Olympische Spiele London: Radrennfahrerin Charlotte Becker und ihr Fazit „Es war so laut – einfach der Wahnsinn“

RSV-Radsportlerin Charlotte Becker ist zurück aus London. | Foto: Specialised Lululemon
  • RSV-Radsportlerin Charlotte Becker ist zurück aus London.
  • Foto: Specialised Lululemon
  • hochgeladen von Elke Böinghoff

Auch wenn am Ende die ganz großen sportlichen Erfolge fehlten – Charlotte Becker, Radsportlerin vom RSV Unna, wird die Olympischen Spiele 2012 in London immer in Erinnerung behalten. „Ich habe noch nie so viel Begeisterung für unseren Sport erlebt wie dort“, erzählt sie uns.

Gleich beim Straßenrennen am zweiten Tag der Olympischen Spiele war sie überwältigt von der großen Begeisterung seitens der Bevölkerung. „Auf der ganzen Strecke gab es wohl nicht eine Stelle, wo nicht jemand stand, der uns anfeuerte“, erinnert sich Becker, „und dabei hat es die ganze Zeit geregnet!“ Und: „Die Leute schrien und brüllten, wenn wir an ihnen vorbeifuhren, es war so laut – einfach der Wahnsinn!“

Die anderen profitierten von den Deutschen

Und derart beflügelte stemmte sich das deutsche Team in die Pedale: „Wir haben quasi für das Feld gearbeitet, die am Ende siegreichen Fahrerinnen hatten doch letztendlich alle von unserer Vorarbeit profitiert“, ärgert sich „Lotte“ ein wenig über die Mitnahmementalität der anderen Sportlerinnen. Besonders ärgerlich: Am Ende fehlte ein richtiger Feldspurt, „wenn es den gegeben hätte, dann hätte Ina Teutenberg in die Medaillenränge fahren können“, ist sich Becker sicher. So gab es am Ende einenen undankbaren vierten Platz für die teambeste Sprinterin. „Aber wir haben alles gegeben, und deshalb sind wir auch zufrieden mit diesem Ergebnis“, so die RSVlerin. Das sie selbst „nur“ 42. wurde, hat sie gar nicht realisiert. „Das Endergebnis war für mich auch völlige Nebensache, Ina sollte so weit vorne wie möglich platziert werden, und das ist uns gelungen“, zeigt „Lotte“ echten Teamgeist.

In der Weltelite angekommen

In der Mannschaftsverfolgung startete Charlotte Becker im Londoner Velodrom. Und auch hier erlebten die Radsportler riesige Begeisterung. „Klar, es waren auch deutsche Fans da, aber das Publikum bestand doch überwiegend aus Briten, die ordentlich für Stimmung sorgten“, erinnert sich Becker. Nach der gelungenen Qualifikation für das Finale wollte die Mannschaft unter die ersten sechs fahren, „das war unser Ziel.“ Doch obwohl das Team gleich zwei Mal den deutschen Rekord verbesserte, reichte es nur für den achten und damit letzten Platz. „Aber man muss das ganze positiv sehen“, erklärt Lotte Becker, „damit gehören wir zu den besten acht Mannschaften der Welt – und das ist doch wohl auch gut!“ Das deutsche Team: angekommen in der Weltelite!

Überall nur Trainingsanzüge

Neben der großen Begeisterung der Briten für ihre Spiele wird Charlotte Becker auch das Olympische Dorf in Erinnerung behalten. „So eine abgeschlossene Sportlerwelt kann man nur bei Olympia erleben. Überall Leute, die den ganzen Tag in Trainingsanzügen herumlaufen – und keinen stört‘s“, lacht sie.

Und weiter geht's

Und wie geht’s nun weiter mit Charlotte Becker? Eine Pause jedenfalls oder gar Urlaub gönnt sich die Athletin nicht. Zwar genoss sie zwei trainingsfreie Tage in London, in denen sie die Stadt erkundete, doch nun, wieder zurück in Deutschland, hat sich Becker direkt in den Sattel geschwungen. Schließlich steht die Weltmeisterschaft vor der Tür. Und hier will sie zeigen, dass ihr der Platz in der Weltelite auch zusteht.
Wir wünschen Charlotte Becker auch weiterhin alles Gute und noch viele Siege!

Autor:

Elke Böinghoff aus Unna

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.