Die demographische Entwicklung in Unna – das nicht Planbare planen

Zum vierten Mal organisierte die Stadt Unna am 1. März in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung und dem Forum Generationen Unna, gefördert von der Sparkassenstiftung einen Workshop zum demographischen Wandel und seinen kommunalen Risiken und Chancen. Teilnehmer waren Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Institutionen.

Seit dem ersten Workshop Ende 2011 hatten sich 5 Arbeitsgruppen zu den Themen Innenstadtentwicklung, Entwicklung der Ortsteile, Bildung, Arbeitsmarkt/Wirtschaft, und Gesundheit gebildet. Bei ihren Treffen erarbeiteten die Arbeitsgruppen konkrete Ideen, um als kommunale Gemeinschaft auf die zukünftigen Herausforderungen Einfluss nehmen zu können. Damit ist in Unna ein Prozess eingeleitet worden, der auch auf eine breite Beteiligung der Bürger setzt und der an diesem Tag fortgesetzt wurde.

Einführungsvortrag
Finanzielle Förderung erhält das Demographieprojekt in Unna vom Zukunftsfond der Generali Versicherung. Zum Auftakt der Veranstaltung verdeutlichte der Leiter des Fonds Loring Sittler die Dringlichkeit, sich mit den bevorstehenden Veränderungen rechtzeitig auseinander zu setzen. Mit den begonnenen Aktivitäten befände sich Unna auf dem richtigen Weg, es gelte jedoch die Bemühungen zu intensivieren.

Vor Jahren haben in Deutschland 3,8 Erwerbstätige einen Rentner finanziert heute sind es 1,8. Wenn bis 2030 die Zahl der Erwerbstätigen um 6,8, Millionen weiter sinkt hat das Auswirkungen, die auch in den Kommunen zu spüren sein werden. Loring Sittler betonte, dass der gesellschaftliche Wandel strukturelle Veränderungen notwendig mache. Ein durch „Versäulung“ gekennzeichnetes Gemeinwesen werde diesen Aufgaben nicht gerecht. Um die „Versäulung“ zu überwinden und um gemeinschaftlich agieren zu können, müssten auch neue Beteiligungs- und Kooperationsformen entstehen. In einer komplexen Situation mit zum Teil noch nicht absehbaren Einflussfaktoren wird es auch darauf ankommen vielfältige Perspektiven einzubinden. Dabei zunächst feststellbare Widersprüchlichkeiten müssen eher als Qualität denn als Hindernisse des Prozesses verstanden werden.

In Unna das nicht Planbare planen
Es stellt sich die Frage, wer die Verantwortung für eine kommunale Zukunft übernimmt, in der die heutigen Rahmenbedingungen teilweise nicht mehr greifen. Es reicht da nicht, allein auf Politik und Verwaltung zu schauen. Diese sollten sich jedoch darauf einstellen, dass ihre Planung immer häufiger von der Wirklichkeit überholt werden und dass es trotzdem entscheidend sein wird Planungsprozesse immer wieder anzustoßen. Es werden Prozesse sein, die ein höheres Maß an Flexibilität ermöglichen und die weniger für die Bürger, als mit den Bürgern entstehen. Alle Akteure auf kommunaler Ebene müssen neue Strategien einüben. Wer diese Entwicklung in Unna steuern und wer welche Rolle übernehmen kann ist im Moment noch nicht klar. Das Thema hat daher in der Öffentlichkeit noch nicht die ihm zustehende Bedeutung. Am 20. April sind alle Interessierten Bürger eingeladen, sich auf der Ehrenamtsbörse im Zentrum für Information und Bildung (ZIB) in Unna darüber zu informieren, in welcher Form eine Beteiligung am spannenden kommunalen Gestaltungsprojekt möglich ist.

Autor:

Klaus Koppenberg aus Unna

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