Nix für Adrenalin-Junkies: Fabian Teusch über "Parkour"

Es gehört eine perfekte Körperbeherrschung dazu, um ein guter Parkour-Läufer zu sein: So überwindet Fabian Teusch einen Treppenabgang.
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  • Es gehört eine perfekte Körperbeherrschung dazu, um ein guter Parkour-Läufer zu sein: So überwindet Fabian Teusch einen Treppenabgang.
  • Foto: Thalis Weizmann
  • hochgeladen von Elke Böinghoff

„Ach, schon wieder so ein Trendsport, von dem morgen keiner mehr spricht“, mag vielleicht der ein oder andere denken, wenn er den Begriff „Parkour“ hört. Doch diese Fortbewegungsart, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers von A nach B zu kommen, ist viel mehr als das. Und für den Unnaer Urbanatix-Akteur Fabian Teusch ist es eine Lebenseinstellung.

Aber was ist Parkour eigentlich? Im Internet kursieren tausende Videos hüpfender, springender und saltischlagender Jugendlicher, die sich auf diese Art und Weise durch Städte oder die freie Natur bewegen. Dabei kann einem schon beim Hinsehen das Herz in die Hose rutschen – derart waghalsig sieht das Ganze aus. „Zu einem guten Parkour-Läufer gehört auf jeden Fall, dass er sich selber sehr gut einschätzen kann – und dass er seine eigene Angst respektiert“, erklärt Fabian Teusch. Also nichts für Adrenalin-Junkis, die auf einen schnellen Kick aus sind.

Der 19-Jährige betreibt den aus Frankreich kommenden Sport seit fünf Jahren. Und hat es damit auch auf die Bühne des Ruhr2010-Projekts „Urbanatix“ geschafft. Inzwischen war er mit seiner Gruppe bereits zum vierten Mal dabei, als in der Bochumer Jahrhunderthalle die insgesamt 14 Urbanatix-Vorstellungen über die Bühne gingen. Dabei waren die Parkour-Läufer in die Show aus internationaler Artistik und sogenannter „Street Art“ eingebunden. Die achtköpfige Truppe war sowohl im Hintergrund als auch in einem eigenen Parkour-Block zu sehen. „Dabei mussten wir uns an eine genaue Choreographie halten, freies Parkour dagegen ist eine Sache, die sich spontan entwickelt“, erklärt der Unnaer.

Ursprung im Vietnamkrieg

Seinen Ursprung hat Parkour in den 70er Jahren: Der Franzose und Vietnam-Veteran Benjamin Belle brachte seinem Sohn David bei, wie er sich im Dschungel schnellstmöglich fortbewegen konnte. David übertrug diese Form der Fortbewegung auf die städtische Umgebungen. „Dabei geht es um Schnelligkeit und Effizienz“, erkärt Fabian Teusch.

Zu dieser Effizienz gehört auch, dass man Gefahren minimiert: „Man muss sich selber genau kennenlernen und beherrschen, damit man sich nicht überschätzt und verletzt. Und: Die Angst ist ein wichtiges Hilfsmittel, denn sie zwingt dich zu einem ruhigen und überlegten Handeln“, weiß Fabian Teusch. Grundsätze, die er inzwischen auch als Trainer weitergibt – zum Beispiel an Soldaten der Bundeswehr.

Aber vor allem sieht Fabian Teusch, der inzwischen Erziehungswissenschaften studiert, in diesem „Trendsport“ eine gute Möglichkeit, um Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen Halt und Selbstvertrauen zu geben. „Parkour zeigt dir schnell deine Grenzen auf und belohnt dich, wenn du diese Grenzen erfolgreich überwindest.“

Privat ist Teusch vor allem in Dortmund oder Bochum als Parkour-Läufer unterwegs, „in Unna gibt es leider kaum Möglichkeiten“, bedauert er. Auch seien bisherige Versuche, Parkour als Sportart in Unna zu etablieren, gescheitert. Entsprechende Angebote stießen auf nur geringes Interesse. „Wirklich schade, denn Parkour bietet so viele Möglichkeiten ...“

Es gehört eine perfekte Körperbeherrschung dazu, um ein guter Parkour-Läufer zu sein: So überwindet Fabian Teusch einen Treppenabgang.
Fabian Teusch
Autor:

Elke Böinghoff aus Unna

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