Was kann der Bürger tun? - Bewusste Sortierung ist aktiver Umweltschutz
Restmülltonne ist das "Sorgenkind" der Abfallentsorgung

Zufrieden ist die GWA im Kreis Unna mit der Sammlung von Altpapier, obgleich immer noch rund 100 Tsd. Euro an Nutzungswert in anderen Gefäßen, wie der Restmülltonne landen.
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  • Zufrieden ist die GWA im Kreis Unna mit der Sammlung von Altpapier, obgleich immer noch rund 100 Tsd. Euro an Nutzungswert in anderen Gefäßen, wie der Restmülltonne landen.
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Bei Brotrest, Milchtüte, Weinflasche und Karton ist die Wahl des Müllgefäßes klar und eindeutig. Im Alltag fragen sich aber viele Bürger, wohin mit Misch-Verpackungen aus Kunststoff und Pappe oder darf ich direkt in den Restmüll entsorgen, wenn die Biotonne randvoll ist. Jeder möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten, die Abfallentsorgung im Kreis Unna (GWA) bietet die Möglichkeiten, den Müll nach heutigem Stand auch nachhaltig zu nutzen.

Immer mehr Bürger machen sich Gedanken darüber, wie sie noch mehr dazu beitragen können, das ihr Abfall möglichst ökologisch und nachhaltig genutzt werden kann. In einem Punkte läuft es richtig gut: „Beim Altpapier sind sowohl Quote als auch Sortenreinheit auf sehr hohem Niveau“, berichtet GWA-Pressesprecher Andreas Hellmich. Die Umstellung auf die individuelle Papiertonne sei problemlos verlaufen. Überlaufende Sammelcontainer gehören im Kreis Unna der Vergangenheit an. Aber auch hier geht noch etwas, denn Papier und Karton im Wert von rund 100 Tsd. Euro landen immer noch in der Restmülltonne. Hier sei die Trennung von Verbundverpackungen oft mühselig, aber lohnend. Denn die „Nicht-Verwertung“ dieses Rohstoffs kostet den Bürger rund 100 Euro je Tonne.

Biotonne mit Startproblemen

Sorgen hingegen bereitet den Abfallverwertern die Biotonne, in der nicht nur kompostierbares Material entsorgt wird. Denn besonders bei dieser Abfallart, die fast 40 Prozent des Gewichts der Hausabfälle ausmacht, ist die „Reinheit“ wichtig. Die GWA kämpft hier mit dem unerlaubten Einwurf von Tierfäkalien und Haltungsabfällen wie Kaninchen- oder Katzenstreu. „Fäkalien sind generell verboten“, so Andreas Hellmich. Belastungen mit krankheitserregenden Keimen und Medikamentenrückstände sind die Hauptgründe. Durch die spätere Kompostierung gelangen diese Stoffe in den Natur- und somit Trinkwasserhaushalt aller Bürger. Auch Hundekot in Beuteln steht auf der Sorgenliste der Entsorgungsexperten ganz oben. „Die Tüten verrotten nicht alle und auch nicht so rückstandslos wie viele glauben.“ Daher haben sie auch nichts im Gebüsch entlang des Spazierwegs zu suchen. Die „gefüllten Beutel“ gehören in die eigene Reststofftonne oder öffentlichen Müllkorb. Die Entfernung arglos weggeworfener Beutel aus Gebüschstreifen zähle auch nicht zu den „Lieblingsaufgaben“ der Reinigungskräfte. Bei der Entsorgung sollte jeder darauf achten, auf zusätzliches Papier oder Plastiktüten zu verzichten. In die Biotonne darf ausschließ0lich organischer Abfall entsorgt werden.
„Ökologisch und ökonomisch ist das sonst nicht vertretbar“, so Hellmich. Tipp: Die private Biomülltonne sollte durch die Eigenkompostierung ergänzt werden. Was eine Mindestgrundstückstückgröße voraussetzt. Bei 200 Quadratmeter Fläche einschließlich Haus bleibt nicht mehr viel Fläche, es kommt zur Überdüngung. Bereits das kleinste Biomüllgefäß hilft, das Problem zu lösen. Wie sinnvolle Lösungen aussehen erklärt die GWA am Beratungstelefon.
Ökostrom
Wer seinen Bioabfall sortenrein entsorgt darf von einer sinnvollen Nutzung ausgehen. In einer Vergärungsanlage in Lünen wird er seit einem Jahr zum wesentlichen Teil direkt zur Stromerzeugung genutzt. Wer als Endverbraucher also Ökostrom gebucht hat, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Licht und Herd damit gespeist werden, wenn auch über Umwege.
Die Sparte Bioabfall würde die GWA gerne dafür ausbauen, auch in Nachbarstädten wie Fröndenberg. „Aber das Aufkommen ist noch nicht hoch genug“, erklärt Andreas Hellmich.

Problemfall „Reststofftonne“

Mit 60 Prozent bildet der Restmüll die größte Fraktion. Konkret etwas für den Umweltschutz setzt derjenige um, der genau darauf achtet, was er einwirft. „Hier ist Potenzial vorhanden“, so Hellmich. In den 55 Tsd. Tonnen Restmüll im Kreis Unna befinden sich noch zu viele nutzbare Wertstoffe. Kaum zu glauben: Mindestens ein Viertel des Inhaltes der Reststofftonnen sind wertvoller Bioabfall. Die GWA errechnete einige tausend Tonnen pro Jahr. Da Restmüll zum wesentlichen Teil zur Zuführung von Energie entsorgt wird, liegen die Kosten von rund 100 Euro je Tonne höher als bei der Vergärung. Was die Entsorgungskosten für die Bürger erhöht. „Und das Material wird dem Umwelt- und Stoffkreislauf entzogen. Geballt trete das Problem Bioabfall im Restmüll bei Haushalten auf, die zur Eigenkompostierung optiert haben. Küchenabfälle wandern noch zu oft in den Restmüll. Anlagen sind hier mit einer kleinteiligen Sortierung überfordert, der größte Teil wird daher thermisch verwertet und damit dem Stoffkreislauf komplett entzogen bzw. taucht im Gegenteil noch als Schadstoff in der Luft wieder auf.

Wertstofftonne

Mehr Entsorgungsmöglichkeiten als der „Gelbe Sack“ bietet heute die Wertstofftonne. Bürger sollten es nutzen, hier auch Kleinteile wie Nägel, Metalltöpfe- und Eimer etc. zu entsorgen. „Die Metalle werden verwertet und bleiben im Stoffkreislauf“, so Andreas Hellmich. Der Anteil ist gegenüber der Vergangenheit gestiegen. Beim Plastikmüll kann „König Kunde“ beim Kauf aktiv mitwirken. „Zu hellen Plastikflaschen greifen“, empfiehlt Andreas Hellmich. Grund: Bei Kunststoffen ist die Verwertung ein schwieriges Thema. Leider werde nicht 1:1 genutzt, wie beim Altglas. Eine Qualitätverminderung sei bei Kunststoffen unumgänglich. Verzicht auf Tüten istz ein Schritt. Und auch dunkle Gebinde für Putz- oder Duschmittel sind sehr problematisch. „Die können nicht aussortiert werden.“ Die Flaschen landen im Restmüll und damit in der Verbrennung. Hingegen bei Tetrapacks wie Milch- und Safttüten ist die Verwertung relativ gut, obwohl hier mehrere Schichten aus Papier, Alu und Kunststoff vorhanden sind.
Was nicht als Rohstoff für Recycling geeignet ist wird zu Ersatzbrennstoff verwertet. Sie ersetzen sog. Primärbrennstoffe wie Kohle und Öl. Ersatzbrennstoffe können in Kraftwerksanlagen eingesetzt werden und bilden, so die GWA, einen Entlastungseffekt für die Umwelt.

Fazit:

Jeder leistet einen Beitrag zum Umweltschutz, wenn er Verbundverpackungen vermeidet oder darauf achtet, dass unterschiedliche Sorten nur locker verklebt und damit gut trennbar sind. Das Wichtigste ist aber die konsequente Nutzung des Entsorgungsangebotes im Kreis Unna. Im Zweifelsfalle sollte die Größe der Müllgefäße dem Haushaltsbedarf angepasst werden. Oberstes Ziel der GWA ist die stoffliche Verwertung. „Aber das passiert nicht von einem Tag auf den anderen“, so Sprecher Andreas Hellmich. Mit der Einhaltung einer guten Sortierqualität trage der Bürger seinen Teil bei und erspart sich höhere Entsorgungskosten. In allen Fragen der Abfallentsorgung steht das Beratungstelefon der GWA zur Verfügung unter: 0800 4001400

Zufrieden ist die GWA im Kreis Unna mit der Sammlung von Altpapier, obgleich immer noch rund 100 Tsd. Euro an Nutzungswert in anderen Gefäßen, wie der Restmülltonne landen.
Bioabfälle aus dem Kreis Unna werden etwa in dieser Vergärungsanlage zur Stromerzeugung genutzt.
Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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