Maren Schenk-Becker fischt Müll aus dem Deilbach
"30 Meter in 30 Minuten"

Maren Schenk-Becker lässt den gesammelten Müll tagsüber bewusst neben dem Bach liegen, damit Passanten auf ihre Umwelt-Aktion aufmerksam werden und ihr eigenes Verhalten hinterfragen.
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  • Maren Schenk-Becker lässt den gesammelten Müll tagsüber bewusst neben dem Bach liegen, damit Passanten auf ihre Umwelt-Aktion aufmerksam werden und ihr eigenes Verhalten hinterfragen.
  • Foto: Maren Menke
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Maren Schenk-Becker stieg in der vergangenen Woche jeden Tag für 30 Minuten in den Deilbach in Langenberg.

Die seit heute 34-Jährige wollte sich allerdings nicht von den warmen Temperaturen erfrischen, sondern jeweils einen Abschnitt von 30 Metern von Müll befreien. Unter dem Motto "30 Meter in 30 Minuten" tat sie jeweils um 13.30 Uhr etwas gutes für die Umwelt. Denn das, was sie aus dem Gewässer holte, waren nicht Steine und Äste - nein, es waren viele verschiedene Dinge, die dort nichts zu suchen haben, durch Bürger aber dorthin geworfen wurden.
"Ich bin echt entsetzt, was hier alles zu finden ist", so die engagierte Langenbergerin. "Ich habe nicht nur diverse Verpackungen und Zigaretten-Stummel rausgefischt, sondern auch Spritzen, Kondome, Tampons, Bier- und Sektflaschen sowie Lego-Steine und anderes Kinder-Spielzeug." Auch eine Dose mit Altöl, ein Verkehrsschild und ein großes Werbeplakat lagen auf dem Grund. "Unglaublich, aber wahr: Dort unten liegt noch ein Verkehrs-Poller, den bekomme ich allerdings nicht raus. Er ist zu schwer, um ihn über die Brüstung zu werfen."

Sondergenehmigung der TBV

Dank einer Sondergenehmigung der Technischen Betriebe Velbert (TBV) konnte Maren Schenk-Becker eine Woche lang für mehr Sauberkeit in dem Abschnitt neben der Kirche St. Michael am Froweinplatz sorgen. "Wobei ich diese Genehmigung erst erhalten habe, nachdem Polizei und Ordnungsamt auf mich aufmerksam geworden sind", erzählt sie. "Ich hätte es allerdings auch in Kauf genommen, jeden Tag eine Strafe zu zahlen." Dabei hätte es sich um ein Bußgeld von 15 Euro für das Wegwerfen und Liegenlassen von Müll gehandelt.
Alles, was sie an den fünf Aktionstagen im Deilbach fand, warf sie demonstrativ über die Brüstung, so dass die Aufmerksamkeit der Passanten erregt wurde. Mit Erfolg: Jung und Alt blieben stehen, waren zunächst irritiert, ließen sich durch die Aktivistin dann aber erläutern, was dahinter steckt. "Eine tolle Idee", lobt ein Paar. "Die meisten Leute denken leider nicht darüber nach, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie ihren Müll unachtsam wegwerfen."
Bei der abschließenden Entsorgung des Mülls halfen die Technischen Betriebe Velbert, die Mitarbeiter holten die gefüllten Tüten am letzten Aktionstag ab und freuten sich über einen deutlich schöneren Anblick des Deilbachs.

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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