ADFC Unna hat die Drahtesel 2020 verliehen

Da der Drahteselmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, fand die Ehrung wie in den ersten Jahren wieder vor der ADFC-Geschäftsstelle im Umweltladen des Rathauses statt: (v.l.) Astrid Holzbeck, Gaby Jöhnk, Hermann Strahl, Joseph Bunten.
  • Da der Drahteselmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, fand die Ehrung wie in den ersten Jahren wieder vor der ADFC-Geschäftsstelle im Umweltladen des Rathauses statt: (v.l.) Astrid Holzbeck, Gaby Jöhnk, Hermann Strahl, Joseph Bunten.
  • Foto: ADFC
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Seit 1993 verleiht Unnas ADFC die Drahtesel des Jahres. In diesem Jahr werden zwei führende Menschen geehrt. Der eine lenkt eine High-Tec-Firma, die andere ist Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates Unna-Fröndenberg-Holzwickede.

Freudvolle Schöpfungwahrerin: Astrid Holzbeck 
Ihr Leben war immer schon gerädert. Mit dem Rad zur Schule und in bewegte Jugendfreizeiten. Radeln war für die kleine und die ausgewachsene Astrid immer positiv besetzt: „Frische Luft, Bewegung, in der Stadt schneller als im Auto mit Parkplatzsuche, man sieht mehr, auch mehr nette Bekannte. Da kann man schnell anhalten und quatschen. Und man riecht die wechselnde Düfte der Natur – natürlich auch Dieselauspuff und Gülle. Aber die treiben sportlich an und raus in Unnas umgebende vielfältige Natur“. Astrid Holzbeck besitzt einen Autoführerschein, aber nutzt ihn kaum. Die vielfach engagierte Christin strampelt sich privat und mit ihrer Gemeinde mit dem Auftrag ab: „Schöpfung bewahren – Fahrradfahren!“. Ein Team um Astrid Holzbeck radelt regelmäßig von Unna aus zu Katholikentagen. Mannheim, Regensburg, Leipzig wurden angeradelt, im nächsten Jahr steht Frankfurt als Ziel fest. In der Gemeinde begann das geräderte Gemeindeleben 2019 mit der Gruppe „Firmlinge fahren Fahrrad“, die Kirchen und Kapellen im Raum Unna-Fröndenberg-Holzwickede anradelte und dabei über Glaubensfragen sprach. Die Wallfahrt alle zwei Jahre nach Werl hat neben Bus- und Fußgruppe immer ein bis zwei Fahrradgruppen.
Beim Stadtradeln ist Astrid Holzbeck Erfolgschefin des Serien-Vizemeister-Teams „Katharina tritt in die Pedale“. Katharinenhospital, Ruhestandspfarrer, Kindergärtnerinnen, einfache Gemeindemitglieder fahren mit dem grünen Lenkerbändchen für die Botschaft: „Ich will die Schöpfung retten und habe Freude dabei zusammen mit vielen. Ich entdecke dabei neue schöne Seiten Unnas und überraschende Muskelpartien!“ 

Weltklima und Betriebsklima verbessern: Joseph Bunten
Joseph Bunten führt mit seiner Frau Renate seit Jahren das wachsende IT-Unternehmen Kommunix mit inzwischen 40 Mitarbeiter*innen in der stilvoll-umgebauten alten Harkortschule, der Erweiterungsbau ist ausgeschachtet. Für den auch sozial-engagierten Unternehmer ist betriebliches Gesundheits-Management nicht nur ein Kostenfaktor. „Bei uns wird viel gesessen, da tut jede Bewegung gut. Radfahren belebt aber unser Betriebsklima immer vielfältiger.“ Der selbst begeisterte Radfahrer finanziert Mitarbeiter*innen E-Bikes bis zu 3.000 Euro. Sie dürfen selbst das passende Rad auszusuchen und auf Firmenkosten erwerben. 16 haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, vier fahren fast täglich mit eigenem Rad zur Arbeit. „Diese besonders ökologischen Kollegen bekommen natürlich ein neues Rad auf Kosten des Hauses, wenn sie es dann brauchen!“ Joseph Bunten kann viele schöne Geschichten aus ihrem fahrradfreundlichen Betrieb erzählen. An Wochenenden werden auch schon einmal Räder gegenseitig ausgeliehen, damit ganze Familien ins Sauerland starten können. „Schade, dass in diesem Jahr das Stadtradeln ausfällt, da strampelt das Kommunix-Team jedes Jahr Kilometer zusammen.“ Die weitesten Arbeitswege radeln Mitarbeitende von Dorstfeld und Iserlohn. Und für die Verfügungstellung des E-Bikes müssen 100 Wege zur Arbeit im Jahr geradelt werden, das ist die knappe Hälfte, aber fast alle fahren deutlich mehr.

Komplizierte Leasing-System-Mitarbeiter-Räder sind nicht das Ding der schnell entscheidenden Unternehmer. „Natürlich wirkt sich die Aktion positiv auf Betriebsklima und Krankenstand aus. Und wer durch das Radeln zur Arbeit das Zweitauto einsparen kann, stärkt sicher das Familienglück.“ Mit geringem Aufwand viel erreichen. Dieses ökonomische Prinzip stimmt beim Fahrradfahren an sich, und mit der fahrradfreundlichen Aktion auch für das Unternehmen. Joseph Bunten würde sich freuen, wenn andere Unternehmen diesen dynamischen Radweg nachfahren würden. „Sauberere Luft auf der Friedrich-Ebert-Straße wäre ja nochmal ein Gewinn für unser Betriebsklima…!“

Autor:

Verena Kobusch aus Unna

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