„Noch sind alle gesund…!“
Sechs Monate „Corona" haben das Leben im Kinderheim Mary Ward geprägt – eine Bestandsaufnahme

Mary-Ward-Einrichtungsleiter Peter Huyeng bedankt sich bei seinen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Monate.
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  • Mary-Ward-Einrichtungsleiter Peter Huyeng bedankt sich bei seinen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Monate.
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„Noch sind alle gesund.“ Mit diesen ersten Worten drückt der Einrichtungsleiter der Jugendhilfeeinrichtung Mary Ward, Peter Huyeng, gleich zwei Dinge aus: Dankbarkeit und Sorge. Rund 100 Kinder-und Jugendliche und 130 Mitarbeiter mussten in den vergangenen Monaten viele Herausforderungen der Corona-Zeit meistern. Bisher ist das in dem Kinderheim am Bökenbusch gut gelungen.

Dankbar ist Peter Huyeng vor allen Dingen seinen Mitarbeitern. „Mit viel Engagement, Flexibilität und Einfühlvermögen haben hier alle gemeinsam die Probleme, die diese schwierige Zeit mit sich brachte gelöst.“ Dabei habe sich noch einmal bestätigt, dass die Menschen hier ihre Arbeit als Berufung sehen. Und weiter erläutert Huyeng: „Gerade in der Zeit des Lockdowns mussten die Dienstpläne umgeschrieben werden. Die Kinder konnten ja weder in die Kita noch in die Schule. Das „Mehr“ an Betreuung musste zeitnah aufgefangen werden und bedeutete für alle mehr Arbeit, da bei unseren Kindern und Jugendlichen Stabilität und Konstanz bei den Bezugs- bzw. Kontaktpersonen besonders wichtig ist.“ Hier sieht der Einrichtungsleiter, der das Kinderheim seit zwölf Jahren leitet, die größte Verunsicherung. „Was ist, wenn ein ganzer Bereich ausfällt oder Mitarbeiter erkranken?“ Fallen Mitarbeiter aus, gebe es keine „Reserve“ und eine Gegenfinanzierung ebenfalls nicht. Die Politik habe Kinderheime oft nicht im Blick. Mehr Betreuungsaufwand bedeute nicht mehr Geld. Daher liege die Verantwortung allein bei den Mitarbeitern und sie müssen entscheiden: „Wann gehe ich arbeiten?“, „Wann könnte ich andere gefährden?“. Denn eines stehe für alle an erster Stelle: Bewohner und Mitarbeiter müssen geschützt werden. Kommunikation sei daher das A und O. Immer wieder führe man intensive Gespräche, um sich den immer neuen Gegebenheiten anzupassen. Auch mit den Eltern und den Kindern und Jugendlichen. „Keine Besuche“, das sei für viele Eltern und Kinder ein hartes Los gewesen und es sei auch nur mit ganz viel Überzeugungsarbeit durchzusetzen gewesen, schließlich räume die Jugendhilfe den Eltern ein „Besuchsrecht“ ein. Peter Huyeng sieht die zurückliegende Zeit als ein Art Phasenmodell. „Erst war da die Angst vor dem Virus. Dann kam der Lockdown und nichts ging mehr. Keine Besuche, Ruhe kehrte ein. Dann die Lockerungen. Jetzt ist sie wieder da, die Angst vor dem Ungewissen.“ Man sei gut durch die schwierige Zeit gekommen. Man habe viel Unterstützung erfahren, auch von den Langenberger Bürgern. Es seien viele Aktionen zum diesjährigen Jahresthema „Wir wollen die Erde behalten…“ durchgeführt worden und die Kinder seien bisher gut versorgt gewesen und guter Dinge. Doch die Gemeinschaftsaktionen, Workshops, die gemeinsamen Feste mit den Bürgern, die fehlten. Alle diese Kontakte mussten eingefroren werden „Wir alle sind ja die ‚Öffnung nach Außen‘ gewöhnt. Inzwischen macht sich eine Art Ermüdung breit. Auch bei den Kindern. Der Druck ist groß. Vorsicht ist geboten. Keiner weiß ja wohin die Reise geht und welche Maßnahmen auch innerhalb der Bewohner-Gruppen noch ergriffen werden müssen. „Wir fragen uns ständig, wie wir Hoffnung machen können, doch wir wissen nicht wie. Die einzige Hoffnung ist die auf einen ‚milderen Verlauf‘ und die Kraft unserer Gemeinschaft“, so Huyeng. Und bereits im Leitbild der Einrichtung kann man diesbezüglich nachlesen: „Wir sehen Probleme und Krisen als positive Herausforderung und suchen nach konstruktiven und vielfältigen Lösungswegen.“

Autor:

Astrid von Lauff aus Velbert-Langenberg

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