Solidarische Landwirtschaft in Neviges
Einstellen auf die Dürre

Nachhaltigkeit und Solidarität sind auf dem Hof Vorberg in Neviges wichtige Schwerpunktthemen, die die tägliche Arbeit bestimmen. Die Dürre im Sommer und der Klimawandel allgemein stellen dabei eine große Herausforderung dar, was sich auch bei der aktuellen Wirsing-Ernte zeigt.
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  • Nachhaltigkeit und Solidarität sind auf dem Hof Vorberg in Neviges wichtige Schwerpunktthemen, die die tägliche Arbeit bestimmen. Die Dürre im Sommer und der Klimawandel allgemein stellen dabei eine große Herausforderung dar, was sich auch bei der aktuellen Wirsing-Ernte zeigt.
  • hochgeladen von Maren Menke

***Crowdfunding-Projekt: Nachhaltiges Wassermanagement auf Hof Vorberg in Neviges***

Die Sommer der vergangenen Jahre waren vor allem durch Trockenheit geprägt. Zu wenig Regen machte den Pflanzen, Tieren und Menschen zu schaffen.

Auch die vier Betriebsleiter der Hofkooperative Vorberg im Windrather Tal stellen bei ihrer täglichen Arbeit auf dem 35 Hektar großen Areal täglich Auswirkungen dieser Dürre fest. Den Pflanzen fehlt es an ausreichend Wasser, es ist schwieriger hohe Ernteerträge zu erzielen. Mit einem nachhaltigen Wassermanagement soll dem entgegengewirkt werden.

150 Ernte- und Milch-Anteile

Bei dem Hof handelt es sich um einen Betrieb, der "Solidarische Landwirtschaft" betreibt. Nachhaltigkeit und ein bewusster Umgang mit Ressourcen stehen dabei an oberster Stelle. "Wir sind ein gemeinnütziger Verein und bieten jährlich 150 Ernte- und Milch-Anteile für unsere interessierten Mitglieder an", erläutert Helga Jacobi, Mitarbeiterin in Teilzeit das Prinzip. Sprich: 150 Mitglieder schließen für ein Jahr einen Vertrag, zahlen den jedes Jahr neu berechneten Mitglieds-Beitrag, der in Summe die Kosten für den laufenden Betrieb deckt, und erhalten ihren entsprechenden Anteil der Ernte beziehungsweise der Molkerei-Produkte."

Jeden Mittwoch wird geerntet, jeden Donnerstag können die Erträge und Produkte im Hofladen oder in den Außenstellen abgeholt werden. Zu zahlen ist dann natürlich nichts mehr. Neben dem saisonalen Obst und Gemüse, landen auch Eier, Käse und Milch in den Körben und Taschen. "Das Prinzip basiert auf Vertrauen", so die Verantwortlichen. "Uns vertrauen die Mitglieder, dass wir verantwortungsbewusst und nachhaltig wirtschaften. Wir vertrauen darauf, dass jeder nur die ihm zustehenden Produkte aus dem Hofladen mitnimmt."
So funktioniert es, seit die vier Betriebsleiter Carolin Hertler, Benjamin Todtmann, Miriam Wegerer und Maria Ballhaus den Hof an der Nordrather Straße im Jahr 2017 übernommen haben. Drei Mitarbeiter in Teilzeit sowie ein FÖJ-ler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) ergänzen das Team. "Das Interesse ist groß! Neben den 150 Mitgliedern, gibt es über 100 weitere Interessierte, die auf der Warteliste stehen", sagt Jacobi.

Nachhaltiges Wassermanagement

Nach den Dürre-Sommern wollen die vier Landwirte auf Hof Vorberg im Windrather Tal nun den Gemüsebau für ihre "Solidarische Landwirtschaft" besser auf die extremen Wetterbedingungen vorbereiten. "Die vergangenen beiden Jahre hatten wir mit beton-hartem Boden und vertrocknenden Pflanzen zu kämpfen. Jetzt, im Winter, wenn man hier im Matsch steht, kann man sich das kaum vorstellen", so Miriam Wegerer. "Aber angesichts des Klimawandels müssen wir uns auf weitere trockene Sommer einstellen." Es wurde bereits in die Bewässerungstechnik investiert, was aber fehlt, ist das Wasser.
Einen weiteren Brunnen zu bohren, möchte das Team vermeiden, um das Grundwasser zu schonen. "Deshalb ist die Idee, in regenreichen Zeiten Oberflächenwasser aufzufangen und zu speichern." Dazu soll im ersten Schritt ein neuer Teich angelegt werden. "Der alte Teich, in dem wir bereits Wasser sammeln, um es im Sommer zum Bewässern zu nutzen, fasst nicht genug Liter", informiert Helga Jacobi.
In einem zweiten Schritt soll ein Teil der Hoffläche gepflastert und das Oberflächenwasser in den Teich geleitet werden. "Wenn es regnet, ist es an vielen Stellen des Geländes matschig und voller Pfützen. Wären diese Flächen gepflastert, könnte man genau dieses Regenwasser sinnvoll nutzen", erläutert Jacobi. Aktuell würde man auf dem Hof bereits das Oberflächenwasser von den Dächern auffangen, um es bei Bedarf gezielt für die Pflanzen einzusetzen. Mit der zusätzlichen Pflasterung würden weitere wertvolle Liter dazu kommen.

Mitmachen beim Crowdfunding-Projekt

"Beide Maßnahmen kosten natürlich viel Geld", sagt Benjamin Todtmann. Um das Ganze zu finanzieren, hat das Team daher ein Crowdfunding-Projekt gestartet und ein Video gedreht, in dem Erläutert wird, worum es geht. Das gesetzte Ziel: Bis zum 1. März müssen durch Spenden von Unterstützern 13.000 Euro für den Teich sowie wenn möglich 30.000 Euro für die Pflasterung zusammen kommen, damit das Crowdfunding-Geld an den Hof geht. Wenn das Ziel nicht erreicht wird, geht es zurück an die Spender.
„Mit der Unterstützung dieses Projekts tragen Sie dazu bei, die regionale Lebensmittelversorgung aus einer vielfältigen, bio-dynamischen Landwirtschaft zu sichern und den kleinbäuerlichen Hof zukunftsfähig zu machen“, sagt Wegerer. Über 7.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Nun hoffen die Landwirte auf weitere Spenden.

Kontakt:
-Hof Vorberg, Nordratherstraße 281 in Neviges
-E-Mail: hofkoop@hofvorberg.de
-Homepage: www.hofvorberg.de
-Informationen sowie Video zum Crowdfunding-Projekt: https://www.startnext.com/hof-vorberg

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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