Stadt Unna zieht vorläufige Corona-Bilanz

(v.l.) Heike Güse (Leiterin des Ordnungsamtes), Beigeordneter Dirk Wigant und Uwe Bergmeier, Leiter der Wache der Polizei Unna.
  • (v.l.) Heike Güse (Leiterin des Ordnungsamtes), Beigeordneter Dirk Wigant und Uwe Bergmeier, Leiter der Wache der Polizei Unna.
  • Foto: Kreisstadt Unna
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Die Ordnungspartnerschaft zwischen der Kreispolizeibehörde in Unna und der Kreisstadt Unna existiert bereits seit 2006 und wurde regelmäßig verlängert. Seit dem 1. Januar 2020 wurde diese Partnerschaft unbefristet ausgeweitet.

„Eine Ordnungspartnerschaft ist ein Netzwerk für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Da sind die Kreispolizeibehörde Unna und auch die Kreisstadt Unna in einer gemeinsamen Verantwortung“, sagt Wigant.Das Projekt Ordnungspartnerschaft sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt und Polizei vor, um die Furcht vor Kriminalität abzubauen und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. Das geschieht durch gemeinsame Streifengänge, vor allem in den Abendstunden.

Zu den weiteren Inhalten dieser Partnerschaft gehörendie Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung und der ob­jektiven Sicherheitslage an den Örtlichkeiten, an denen das Sicher­heitsgefühl empfindlich gestört ist. Außerdem die Intensivierung des Verständnisses zur gemeinsamen Aufgabenerledigung bei der Gefahrenab­wehr und der Gefahrenbeseitigung sowie die Minimierung der erkannten Gefahrenpotenziale im öffentlichen Lebensraum.

Unter Wahrung der jeweiligen örtlichen und sachlichen Zuständigkeiten sind in dieser Partnerschaft folgende Handlungsfelder definiert:Intensivierung des Informationsaustausches sowohl auf der Leitungs- als auch auf der Sachbearbeiterebene, gemeinsame Planung; Durchführung und Nachbereitung anlassbezogener Eins­ätze im Stadtgebiet; die sichtbare Präsenz der Kooperationspartner ist wesentlicher Bestandteil gemeinsamer Aktionen; die Bereitstellung von Ressourcen für gemeinsame Einsätze.

Auf der Grundlage eines gemeinsam erstellten Lagebildes sind folgende Kernmaß­nahmen bestimmt:
Erkennen von Brennpunkten und Erarbeitung von Problemlösungen; Anlassunabhängige gemeinsame und / oder separate Bestreifung des Stadtgebietes; Durchführung gemeinsamer Kontroll- und Identitätsfeststellungen aus besonderem Anlass in und an Örtlichkeiten, die eine latente Nähe zu Straftaten/ Ordnungswidrigkeiten bieten.

„Die positiven Reaktionen und die große Akzeptanz in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren haben uns überlegen lassen, die unbefristete Fortführung dieser Ordnungspartnerschaft zu prüfen und letztendlich zu beschließen“, sagt Beigeordneter Dirk Wigant.Besonders intensiviert wurde die Zusammenarbeit mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie, die das öffentliche Leben nicht nur in Unna seit März 2020 stillgelegt hatte. Die Absage des Benefizkonzertes der Bundeswehr am 11. März war der „erste Aufschlag“ und hat sich im Nachgang als die einzige richtige Maßnahme erwiesen.
„Die Aufgabe, vor die uns die Geißel Corona gestellt hat, ist viel zu gewaltig, als dass sie alleine gestemmt werden kann. Die Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Unna hat sehr gut funktioniert“, sagt Uwe Bergmeier, Wachleiter der Polizei Unna.

Auch die Mitarbeitenden des städtischen Ordnungsamtes arbeiten seit dieser Zeit fast rund um die Uhr. Neben dem rasant gestiegenen Aufkommen an vor allem telefonischer Beratung (rund 400 Gespräche pro Tag) von Bürgern, Geschäftsleuten und auch Vereinen, beriet das Ordnungsamt auch verwaltungsintern. Mit jeder Neufassung der CoronaSchutzVerordnung stieg der Beratungsbedarf.
Zu den weiteren Aufgaben gehörten die regelmäßigen Sitzungen des Krisenstabs, aber auch die Unterstützung bei der Einrichtung der Schleuse und der Telefonhotline.

„Die im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Unna geringe Zahl von Corona-Infizierten in der Stadt Unna lässt den Schluss zu, dass die durchgeführten Maßnahmen in ihrer Art und ihrem Umfang richtig waren. Hier gilt mein Dank vor allem den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, die sich im hohen Maße an die Regelungen der CoronaSchutzVerordnung gehalten haben“, sagt Unnas Beigeordneter Dirk Wigant. Insgesamt wurden 20 Ordnungswidrigkeiten und 18 Bußgelder verhängt.

Beginnend mit dem 23. März 2020 gingen die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes täglich Streife, zwei Schichten pro Tag (pro Schicht 2 Teams) in der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr. Zusätzlich gab es täglich den Einsatz der Kooperationsstreife (Zeiten nach Bedarf, üblich von 14 bis 20 Uhr.
Am Wochenende jeweils pro Schicht ein Team + Rufbereitschaft von insgesamt vier Leuten + Kooperationsstreife).
„Auch dort lief die Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde sehr effektiv und geräuschlos ab“, sagt Dirk Wigant. Nach wie vor fahren Polizei und Ordnungsamt einmal pro Woche gemeinsam Streife. „Die gemeinsamen Streifen mit dem Ordnungsamt der Kreisstadt Unna sollen weiterhin mit viel Fingerspitzengefühl und deeskalierender, aber bestimmter Kommunikation den Bürgern in Unna vermitteln, wie wichtig es ist, die Hygienebestimmungen zu beachten, um sich selber und andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen“, führt Uwe Bergmeier aus.

Zusätzlich hat das Ordnungsamt eine Person als Backoffice und Ansprechpartner für Polizei, Gesundheitsamt, Außendienst vorgehalten. Die sehr hohe Belastung der Mitarbeitenden des Ordnungsamtes wurde durch 12 Kollegen/innen aus anderen Bereichen der Verwaltung, z.B. Vollstreckungsaußendienst, Hausmeister, etwas abgefedert.

Erhöht wurde der Arbeitsaufwand durch die Lockerungen nach der CoronaSchutzVerordnung. Nicht nur die Einhaltung der Hygienekonzepte musste durch das Ordnungsamt kontrolliert, sondern auch der hohe Beratungsbedarf bewältigt werden.

Seit dem 1. Juni 2020 werden Kontrollen nur noch im regulären Dienst oder anlassbezogen durchgeführt.

Autor:

Verena Kobusch aus Unna

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