Kerstin "on tour"!

SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese lässt sich vom Leiter der "Buchmacherey" den Nachbau einer Druckerpresse aus dem 15. Jahrhundert erklären.
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Kerstin Griese faltet auf ihrer Sommertour Briefe im Langenberger Buchdruckmuseum

Sie ist wieder „on tour“. Die Rede ist von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese. Auf ihrer mittlerweile 16. Sommertour besucht sie Unternehmen und Einrichtungen ihres Wahlkreises, informiert sich und kommt mit Bürgern ins Gespräch. „Mich interessiert, wie die Arbeitswelt in den Unternehmen meines Wahlkreises aussieht“, so Griese, die als Staatssekretärin täglich damit im Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschäftigt ist. Neben Terminen in Heiligenhaus, Velbert und Neviges besuchte sie jetzt das Buchdruckmuseum in Langenberg.

„Das liegt aber versteckt“, sind Kerstin Grieses erste Worte, als sie die „Buchmacherey“ in der Mühlenstraße 10, eine idyllische kleine Gasse oberhalb des Hardenberger Bachs, mitten in der historischen Altstadt Langenbergs erreicht. Erwartet wird die Politikerin dort von Hans Josef Altmann, Leiter des Buchdruckmuseums. Bis gerade noch spielte dieser in der beschaulichen Gasse an einem kleinen Tisch eine Partie Schach. Man könnte meinen, hier ist die Zeit stehen geblieben – kein Lärm, kein Trubel, keine Hektik. „Ja, leicht bin ich nicht zu finden. Daher habe ich schon vorne an den Anfang der Gasse ein Fahrrad mit Infomaterial als Wegweiser gestellt“, erzählt der gelernte Industriemeister Bandweberei und autodidaktische, reisende Buchdrucker. „So groß habe ich mir das nicht vorgestellt“, staunt Griese als sie gemeinsam mit Altmann das Museum betritt. Auch hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Mehrere Nachbauten historischer Druckmaschinen schmücken die historischen Räume der ehemaligen Buchdruckerei Arthur Völker. Gleich zu Anfang weckt eine Druckerpresse die Aufmerksamkeit von Kerstin Griese. „Das ist ein Nachbau aus dem 15. Jahrhundert, auf der hat damals Johannes Gutenberg gedruckt“, erfährt sie von Buchdrucker Altmann. Auch der Wasserzeichenprojektor gehört zur Geschichte des Papiers und dokumentiert diese eindrucksvoll an Hand von Wasserzeichnungen. Auch die original „Heidelberg“ ist ein echter Hingucker und wurde in den zwanziger Jahren entwickelt. „Sie ist die meist verkaufte Druckmaschine“, erklärt Altmann, der nicht nur ein schier unerschöpfliches Wissen über die Historie der Druckmaschinen und Werkzeuge besitzt, sondern auch über historische Arbeitsweisen und Materialien.

Workshops sollen Wissen über den Buchdruck vermitteln

 Griese erfährt viel über die Geschichte der Buchmalerei und des Buchdrucks. Altmann, der im Jahr 2016 sein Hobby zum Beruf machte und sich in Langenberg niederließ, erklärt der Bundestagsabgeordneten, wie in der Setzergasse von Hand Texte gesetzt wurden und führt sie in die Kunst der Faltbriefe ein. Hierbei wird deutlich, worauf es dem Buchdrucker aus Leidenschaft ankommt. Altmann möchte nicht allein die ehemalige Druckerei in den historischen Räumen erhalten, vielmehr liegt ihm daran, sie als eine Art Erlebnismuseum für die Bürger zu öffnen. Mit Kerstin Griese faltet er Briefe, wie es die Menschen vor vielen Jahren taten, als „Zeit“ noch als selbstverständlich galt und Liebes- Trau- und Taufbriefe liebevoll gestaltet und aufwendig gefaltet wurden und daher auf ein Couvert verzichtet werden konnte. 2000 verschiedene Arten einen Brief zu falten, gebe es, verrät er ihr dabei. In zahlreichen seiner Workshops können Interessierte die vielen Aspekte der Geschichte von der Handschrift zum Buchdruck begreifen. „Alles bei mir ist handgreiflich – so können die Menschen es viel besser verstehen“, erklärt Altmann seine Philosophie. Der Faktor „Zeit“ spielt gerade in unserer schnelllebigen Zeit auch für Kerstin Griese eine wichtige Rolle, wie sie in diesem Zusammenhang betont: „Es ist mir wichtig, für die Menschen in meinem Wahlkreis Zeit zu haben. Ich hoffe, dass ich bei den Tourterminen viele Anregungen erhalte und neue Eindrücke gewinne, die ich nach Berlin mitnehmen kann. Gerade heute war so ein Tag, der mir viele neue Einblicke gebracht hat und mich oft zum Staunen brachte.“ Für Hans Josef Altmann hatte sie neben einer Spende, noch einen Brief mit dem original Prägeadler des Bundestages in der Tasche.

Öffnungszeiten: „Der Gutenberg - Die Buchmacherey“, Mühlenstraße 10
Tel.: 02052/8352386
Mobil: 015758842758
Dienstag bis Donnerstag: 10 bis 14 Uhr
Jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Offene Workshops: Buchdruck, arbeiten mit historischen Schreibmaterialien, Origami, Faltbriefe, Schachteln, Bücher in eigener Technik, Florigami  

Autor:

Astrid von Lauff aus Velbert-Langenberg

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