Neue Herausforderungen für die Feuerwehr

Die Zusammenarbeit wird bei "Großschadensereignissen" wie diesem Unfall auf der A44 ein immer wichtigeres Thema.
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  • Die Zusammenarbeit wird bei "Großschadensereignissen" wie diesem Unfall auf der A44 ein immer wichtigeres Thema.
  • Foto: Feuerwehr Unna
  • hochgeladen von Elke Böinghoff

Schon längst ist das Löschen von Bränden nicht mehr die einzige Aufgabe der Feuerwehr. „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ - so fassen sich heute die Aufgabengebiete der Feuerwehr zusammen. Obwohl die Aufgaben auch innerhalb dieser Bereiche immer umfangreicher werden, können sowohl die personelle als auch die finanzielle Ausstattung oft nicht mithalten.

Als Kreis mit insgesamt zehn Städten und Gemeinden verfügt Unna über eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. Gesteuert werden die über 2.000 freiwilligen und 52 hauptamtlichen Feuerwehrleute über die rund um die Uhr besetzte Hauptwache an der Bundesstraße1. Auch der Rettungsdienst der Feuerwehr für die Stadt Unna ist hier stationiert.
„Oberstes Schutzziel ist, dass in 80 Prozent aller Alarmierungen in acht Minuten neun Feuerwehrleute vor Ort sind“, erklärt Thomas Engelbert, Stadtbrandinspektor und stellvertretender Kreisbrandmeister. Für die Innenstädte oder dichtbesiedelte Gemeinden wie Massen stellt das kein Problem dar, „doch wir haben auch Bereiche, in denen das einfach nicht zu schaffen ist“, so Engelbert.

Das heißt natürlich nicht, dass, wenn es in Billmerich irgendwo brennt, die Feuerwehr nicht kommt. „Es sind nur eben nicht nach acht Minuten neun Feuerwehrmänner vor Ort, sondern vielleicht nur fünf oder sechs.“ Dafür gibt es in den Außenbereichen als „First Responder“ ausgebildete Feuerehrleute. „Sie können weiterreichende Aufgaben auch bei schweren Ereignissen übernehmen“, so der Brandinspektor.

Engagement nicht mehr so gern gesehen

Denn es wird auch für die freiwilligen Feuerwehrleute immer schwieriger, zu den Bränden zu kommen, wenn sie während ihrer Arbeitszeit alarmiert werden. „Die Arbeitgeber stehen dem ehrenamtlichen Engagement ihrer Angestellten nicht mehr so offen gegenüber“, musste Engelbert feststellen. „Daher alarmieren wir unsere Freiwilligen nur noch in wirklich dringenden Fällen. Feuerwehrtechnischen ‚Kleinkram‘, wie Ölspuren beseitigen, übernehmen unsere Hauptamtlichen“, erklärt Engelbert. Dabei hilft auch der neue digitale Feuerwehrfunk. „Damit können wir unsere Feuerwehrleute ausführliche Infos übermitteln. Dann können sie ihren Chefs gegenüber besser argumentieren“, so Engelbert.
Doch die Personaldecke wird dünner. „Da hilft selbst unsere gute Jugendarbeit nicht mehr, wenn die Chefs nicht mitziehen“, wirbt Engelbert um mehr Verständnis.

Mit Besorgnis blickt Thomas Engelbert in die Zukunft, wenn es um das Thema „Finanzlage“ geht. „Wir können die immer weniger werdenden freiwilligen Wehrleute nicht durch die Aufstockung unserer hauptamtlichen Kräfte ausgleichen, dafür ist kein Geld da“, erklärt der Brandmeister. Also müsste weiter in die Jugendarbeit investiert werden - doch es ist kein Geld da. „Außerdem stehen wir vor dem Problem, dass unser Fuhrpark überaltert.“
„Umso wichtiger wird für uns daher der vorbeugende Brandschutz“, erklärt Engelbert. Brandmelder in allen Wohnhäusern, Aufklärung und Information von Schülern, wie man Brände vermeidet und sich im Brandfall verhält - das sind die Strate­gien der Zukunft. Für „Kinkerlitzchen“ wie die Einrichtung einer Feuerwehr für Kinder – dafür hat Engelbert kein Verständnis.

Hilfe bei Stromausfällen sind wichtiges Thema

Doch die Feuerwehr muss sich in Zukunft auch mit einer Veränderung der Schadenslagen auseinandersetzen. „Stromausfalls-Szenarien sind für uns zum Beispiel ein ganz wichtiges Thema“, erklärt Engelbert. Beim großen Stromausfall im November 2012 in München konnte man gut sehen, welche fatalen Auswirkungen ein solches Ereignis haben kann, zumal wenn der Stromausfall länger andauert. „Krankenhäuser haben zwar eine Notstromversorgung, aber oft nur für zwei Stunden, dann muss evakuiert werden.“

Doch wie sollen die Feuerwehrleute informiert werden, wenn es keinen Strom gibt. Wie sollen die Fahrzeuge betankt werden? „Wir bereiten uns auf solche Fälle vor, es gibt entsprechende Weiterbildungen.“ Denn am Ende zählt nur eines: Auch in Zukunft werden die Feuerwehren in Unna die Bevölkerung vor Schaden bewahren. Das ist sicher!

Autor:

Elke Böinghoff aus Unna

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