„Ein bedeutender Hauch in der Geschichte!“

Autor Henri Schmidt hat sich in seinem neuen Buch "Revolution in Velbert" mit dem Ende und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigt.
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Autor Henri Schmidt thematisiert in seinem neuen Buch die wichtige Rolle des Arbeiter- und Soldatenrates in Velbert

In seiner bereits fünften Buchveröffentlichung widmet sich der Historiker und Autor Henri Schmidt erneut einem lokalhistorischen Thema. Unter dem Titel „Revolution in Velbert. Die Tätigkeit des Arbeiter- und Soldatenrates 1918/1919“ schildert der Velberter die dramatischen Ereignisse vor und nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.
„Es ist zwar nur ein Hauch in der deutschen Geschichte, aber ein Bedeutender“, so Henri Schmidt. Gemeint ist hiermit die Bedeutung der Arbeiter- und Soldatenräte, die sich vor etwa 100 Jahren, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, bildeten und in ganz Deutschland die Macht ergriffen. Durch die schrecklichen Ereignisse des zweiten Weltkrieges sei dieses Thema in Vergessenheit geraten und literarisch so gut wie nicht aufgearbeitet worden. „Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil möchte ich die Leser zum Ausgang des Ersten Weltkriegs hinführen. Der war von politischen Unruhen und Not geprägt“, so Schmidt, ehemaliger Leiter der Velberter Polizei - und er erklärt weiter: "Der Matrosenaufstand in Kiel hat dazu geführt, dass sich im November 1918 die Räte blitzartig über das ganze Land verteilt haben." Ihre Verdienste könne man rückblickend nicht hoch genug einschätzen, sorgten sie doch in dieser unsicheren, revolutionären Zeit für eine stabile Regierung. So auch in Velbert. Diesem Thema widmet sich der Autor im zweiten Teil seines reich bebilderten Buches.

In Velbert haben sich der Bürgermeister, die Stadtverwaltung und die Polizei freiwillig einem Rat, der sich aus 17 Arbeitern und fünf Soldaten gebildet hatte, untergeordnet und Schmidt betont: „Die Macht des Arbeiter- und Soldatenrates wurde von der Stadtverwaltung anerkannt und es entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit mit gegenseitiger Anerkennung.“ Rund fünf Monate übernahm der Rat die Macht in Velbert.

Rat arbeitete einvernehmlich mit Stadtverwaltung zusammen

Bei seiner Recherche diesbezüglich wurde der Historiker besonders vom Velberter Stadtarchiv unterstützt. Hier seien viele alte Akten, Dokumente und Zeitungen vorhanden. Danach bestand die Hauptfunktion des Revolutionsrates darin, für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Er stand deshalb auch der Polizei und einer 150-köpfigen Schutzmannschaft vor. Es galt die Lebensmittellager zu schützen und die Verteilung der knappen Güter zu regeln. Da zu dieser Zeit große Wohnungsnot herrschte, war der Rat ebenfalls für die Zuteilung des Wohnraums verantwortlich. Auch für die durchziehenden Truppen, die auf ihrem Rückweg von der ehemaligen Westfront waren. "Bis zu 8.000 Soldaten kamen an einem Tag in die Stadt und sie mussten auf Unterkünfte verteilt werden“, schildert Schmidt die damaligen Ereignisse. "Als Willkommensgruß wurde dafür sogar die Stadt geschmückt.“
Auch sorgte der Rat dafür, dass die Soldaten aus Velbert wieder in das Arbeitsleben integriert wurden. Und noch eine skurrile Geschichte recherchierte der 79-jährige Autor: „Da Menschen ihr Geld gehortet hatten, gab es eine Kleingeldknappheit. Die Räte organisierten daher zwei Millionen Reichsmark in kleinen Scheinen für die Stadt.“ Schmidts Fazit bezüglich der fünfmonatigen Regierungszeit des Arbeiter- und Soldatenrates fällt daher positiv aus: „Es gab während dieser Zeit keine Übergriffe oder Unruhen. Der Rat wurde in Velbert als positiver Ordnungsfaktor gesehen, bis er am 23. Februar 1919 nach Beruhigung der Lage seine Arbeit einstellte.

Information:
-Das Buch „Revolution in Velbert“ ist mit einer Auflage von 200 Stück im Selbstverlag erschienen und ist im SCALA-Shop und im örtlichen Buchhandel erhältlich.
- Der Autor Henri Schmidt hält einen Vortrag zu seinem Buch: Am Donnerstag, 19. Juli, um 19 Uhr im "Brauhaus", Güterstraße 9 in Velbert. Der Eintritt ist frei.

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