„Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl!“

Dr. Peter Egen fällt der Abschied vom Schlossförderverein nicht schwer. Er wird ihm weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.
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Dr. Peter Egen verabschiedet sich vom Vorsitz des Schlossfördervereins

Nach 15 Jahren intensiver und erfolgreicher Arbeit an der Spitze des Vereins der Freunde und Förderer des Kulturensembles Schloss Hardenberg, trennt sich Dr. Peter Egen von seinem Amt als erster Vorsitzender des Vereins und übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger.

Nein, schwer sei ihm die Amtsübergabe nicht gefallen, versichert Peter Egen. Und das glaubt man dem 81-jährigen Diplom-Kaufmann aufs Wort. Zufrieden sitzt er auf seiner Terrasse umgeben von einem Meer aus blühenden Rosen. Er erzählt von seinen Enkeln Carolin, Philip und Jana, mit denen er sehr gerne seine Zeit verbringt, seiner Frau und seinen drei Töchtern, von Reisen und kulturellen Interessen. An Zukunftsplänen fehlt es dem Nevigeser nicht. „Natürlich hat es bei meiner Verabschiedung den einen oder anderen emotionalen Moment gegeben.15 Jahre Vorstandsarbeit, da gibt es viele treue Wegbegleiter und natürlich viele tolle Erinnerungen“, so der Mitbegründer des Schlossfördervereins. Doch der Blick in die Zukunft ist bei Peter Egen nicht von Sorge getragen, weder privat noch in Bezug auf den Verein. „Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl. Mit meinem Nachfolger Herwart Brill und allen anderen Vorstandsmitgliedern liegen die Geschicke des Fördervereins in guten, stabilen Händen.“ Für ihn war es wichtig, sich im richtigen Augenblick von seinem Amt zu trennen – „solange man die Dinge noch gut beurteilen kann“. Dieser Zeitpunkt würde leider bei Ehrenämtlern, wie auch in der Politik nur allzu oft verpasst.

Der Verein steht auf soliden Beinen

„Das Rad muss nun nicht neu erfunden werden. Große Veränderungen sind nicht nötig. Der Verein steht auf soliden Beinen und wichtige Dinge sind auf den Weg gebracht“, so der gebürtige Wuppertaler. „Doch neue Ideen sind wichtig. Die kontroverse, offene und lebendige Diskussion war mir immer wichtig, sowohl nach Innen, wie auch nach Außen.“
Ein „leichter“ Vorsitzender sei er nie gewesen. Doch er blicke gern zurück auf die vergangenen 15 Jahre und das Erreichte. Wenngleich ein gewisser Kampfgeist oft gefragt gewesen wäre. „Mit einer Stadtverwaltung ergebnisorientiert zusammenzuarbeiten, stellt schon rein zeitlich eine große Herausforderung dar. Dabei spielt Egen besonders auf die Sanierungsarbeiten von Herrenhaus und Kasematten und das damit verbundene Nutzungskonzept an. „Im Oktober 2003 wurde das Herrenhaus wegen Einsturzgefahr geschlossen. Damals wurde in Aussicht gestellt, es in sieben Jahren wiederzueröffnen“, erinnert sich der gebürtige Wuppertaler. Nach der Sicherung der Bausubstanz des Hauptgebäudes standen nur noch 1,3 Millionen Euro zur weiteren Verfügung. Diese Summe reichte längst nicht, um das Herrenhaus vollständig zu sanieren.“ Glücklich mache ihn noch heute die damalige Entscheidung der Stadt, die Sanierung des Herrenhauses zu verschieben und stattdessen die mittelalterliche Wehranlage zu retten. „Damals habe ich den Kontakt zu Dr. Joachim Zeune hergestellt.“ Der angesehene Archäologe attestierte der Wehranlage Einmaligkeit – „ein Juwel, das es im deutschsprachigen Raum kein zweites Mal gibt.“ Für Egen, war das damals eine echte Genugtuung. An dieser Stelle betont er noch einmal, wie dankbar er noch heute dem ehemaligen Landtagsabgeordneten Volker Münchow sei, der beim Bund im Jahr 2016 eine Zusage über 4,2 Millionen Euro an Fördergeldern zur Schlosssanierung generierte. Das sind 50 Prozent der Baukosten. Die andere Hälfte trägt die Stadt.

Nutzungskonzept muss Ende des Jahres stehen

Der Wermutstropfen hierbei sei allerdings: „Die bewilligten Haushaltsgelder des Bundestages stehen nur noch bis Ende diesen Jahres gesichert zur Verfügung. Da habe ich beim Haushaltsausschuss schlau gemacht.“ Die Zeit drängt also. Doch bislang sei das Gremium aus Mitgliedern der Velberter Verwaltung, des Fördervereins und den Vertretern der Politik noch nicht zu einer Entscheidung über ein Nutzungskonzept gekommen. „Ich hoffe und setze auf die Unterstützung unseres Bürgermeisters. Bis Ende des Jahres muss das Konzept stehen.“
Aber auch sonst hat der Schlossförderverein in den vergangenen Jahren viel erreicht. Ein Kinderspielplatz sorgt inzwischen für ein stetes, buntes Treiben rund um das Schloss. Bänke wurden aufgestellt, Lampen errichtet, der Schlossteich wird gehegt und gepflegt, Entenhäuser gebaut, Wasserpflanzen gesetzt und vieles mehr. Und auch die Termine im Jahreskalender des Vereins können sich sehen lassen. Ob Jazzkonzerte, das Narzissenfest oder die Unterstützung der Aktion „Theater für jedes Kind“ – viele dieser Projekte machen das Schlossensemble inzwischen zu dem Ort, den sich der Förderverein und sein ehemaliger Vorsitzender wünschen: „Wir möchten das Menschen zum Schloss kommen und das Schloss nicht in Vergessenheit gerät.“

Dr. Peter Egen fällt der Abschied vom Schlossförderverein nicht schwer. Er wird ihm weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Dr. Peter Egen sichtet die Aktenordner der vergangenen 15 Jahre: Die Amtsübergabe wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

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