Ein Haus für 5.000 Euro

Inge Moenikes und ihre Enkelin Lisette arbeiteten in den Armensiedlungen, in Brasilien und sind bewegt von den Schicksalen der Menschen.
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Unna. Einen sperrigen Backstein brachte Inge Moenikes von ihrem Aufenthalt in Brasilien mit nach Unna. „Diese Steine werden für den Hausbau in Leme verwendet“, berichtet Inge Moenikes. Familien aus ärmlich­sten Verhältnissen erhalten ein sicheres Dach über dem Kopf und damit wieder eine Lebensgrundlage und Perspektive.

Fünf Wochen war Inge Moenikes in Brasilien. In der 90.000-Einwohner Stadt Leme, drei Autostunden von Sao Paulo entfernt, besuchte sie ihre Enkelin Lisette, die nach dem Abi dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. Schließlich hatte sie es versprochen. Denn als die 76-Jährige im vergangenen Jahr in einem Kinderheim in Jerusalem arbeitete, war dort ihre Enkelin zu Besuch. Damals erzählte Lisette ihrer Großmutter von ihrem bevorstehenden Einsatz als Missionarin auf Zeit in Brasilien. „Dann kommst du mich auch besuchen“, lud die Enkelin ihre Oma ein. Gesagt, getan.
Inge Moenikes ist in den vergangenen Jahren viel in der Welt unterwegs gewesen. Fünfmal war sie auf dem Jakobsweg und besuchte Santiago de Compostela. Bereits für ihren Aufenthalt in Jerusalem hatte sie rund 10.000 Euro Spenden zur Unterstützung für das dortige Kinderheim gesammelt. „Jeder Cent ist bei den Kindern angekommen.“ Davon konnte sich Inge Moenikes überzeugen. „Das Geld für meine Flüge und das Porto für die anschließenden Dankesschreiben an die Spender habe ich selbst bezahlt.“

Mit Geld helfen

Als Inge Moenikes von Enkelin Lisette von den ärmlichen Verhältnissen erfuhr, unter denen die Menschen in Brasilien leben, stand für sie fest: Sie wollte auch für diese Menschen Geld sammeln und es persönlich abgeben. „Ich konnte doch nicht mit leeren Händen nach Brasilien fliegen“, sagte sich die engagierte Unnaerin.
Das Honorar für ihre Vorträge über ihre Pilgerreisen auf dem Jakobsweg spendete sie für Brasilien. Bei jeder Gelegenheit berichtete sie vom Hunger, von der Armut und von einem Bauprojekt in Leme, das Hoffnung für viele ist, und rief zu Spenden auf. Innerhalb von wenigen Wochen kamen so 8.000 Euro zusammen.
Von Enkelin Lisette hatte Inge Moenikes erfahrern, dass im Rahmen eines Hilfsprojektes in Leme Häuser mit Strom und Wasser im Rohbau errichtet werden, die dann den Familien zur Verfügung gestellt werden. Für 5.000 Euro kann ein solches Haus errichtet werden. „Viele Familien in Leme leben in provisorischen Unterkünften mit kaputten Dächern und Schimmel“, schildert die Enkelin die Situation in den „Favelas“, den Armenviertel, von Leme. Oft sind Familien mit acht Personen auf engstem Raum untergebracht. Ordensschwestern, wie die 86-jährige Schwester Ludwigis, kümmern sich um die Menschen, verteilen Lebensmittel und sorgen dafür, dass die Kinder eine Schule besuchen können und Männer Frauen ausgebildet werden. Außerdem helfen sie beim Bau der Häuser.
Mit 8.000 Euro Spendengelder im Gepäck machte sich Inge Moenikes vor Weihnachten auf nach Leme. Das Geld ermöglichte den Bau eines Hauses für eine Familie und den Kauf von Lebensmitteln. In den fünf Wochen ihres Aufenthaltes erlebte die Unnaerin, wie sehr das Geld helfen kann. „Jede Summe ist hier willkommen“, weiß sie aus eigener Erfahrung.
Mit dem roten Stein von der Baustelle in Leme will sie nun in Unna für das nächste Haus in Leme sammeln. Denn eines steht für sie fest: Im Laufe dieses Jahres wird sie nochmals nach Brasilien reisen. Und dann will sie das Geld für mindestens ein weiteres Haus für die Ärmsten mitnehmen...

Autor:

Jörg Stengl aus Unna

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