Interkulturelle Wochen Unna 2019
„Gebet der Religionen“

Foto © Jürgen Thoms - Bunt gemixt aus der Serie: Interkulturelle Wochen Unna 2019 -  „Gebet der Religionen“ -  Stellv. Bürgermeisterin Renate Nick und vom Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Unna e.V. Ralf Plogmann
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  • Foto © Jürgen Thoms - Bunt gemixt aus der Serie: Interkulturelle Wochen Unna 2019 - „Gebet der Religionen“ - Stellv. Bürgermeisterin Renate Nick und vom Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Unna e.V. Ralf Plogmann
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Bürgerhalle des Rathauses Unna 16. September 2019 um 18:00 Uhr
Eröffnet wurde die traditionell erste Veranstaltung der Interkulturellen Wochen in der Kreisstadt Unna von Ralf Plogmann (Caritas Verband für den Kreis Unna) und Renate Nick (Stellvertretende Bürgermeisterin).

Es ist mir eine besondere Freude und Ehre
Sie wieder in der Bürgerinnenhalle unseres Rathauses begrüßen zu dürfen, so Renate Nick. Ich darf mich zunächst bei allen, die sich bei dem heutigen Gebet der Religionen und an den kommenden Veranstaltungen beteiligen, ganz herzlich bedanken. Stellvertretend für alle Organisationen gilt mein namentlicher Dank Frau Sakelšek  vom Integrationsrat und Herrn Plogmann vom Caritas Verband.
Traditionell beginnen die Interkulturellen Wochen mit dem Gebet der Religionen. Das Motto des heutigen Abends ist wie folgt benannt

„Heimat und sich zu Hause fühlen“.

Das Wort Heimat ist gerade in Mode und wird von vielen Menschen und Institutionen gebraucht, allerdings auch missbraucht. In Berlin gibt es ein neues Heimatministerium, und auch das Land Nordrhein Westfalen hat es sich nicht nehmen lassen ein Ministerium um diesen Begriff zu erweitern.
Neben den Themen Bauen und Gleichstellung, sowie Kommunales, beginnt der etwas sperrige Titel auch mit dem Begriff „Heimat“.

Die Berliner Migrationsforscherin, Frau Professor Naika Foroutan, bewertet die Frage von Heimatministerien wie folgt: Es kommt drauf an, wie man die Worte mit Leben füllt. Wenn es darum geht regionale Ungleichheiten zwischen Bundesländern Stadt und Land strukturell auszugleichen macht die Aufgabe Sinn, jedoch dadurch auch klar, dass Deutschland auch regional gesehen bunt und vielfältig ist. Frau Foroutan sieht in dem Heimatbegriff aber auch die Gefahr einer rückwärtsgerichteten Betrachtungsweise, nämlich dem Wunsch nach einem alten Deutschland ohne die heute verwirrende Vielfalt. Ein anderer Ministeriumbegriff, nämlich der „für ein gutes Zusammenleben in Deutschland“ wäre daher vielleicht besser, weil weniger interpretationsoffen und weniger anfällig um missbraucht zu werden.

Meine Damen und Herren,
Sie alle wissen, dass von rechter Seite die Begriffe Heimat und Überfremdung oft in einem Satz genannt werden. Es stellt sich deshalb die Frage, wie wir den Heimatbegriff mit Leben füllen. Der Sprachforscher Anatol Stefanowitsch sagt, wer Heimat zu einem politischen Begriff macht, teilt die Bevölkerung eines Landes auf in die, die dazu gehören und die die Fremde sind.

Unsere Aufgabe ist es also, den Begriff für alle hier dauerhaft lebenden Menschen positiv zu besetzen und auch im regionalen Kontext zu leben. Frau Foroutan kommt zu dem Ergebnis, dass viele Einwanderer seltener Deutschland als Heimat nennen, sondern sagen „ich komme aus dem Pott - ich bin mit Leib und Seele Rheinländer - oder ähnliche ortsbezogene Begriffe. Wir merken also, dass Menschen ein Bedürfnis haben sich mit einem Ort zu verbinden und diesen Heimat nennen.
Unsere Aufgabe ist es hier den Humus zu bereiten, dass dies insbesondere zwischen den alteingesessenen Menschen und den neuzugewanderten Menschen gelingt.

Wenn ich die vielfältigen Aktivitäten in Unna sehe, habe ich keine Bedenken. Lassen Sie mich abschließend, als gelungenes Beispiel wie dies funktionieren kann, die Arbeit der Gemeinde haKochaw nennen.
Dieser Gemeinde ist es vorbildlich gelungen den Menschen jüdischen Glaubens in Unna wieder eine Heimat zu geben in der sie auch ihre Religion ausüben können und zwar so, dass die Menschen der Gemeinde unter Bewahrung ihrer kulturellen und religiösen Identität an unserem Gemeinwesen aktiv teilnehmen und dies mitgestalten. Dafür ganz herzlichen Dank an Sie, Frau Khariakowa.

Sehr geehrte Damen und Herren,
lassen Sie uns nun mit dem Gebet der Religionen zu einem friedlichen Zusammenleben aufrufen,
so die stellv. Bürgermeisterin Renate Nick.

Nach dem Friedenslied vom Chor „Die Zugvögel“ begannen die Gebete, die auch in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Frieden und Verständigung standen im Mittelpunkt der folgenden Gebete:
» Erstmals und neu in dieser Zusammensetzung begann die Interreligöse Frauengruppe Unna mit Pfarrerin Barbara Dietrich.
» Türkisch-islamische Gemeinde Unna mit Herrn Behcet Özkan
» Jüdische Gemeinde „haKochaw“ Unna mit Chor und Rabbinerin Natalia Verzhbovska
» Hinduistische Tempelgemeinde mit Trommelstück des Vereins Hindutempel Schwerte mit Herrn Jenthinata Sarma
» Afrikanisches. Umgebet mit Herrn Gad Osafo - in  Deutsch  übersetzt von Pater Ewald Ottowess

Mit dem Lied „Nikos“ vom Chor „Die Zugvögel“ endete das Gebet der Religionen. Ksenija Sakelšek (Vorsitzende des Integrationsrats der Kreisstadt Unna) lud die Teilnehmer zu weiteren Veranstaltungen der Interkulturellen Wochen Unna, die am Samstag 28. September mit der großen Veranstaltung bUNt - International im Zentrum für Information und Bildung am Lindenplatz enden, herzlich ein.
Zum Abschluss ließen alle Teilnehmer vor dem Rathaus ihre Botschaften, Bitten, Wünsche und Gebete an bunten Luftballons aufsteigen.

Hier finden Sie in einem Flyer das gesamte Programm
»
Interkulturelle Wochen Unna 2019

Fotos © Jürgen Thoms
Bunt gemixt aus der Serie: Interkulturelle Wochen Unna 2019 „Gebet der Religionen“

Autor:

Jürgen Thoms aus Unna

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