Tanzkurs der Lebenshilfe Kleverland lebt das neue Recht
Neue Möglichkeiten für Menschen mit Handicap

Der Mittel- und Abschlussball des Tanzkurses wird jedes Jahr im Uedemer Bürgerhaus ausgerichtet. Foto: privat
  • Der Mittel- und Abschlussball des Tanzkurses wird jedes Jahr im Uedemer Bürgerhaus ausgerichtet. Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schmithuysen

UEDEM. Der Mensch sollte seinem Herzen folgen. „Und genau das machen, was er möchte und sich wünscht“, sagt Sebastian Rother, „für mich sind das Karneval und tanzen. Tanzen ist für mich wie eine Befreiung.“ Und das ist längst nicht alles. Denn wer diesen fröhlichen jungen Mann, der in einer Uedemer Wohnfamilie zuhause ist, beobachtet, der spürt, dass da noch mehr ist: Freundschaft, Herzblut, ein gutes Miteinander.

Kein Wunder, dass unter den 38 Teilnehmern des Tanzkurses der Lebenshilfe Kleverland e.V. etliche „Wiederholungstäter“ sind. „Wir sind eine tolle Gruppe, in der sich jeder Einzelne sehr wohlfühlt“, sagt Kursorganisatorin Josefa de Ruiter, „hier sind nicht nur Tänze gelernt, sondern vor allem auch Freundschaften geschlossen worden.“

Stärkere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – das große Ziel des neuen Bundesteilhabegesetzes und somit auch der Lebenshilfe in Kleve. Eines der Freizeitangebote ist seit Anfang der 90er-Jahre der Tanzkurs. Einmal wöchentlich treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über rund fünf Monate zum Training in der Sporthalle von Haus Freudenberg in Goch. Edith Schmit und Josefa de Ruiter sowie ihre Ehemänner organisieren diesen Kurs ehrenamtlich.

Als Tanzlehrerin ist Lorena Schmit aktiv – sie trat die Nachfolge von Jeroen Ebbers an. Ob Walzer, Disco-Fox, Tango, Cha-Cha-Cha oder die Schlager-Formation „Wenn der Maibaum wieder am Dorfplatz steht“: Alle Tänzer engagieren sich so, wie ihre Möglichkeiten es zulassen. „Die Ergebnisse der Lebenshilfe-Tanzkurse können sich immer sehen lassen“, freut sich auch Gudrun Hütten, Vorsitzende der Lebenshilfe Kleverland, die die Tanzkurse als besonders gelungenen Beitrag gelebter Inklusion hervorhebt.

Tobias Wittkamp hat zum zweiten Mal den Tanzkurs der Lebenshilfe besucht: „Für mich ist das Ablenkung vom Alltag“, sagt er. Was er durch dieses Angebot aufgebaut habe, sei Selbstbewusstsein. „Jetzt kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich mich in einer Tanzschule anmelden werde“, kündigt er an.

Selbstbestimmung erlebt Simone van der Linden nicht ausschließlich bei ihrem tänzerischen Hobby. Sie hat ihre Außenwohngruppe der Lebenshilfe verlassen und die eigenen vier Wände bezogen. „Das fühlt sich gut und richtig an“, weiß die Gocherin, „das war immer mein Traum, der nun Wirklichkeit geworden ist. Besser kann man es im Leben nicht haben.“

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