Helga Hartmann serviert weiterhin Kulturleckerbissen im Kunsttreffpunkt
Lesungen locken immer mehr Literaturliebhaber

Mit ihrer Vorliebe für wortgewandte Literatur trifft sie den Geschmack des Publikums: Und für Helga Hartmann ist der KTP nie ganz vollendet. Sie möchte weitere Künstler aus der Region präsentieren und eine Ausstellung mit Bildern von Karl Hartmann machen.  Als Ergänzung zum Portfolio des KTP kann sie sich Skulpturen, Fotografien und gemalte Revierkunst vorstellen.
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  • Mit ihrer Vorliebe für wortgewandte Literatur trifft sie den Geschmack des Publikums: Und für Helga Hartmann ist der KTP nie ganz vollendet. Sie möchte weitere Künstler aus der Region präsentieren und eine Ausstellung mit Bildern von Karl Hartmann machen. Als Ergänzung zum Portfolio des KTP kann sie sich Skulpturen, Fotografien und gemalte Revierkunst vorstellen.
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„Neues Schaffen - Historisches Erhalten“ beschreibt bis heute die Motivation von Helga Hartmann, regelmäßig zu Literatur- und Musikabenden im Kunsttreffpunkt Unna (KTP) einzuladen. Das zum Gebäude mit Galeriecharakter modernisierte ehemalige Pumpenwärterhaus diente anfangs ausschließlich als Ausstellungsraum der „Grinding Work“-Arbeiten von Karl Hartmann (verst. 2017). Die Kultur lebt aber dank Helga Hartmann in dem Fachwerkgebäude weiter.

Dabei war es vor rund zehn Jahren eher dem Verfall preisgegeben, wurde aber mit neuer Heiz- und Isoliertechnik und nach Umbauarbeiten als Kleingalerie hergerichtet. Ursprünglich sollte der Kunsttreffpunkt in erster Linie als Forum für die Arbeiten von Karl Hartmann dienen. Seine anerkannte Maltechnik „Grinding Work“ einem größeren Publikum vorzustellen war das Ziel. „Doch der KTP sollte bald mehr bieten“, erinnert sich Helga Hartmann. Von Autoren und Büchern, in denen mit Worten kreativ gespielt wird, ist sie fasziniert. Was ihrem Ehemann nicht entging und er bestärkte sie in dem Wunsch, Lesungen in das Programm aufzunehmen. Seit 2015 finden diese regelmäßig in dem historischen Pumpenwärterhaus statt. Häufig so gut besucht, dass in die Pumpe/Mühle Friedrichsborn verlegt werden muss.
Seit der Eröffnung lautet der Slogan des KTP „Neues Schaffen- Historisches Erhalten“ . „Diese Worte möchte ich auch heute noch unterstreichen, sie passen nach wie vor perfekt“, betont Helga Hartmann. Von Beginn an organisierte sie die Ausstellungen, stellte Kontakte her und sammelte Erfahrungen in der Organisation. Sie schrieb die Reden für Veranstaltungen. In Wyk auf Föhr veranstaltete sie eine Vernissage. Beruflich war sie bei der Telekom für die Aus- und Weiterbildung am Computer zuständig, in einer Gruppe für die konzerneigene Software. Der Schritt zu Lesungen und Kleinkunstveranstaltungen war klein. "Ein vielseitiges Angebot um vom Alltag abschalten zu können möchten wir anbieten", bringt es Helga Hartmann auf den Punkt. „Auf ein Wort“ hat sie die Literaturreihe benannt, in der sich im KTP hiesige Autoren und Musiker präsentieren. Und Helga Hartmann beweist Gespür für den Geschmack des Publikums. 
Spontanität
Selten sind die Autoren persönlich dabei, denn teure Honorare kann der KTP nicht aufbringen und möchte es auch nicht. „Viele sagen, der Autor würde das vielleicht gar nicht so schön machen“, liest Helga Hartmann aus Reaktionen der Zuhörer ab. Bisher habe sie durchweg positive Erfahrungen erlebt. Bei der Auswahl der Werke ist sie dabei sehr spontan. Es findet sich auch nirgendwo ein längerfristiges Programm. Informationen erhalten Gäste und Interessierte einige Wochen zuvor direkt. Sich an Literaturzirkeln zu beteiligen sei nicht ihre Art. Eher liest sie etwas Faszinierendes und denkt, das ist für das nächste Mal genau richtig. Für eine kurze Einführungsrede zum Autor recherchiert sie dann vorab.
Die Literatur muss nicht das Neueste sein. Der Heinrich Harrer-Klassiker „Sieben Jahre Tibet“ war ebenso im Programm wie der Wander-Erlebnisbericht des Journalisten Uli Hauser „Geht doch“. Die Sprache fasziniere sie. „Ich liebe es, wenn Autoren mit den Worten spielen, man kann herrlich eintauchen.“ Ihrem Publikum merke sie an, wie gut es aufgenommen werde. Auf ein bestimmtes Genre ist Helga Hartmann nicht festgelegt. Nur Krimis lässt sie komplett raus. „Mord am Hellweg macht das so großartig.“
Für ihr Publikum greift sie gerne zu Reiseberichten. Mit Karl Hartmann ist sie selbst sehr viel gereist. Neben ihr lesen manche Autoren aber auch selbst vor. Etwa der Zahnarzt Reiner Günter aus Unna oder Manfred Krein, der mit „Staub von der Seele wandern“ seine Erlebnisse entlang des Jakobsweg schildert. Wichtig ist Helga Hartmann: „Die Literatur weist teilweise neue Wege, verlässt alte Pfade.“
Der Anteil an Musikveranstaltungen nimmt stetig zu. Mittlerweile nutzen kleinere Ensemble den KTP als Probenraum. Und treten dann auch gerne auf. Etwa das Duo „Die Zzwei“, aus Hans Vaupel (Cajon) und Jochen Preising (Gitarre). Der Fröndenberger Jochen Preising hielt im KTP auch Lesungen ab. Die Krimi-Autoren Raimon Weber und Bernd Schneider (Hagen) gaben sich ein Stelldichein. Kontakte zu Künstlern ergeben sich oft untereinander.
Revierkunst
Für Helga Hartmann ist der KTP nie ganz vollendet. Sie möchte weitere Künstler aus der Region präsentieren und eine Ausstellung mit Bildern von Karl Hartmann machen.  Als Ergänzung zum Portfolio des KTP kann sie sich Skulpturen, Fotografien und gemalte Revierkunst vorstellen.
"Grinding Work"
Die Werke von Karl Hartmann sind im Pumpenwärterhaus gegenwärtig, nicht nur an den Wänden. Zum Weltfriedensfest wurde ein großformatiges Bild der „Grinding Works“ in Fragmente im Format ca. 20x20 cm geteilt. Jedes hat Helga Hartmann mit einem eigenen Friedenstext versehen. Einige Fragmente sind auf Anfrage noch zu erwerben.
Auch damit lebt im KTP die Vergangenheit weiter. Weiterzumachen, darin haben Gäste Helga Hartmann bestärkt. Vornweg Gudrun und Peter Kracht. Dem Historiker Ortsvorsteher in Massen habe sie ihr Interesse an Sagen und Historischem zu verdanken. Die Mischung aus Literatur und Musik im KTP ist Helga Hartmann´s Herzenssache. Gäste bewirtet sie gerne mit Getränken und Imbiss. Die Ideen werden ihr nicht ausgehen. Etwa die Werke von Karl Hartmann einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen. „Das ist aber noch völlig offen.“

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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