„Unser Revier – jetzt für morgen! Das soziale Quartier in Unna“

(v.l.): Stefanie Rogg (Kreativ.Quartiere Ruhr), Hartmut Ganzke MdL, Sarah Philipp MdL, Eva Ellereit (Friedrich-Ebert-Stiftung), Beigeordneter Uwe Kutter, Projektleiter Marco Eissing
  • (v.l.): Stefanie Rogg (Kreativ.Quartiere Ruhr), Hartmut Ganzke MdL, Sarah Philipp MdL, Eva Ellereit (Friedrich-Ebert-Stiftung), Beigeordneter Uwe Kutter, Projektleiter Marco Eissing
  • Foto: Julian Koch
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Mehr als 100 Gäste trafen sich im vollbesetzten Forum der Stadthalle Unna, um über das Soziale Quartier vor Ort und im Ruhrgebiet zu diskutieren. Über das Leben und die Gestaltung der Quartiere in Unna sprachen auf dem Podium die bau- und wohnungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sarah Philipp, der Beigeordnete für Soziales der Kreisstadt Unna, Uwe Kutter, der Projektleiter des Quartiersmanagements „Unna Königsborn Süd-Ost“, Marco Eissing, und die Projektleiterin der Kreativ.Quartiere Ruhr, Stefanie Rogg. Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahm der Unnaer Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke.

Mit ihrem kurzen Impulsreferat zu Beginn veranschaulichte Stefanie Rogg anhand vieler Beispiele die kreative Neunutzung von Vierteln durch die Schaffung „urbaner Kultur“. Im Zentrum von Stadtteil- und Städtebauförderung stehen die Menschen: „Mit dem Quartiersansatz fördern wir nicht nur Beton, sondern Köpfe und Begegnung, sozusagen die Heimat vor der Haustür“, veranschaulichte Sarah Philipp die Ziele der Landesförderungen. Dafür nimmt die Landesregierung auch Geld in die Hand, und zwar alleine in diesem Jahr 402 Millionen Euro.

Anhand des Quartiersprojekts „Unna Königsborn Süd-Ost“, das auf dem früheren Projekt „Zukunft Berliner Allee“ aufbaut, hatten Uwe Kutter und Marco Eissing viele Praxisbeispiele parat. Beide hoben die Bedeutung der Integrierten Handlungskonzepte (IHK) als Projekt-Richtschnur für die Arbeit vor Ort hervor und machten dabei auf die wichtige Arbeit des Quartiersbüros im Stadtteil aufmerksam.

Da haben Menschen einen zentralen Anlaufpunkt. Es geht dabei um die kleinen Themen, um Menschen im Alltag zu unterstützen. Und es werden nicht nur neue Strukturen geschaffen: Die Projekte knüpfen an vorhandene Netzwerke und Arbeit an, führen sie fort und tragen so zu nachhaltiger Quartiersarbeit bei.

Diskussion mit dem Publikum

In der folgenden Diskussion mit den Publikumsgästen wurde der Quartiersansatz in weiteren Facetten beleuchtet. Teilnehmer betonten, Chancen im Bereich Wohnen müssten im ganzen Ruhrgebiet genutzt werden, beispielsweise mit flexibler und kostengünstiger Modularbauweise. Sarah Philipp erklärte, dass es bereits Modellprojekte gibt, um die günstigen Mieten im Ruhrgebiet als Chance für die gesamte Region wahrzunehmen.

Die Universitäten lockten bereits viele junge Menschen an, durch attraktive und bezahlbare Quartiere mit einer guten Durchmischung wird ein langfristiges Niederlassen in den Ruhrgebietsstädten auch für diese gut ausgebildeten Menschen attraktiv. Kritische Töne der Praktiker aus dem Publikum bezogen sich auf die komplizierten und oft mühsamen Förderanträge. Für die verschiedensten Förderprogramme sind unterschiedliche Ministerien zuständig. Das bindet viel Personal. Nach den Projektzeiträumen von vier bis fünf Jahren muss eine Anschlussfinanzierung sichergestellt werden, damit Quartiere nicht wieder „zurückfallen“. „Bei der Vielzahl an Förderanträgen sind wir durchaus selbstkritisch“, so Sarah Philipp.

Günstiger Wohnraum

Abschließend wurde über die Schaffung günstigen Wohnraums diskutiert. „Das muss Aufgabe einer sozialdemokratischen Politik sein. Darum haben wir die Gelder für den Sozialen Wohnungsbau auf über eine Milliarde Euro jährlich erhöht“, so das gemeinsame Statement von Sarah Philipp und Hartmut Ganzke.

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