Kunstaktion prangert Geldverschwendung an

Mit dutzenden Eimern wird der „Blaumilchkananal Langenberg“  von den Teilnehmern der Kunstprozession für einen Augenblick geflutet.Foto: Bangert
  • Mit dutzenden Eimern wird der „Blaumilchkananal Langenberg“ von den Teilnehmern der Kunstprozession für einen Augenblick geflutet.Foto: Bangert
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Mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion demonstrierte Norbert Bauer für den Erhalt des Nizzabades und zeigte die Verschwendung öffentlicher Gelder auf.
Mehrere hundert Menschen kamen vor dem Bürgerhaus zusammen, wo der Künstler Norbert Bauer ihnen 45 jener dreieckigen Segel in die Hand drückte, mit denen die „Tuchfühlung“ vor 14 Jahren in der Kunstwelt bundesweites Aufsehen erregte.
Begleitet von der Solinger Musikband „Em Brass“ ging es durch die Altstadt zum Stillen Park. Etliche Teilnehmer hatten einen Eimer dabei: Sie wussten zwar nicht, wozu der gut sein sollte, aber Norbert Bauer hatte darum gebeten, also nahm man ihn mit. Später wurde den Eimerträgern klar, dass sie damit Teil einer Performance wurden.
Im Stillen Park angekommen, reihte der Kunstmacher die Prozessionsteilnehmer zu beiden Seiten eines trockenen Bachlaufs auf. „Dieser Bachlauf wurde für 285.000 Euro auf Anregung der EU mit irgendwelchen Mitteln des Landes oder Bundes angelegt“, sprach Bauer in sein Megafon. „Der ökologische Nutzen des künstlich angelegten Baches ist gleich null, weil die Quelle, die ihn speisen soll, mit dem Bau des Tunnels versiegt ist. Für die Stadt Velbert existiert das Geld quasi nicht, weil es nicht aus dem städtischen Etat kommt“, so Norbert Bauer.
Weil der bürokratische Irrsinn sehr an den satirischen Roman „Blaumilchkanal“ von Ephraim Kishon erinnert, hämmerte der umtriebige Aktionskünstler ein Schild mit der Aufschrift „Blaumilchkananal“ ins trockene Bachbett. Die Zuschauer rätselten, was diese Schreibweise zu bedeuten hat, ob es sich um einen Schreibfehler handelte oder ob mehr dahinter steckte. Viel Zeit blieb ihnen nicht zum Überlegen, denn schon kamen die Eimer zum Einsatz. Mit einer Pumpe wurden sie mit Wasser aus dem Deilbach gefüllt. In einer Eimerkette wurde das kühle Nass an die Menschen an den Ufern des trockenen Baches verteilt. Auf das Kommando des Künstlers schütteten alle gleichzeitig das Wasser in den Bach, der für Augenblicke zu dem wurde, was er eigentlich sein sollte. „Hier sind einige 100.000 Euro versickert“, gab Norbert Bauer zu bedenken und kreidet der Stadt an, dass für den Erhalt der Außenanlage des Nizzabades das Geld fehle.
Weiter ging es im Anschluss zum Freibad Nizzabad, um dessen Erhalt am Sonntag alle Velberter Wahlberechtigten abstimmen dürfen. Aufgestellt auf der Liegewiese, sollten die Segel ein Zeichen für den Erhalt des Freibades setzen.

Autor:

Janina aus dem Siepen aus Hattingen

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