Aktion des ACE soll Verkehrssicherheit erhöhen
Goodbye, Elterntaxi!

Selbstständigkeit ist im Straßenverkehr unerlässlich - Auf dem Rücksitz des elterlichen PKW lernen die Kinder sie nicht.
  • Selbstständigkeit ist im Straßenverkehr unerlässlich - Auf dem Rücksitz des elterlichen PKW lernen die Kinder sie nicht.
  • Foto: ACE
  • hochgeladen von Ann-Christin Botzum

Viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten sowie riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen. Dabei bedenken Mütter und Väter, die ihre Kinder direkt vor das Klassenzimmer fahren, oft nicht, was sie ihrem Kind damit antun: Sie berauben es seiner Selbstständigkeit. Die ACE-Aktion „Goodbye Elterntaxi“ will aufklären, helfen und unterstützen. Ziel ist es, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig sicher unterwegs zu sein.

Ehrenamtliche des ACE-Kreises Hamm-Unna-Lippetal checkten deshalb vor der Schule am Friedrichsborn und der Grillo Schule in Unna den morgendlichen Bringverkehr. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, wie schlimm das ganze Ausmaß ist. Hier gingen allein 590 Kinder am Aktionstag zur Schule. Ein Großteil, nämlich über 24 Prozent der Kinder, die hier morgens zur Schule müssen, werden mit dem elterlichen Auto gebracht. Das heißt, allein zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr kreuzten 145 Pkw den Schulweg der Kinder. Für diejenigen, die zu Fuß unterwegs sind und für all jene, die aussteigen und hinter den hohen Autotüren nicht gesehen werden, bedeutet das eine enorme Unfallgefahr.

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer verhielten sich zudem alles andere als regelkonform. Fast 35 Prozent der Elterntaxis, die Kinder zur Schule kutschierten, hielten im Parkverbot oder in der zweiten Reihe.

„Schuld ist oftmals der morgendliche Stress der Eltern, übertriebene Fürsorge und manchmal auch Leichtsinn“, so Herbert Hillebrand, Vorsitzender des ACE-Kreises Hamm-Unna-Lippetal. „Aktuelle Zahlen zeigen, und zwar bundesweit, dass nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterreicht zurückzulegen“, so Herbert Hillebrand. „Nur so lernen sie, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, sie bauen Bewegungs- und Koordinationsdefizite ab und können dabei sogar Freundschaften schließen. Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraubt es wichtiger Erfahrungen, Trainingssituationen und letztendlich seinem Sicherheitsgefühl, den Schulweg zu meistern. Entfernungen abschätzen, Geschwindigkeiten einschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen – zunächst in Begleitung der Eltern – sollte morgens auf dem Weg zur Schule der erste Lehrstoff noch vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn sein“, appelliert Herbert Hillebrand an die Eltern in Unna.

Autor:

Ann-Christin Botzum aus Stadtspiegel Unna

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