2006) und „Der Fall Arbogast“ (2001) schon vor sechs Jahren in „Pfaueninsel“ in ein historisches,...

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  • 01.10.20
Kultur

Vor 50 Jahren starb der Schriftsteller Erich Maria Remarque (am 25. September)
Im Westen nichts Neues

Kein anderer bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wird so häufig mit nur einem seiner Werke in einem Atemzug genannt wie Erich Maria Remarque und der Roman „Im Westen nichts Neues“. Fluch und Segen gleichzeitig für ihn. Seine anderen Werke gingen beinahe unter, aber der Weltbestseller ermöglichte Remarque ein sorgenfreies, ja luxuriöses Leben. Der ehemalige Lehrer und Journalist, der unter dem bürgerlichen Namen Erich Paul Remark am 22. Juni 1898 in Osnabrück als...

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  • 11.09.20
Kultur

Thilo Krauses stilles Romandebüt „Elbwärts“
Alles zerstört

„Es gab ein reibendes Geräusch, ein dumpfes Schlagen und Schaben. Ich weiß nicht mehr, ob Vito schrie oder ob ich ihn nicht habe schreien hören,“ heißt es im Romandebüt des 43-jährigen Thilo Krause, der in Dresden geboren wurde und seit einigen Jahren in Zürich lebt. Der verhängnisvolle Jugendunfall hat das Leben des Ich-Erzählers und seines besten Freundes Vito schlagartig verändert. Die Teenager liebten es, ins Elbsandsteingebirge zu klettern, genossen gemeinsam die Einsamkeit und den...

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  • 24.08.20
Kultur

„Abschiedsfarben“ - die neuen Erzählungen von Bestsellerautor Bernhard Schlink (seit 22. Juli im Buchhandel)
Abschied, Schuld und Sühne

„Schuld ist ein Lebensthema. Es ist nicht das Lebensthema, und es ist auch nicht das Thema meiner Bücher, sondern nur eines“, hatte Bestsellerautor Bernhard Schlink vor zwei Jahren in einem Deutschlandfunk-Interview erklärt. Er war immerhin schon Mitte 40, als er seinen ersten Roman vorlegte, war bis zu seinem 65. Lebensjahr nicht einmal Berufsschriftsteller, und doch hat er mit „Der Vorleser“ einen der (vor allem auch international) erfolgreichsten deutschen Romane der letzten 25 Jahre...

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  • 23.07.20
Kultur

Zum 75. Geburtstag von Literatur-Nobelpreisträger Patrick Modiano (am 30. Juli)
Gedankenreise ins Fremde

Als dem Franzosen Patrick Modiano vor sechs Jahren etwas überraschend der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde, hatte die Stockholmer Akademie ihn gerühmt „für die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der deutschen Besatzung sichtbar gemacht hat.“ Seine jüdische Identität, Frankreichs Rolle während des Zweiten Weltkriegs (zwischen Kollaborateuren und der Résistance) und die mannigfaltig variierten...

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  • 17.07.20
Kultur

Patrick Hofmanns Roman „Nagel im Himmel“
Die Zahlen waren immer da

„Er hielt es für möglich, die Riemannsche Vermutung zu beweisen, ohne den eigenen Beweis verstehen zu können, was natürlich seltsam und gewissermaßen beleidigend gewesen wäre, aber vielleicht gar nicht so abwegig“, so die Gedanken des Protagonisten Oliver Seuß aus dem zweiten Roman des 48-jährigen Autors Patrick Hofmann. Die Hauptfigur ist ein Mathematik-Genie aus einer sächsischen Kleinstadt, 1989 geboren und in einer zerrütteten Familie aufgewachsen. Olivers Mutter verlässt früh die Familie,...

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  • 17.07.20
Kultur

Matthias Polityckis Roman „Das kann uns keiner nehmen“
Hornbrillenwürschtl am Kilimandscharo

Der inzwischen 65-jährige Schriftsteller Matthias Politycki, bekannt geworden durch seinen "Weiberroman" (1997) und "Ein Mann von vierzig Jahren" (2000), hat sich zuletzt vor allem als kosmopolitischer Welterkunder betätigt. 2005 war der auf Kuba angesiedelte Roman "Der Herr der Hörner" erschienen, acht Jahre später entführte er seine Leser in „Samarkand, Samarkand“ nach Usbekistan. Nun geht es nach Afrika, genauer nach Tansania. "Schließlich hatte ich noch eine Rechnung mit diesem Berg offen...

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  • 03.07.20
Kultur

Zum Tod des spanischen Bestseller-Autors Carlos Ruiz Zafón
Singulärer Sound

Der katalanische Autor Carlos Ruiz Zafón war eine Art Popstar unter den Schriftstellern. Jede Buch-Neuvorstellung hatte Event-Charakter. Sein 2003 in deutscher Übersetzung erschienener Roman "Der Schatten des Windes" wurde ein Weltbestseller, in mehr als 30 Sprachen übersetzt und mehr als 15 Millionen Mal verkauft. Es folgte 2008 die Fortsetzung „Das Spiel des Engels“ - eine bunte Mischung aus Abenteuerroman, Krimi, historischer Milieustudie von Barcelona und reichlich Anleihen aus der...

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  • 19.06.20
Kultur

„Harte Jahre“ - der neue Roman von Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa
Verrat, Intrigen und Gewalt

„Guatemala ist wahrscheinlich eines der schönsten Länder der Welt, aber seine Geschichte, vor allem die republikanische, ist auch eine der gewaltreichsten der Welt. Ich glaube, dass man mit gewisser Berechtigung sagen kann, dass der eindeutig von der CIA organisierte Putsch gegen Árbenz damals die Möglichkeiten eines großen demokratischen Wandels in Lateinamerika stark verringert hat", erklärte Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa bei der ersten öffentlichen Präsentation seines neuen Romans...

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  • 21.04.20
Kultur

Essayband zum 80. Geburtstag des Schriftstellers Peter Schneider am 21. April*
Dableiben und mitmischen

„Wer sagt, er habe ich noch nie geirrt, hat viele Gelegenheiten verpasst, klüger zu werden“, heißt es in Peter Schneiders neuem Essayband „Denken mit dem eigenen Kopf“. Er mag sich im Laufe seines Lebens auch geirrt haben, klüger ist er auf jeden Fall geworden. Der einstige jugendliche Rebell ist nämlich nicht nur älter, sondern auch weiser geworden. Bedächtig, geradezu altersmilde lesen sich viele jüngere Schriften aus Peter Schneiders leuchtend rotem Band. In den 1960er Jahren gehörte er...

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  • 09.04.20
  • 1
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Kultur

Hartmut Langes Novellen „Der Lichthof“
Irrfahrt mit dem Navigator

„Es gibt kein Problem, das man nicht aus der Welt schaffen kann. Man muss nur verstehen, worum es geht“, lässt der inzwischen 83-jährige Hartmut Lange eine seiner Figuren, den Politologen Ronnefelder gleich zweimal sagen. Das klingt lange-untypisch, fast simpel, beinahe wie ein Kalenderspruch aus einem philosophischen Ratgeber. Vom Berliner Novellisten ist man anderes gewohnt: jede Menge Düsternis, Rätselhaftigkeiten, tiefe seelische Abgründe und bisweilen schaurige Naturbeschreibungen, die er...

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  • 07.04.20
Kultur

„Alma“ - der neue Roman zum 80. Geburtstag (13. April) von Nobelpreisträger JMG Le Clézio
Verrückt und vertraut

„Hier auf dieser Insel haben sich die Zeiten, die Geschlechter, die Leben, die Legenden, die berühmtesten Abenteuer und die unbekanntesten Ereignisse, die Seeleute, die Soldaten, die Söhne aus gutem Hause, aber auch die Pflüger, die Arbeiter, die Dienstboten und die Besitzlosen miteinander vermischt.“ Mit diesen Worten beschreibt der französische Schriftsteller JMG Le Clézio die Insel Mauritius, den Handlungsschauplatz seines so eben erschienenen Romans „Alma“. Der Nobelpreisträger betreibt...

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  • 30.03.20
Kultur

Hans Joachim Schädlichs Erzählung „Die Villa“
Das eisige Schweigen

„Das zweiflügelige hohe Parktor. Schmiedeeisern, alle Stäbe mit Zierspitze, Typ Lanze. Halbhohe Zwischenstäbe. Der Parkzaun zu beiden Seiten des Tores in gleicher Art.“ Die Rede ist von einer Jugendstilvilla im vogtländischen Reichenbach, die in Hans Joachim Schädlichs neuem, ohne Genrebezeichnung erschienenen Erzähltext „Die Villa“ mehr als nur ein Handlungsschauplatz ist. In dem prunkvollen Anwesen spiegelt sich die deutsche Geschichte zwischen 1935 und 2007 und Aufstieg und Fall der...

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  • 27.03.20
Kultur

Ingo Schulzes großartiger Roman „Die rechtschaffenen Mörder“
Die Verwandlung des Antiquars

Was machen Bücher mit uns? Sind sie für uns ein Leitfaden, eine Inspiration, vielleicht sogar ein Fundament, auf dem man sein Leben einrichten kann? Oder können sie uns auch in die Irre leiten? Diese und ähnlich spannende Fragen stellt Erfolgsautor Ingo Schulze, der erzählerische Seismograf für das Nachwende-Lebensgefühl im Osten der Republik, in seinem neuen – um es gleich vorweg zu nehmen – grandiosen Roman. Auf drei Erzählebenen berichtet der 57-Jährige Schulze über den Antiquar Norbert...

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  • 23.03.20
Kultur

Zum 80. Geburtstag des Schriftstellers Uwe Timm am 30. März*
Bescheiden, aber engagiert

Er ist einer der vielseitigsten zeitgenössischen deutschsprachigen Schriftsteller, studierte in den wilden Jahren der Studentenbewegung in Paris, war DKP-Mitglied und mit Benno Ohnesorg gut befreundet. Die Rede ist von Uwe Timm, einem engagierten „Einmischer“ mit deutlich vernehmbarer Stimme und klaren Positionen: „Man kann nur hoffen, dass dieser Trump, der ja sowas von irrational und kenntnislos ist, der das Land ja wirklich wie sein Immobilien-Imperium führt, man kann nur hoffen, dass die...

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  • 19.03.20
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