Die fünfte Jahreszeit

2010 als Stadt-Prinzessin unterwegs
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Für manche ist Karneval unerträglich, der Rosenmontagszug die Gelegenheit wo man Süßigkeiten abgreift, Parties bei denen alles erlaubt ist oder man gesellschaftsfähig viel trinken kann....

Für mich ist Karneval ein Lebensgefühl, eine Aufgabe, eine Familie

und seit ich Herzkrank bin eine Herausforderung. Und gerade stecke ich mittendrin.

Vor 8 Jahren hatte ich die Ehre, meine Stadt als karnevalistisches Oberhaupt zu vertreten. Eine tolle und unvergessliche Zeit mit vielen Pflichten und unvergleichlichen Freuden. Unzählige Menschen haben ihr Vertrauen und Geld investiert, damit ich meine Heimatstadt vertrete und Frohsinn, sowie eine positive Botschaft verbreite. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich am Ende die Rückmeldung bekam, dass ich meinen Job gut gemacht habe, auch wenn ich mitten drin gemerkt habe, dass es mich einen gesundheitlichen, bösen Tribut kostet.

In diesem Jahr darf ich das Velberter Stadtprinzenpaar begleiten
- ein ebenfalls unvergleichliches Erlebnis. Abgesehen davon, das ich von einem super Team umgeben bin, begegnen wir so vielen liebenswerten Menschen - Garden, Prinzenpaaren, Hofdamen, Adjutanten, Hofmarschällen, Tanzmariechen... besonders wichtig, nervenstarken Fahrern! Und dazu Narren in jeder Form! Altenheim-Bewohnern, Kindern im Kindergarten oder der Schule, Pfarrgemeinden, Bürgervereinen oder eben Karnevalisten.... und wir erfüllen die Aufgabe, diesen Menschen Freude zu bringen.

In der ersten Reihe steht unser Prinzenpaar Manuel I. & Sandra I.

Beide auf unterschiedliche Art mit dem Karneval verbunden, aber bereit, diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen.

Die erste große Aufgabe ist es meistens Sponsoren zu gewinnen, die bei der Finanzierung helfen und damit ihren Namen mit unserer Tradition verbinden. Die nächste oder parallele Aufgabe ist es einen Hofstaat zu finden, der ohne wenn und aber in der zweiten Reihe steht und das Prinzenpaar begleitet. Scherzhaft heißt es unter uns Frauen manchmal "ich war erste Klofrau"... ich erinnere mich, dass ich eine Weile lernen musste, bis ich alleine mit dem prachtvollen Ornat am stillen Örtchen zurecht kam. Also hatte ich immer eine der Hofdamen an meiner Seite, so wie Sandra jetzt auch. Dazu kommen Dinge wie der Pin-Verkauf (kleine Anstecker, die den Orden widerspiegeln und einen Teil der Kosten decken sollen), Blumen der Prinzessin (Hofdame) halten, Zepter des Prinzen tragen und Federn richtig platzieren (Adjutant), das Prinzenpaar anmelden sowie das Team im Zeitplan halten (Hofmarschall) - nur um einige Beispiele zu benennen, was die enorm wichtige Rolle des Fahrers angeht, versteht sich die Aufgabe wohl von selbst.

Die finale Herausforderung ist es, das Publikum glücklich und Stadt und Sponsoren stolz zu machen. In dieser Phase stecken wir gerade. Wir bewegen uns in der 5. Jahreszeit, auf die sich viele Karnevalisten das ganze Jahr vorbereiten - Tanztraining, Reden schreiben, Termine planen, die schon erwähnten Sponsoren finden, Sicherheitsauflagen (zB für den Rosenmontagszug) erfüllen und vieles mehr.

Mit dem Prinzenpaar begegnen wir an einem Wochenende (nur ein Beispiel aus 3 Tagen, bevor es richtig los geht) vielen weiteren Narren-Oberhäuptern in einem Karnevalsmuseum, besuchen zwei Altenheime (unbeschreiblich, welche Freude sich hier in den Gesichtern spiegelt), treten auf einer Sitzung auf, für die hunderte Karnevalisten Eintritt bezahlen (und das Geschehen bejubeln), fahren in den übernächsten Ort um die traditionelle Veranstaltung eines befreundeten Vereins mit Ansprache und Tanz zu bereichern ( klingt vielleicht überheblich, aber tatsächlich haben wir Karnevalisten gewonnen, die in Zukunft mit einer Gruppe unserer Begleitung tanzen möchten), besuchen Sponsoren die uns mit Begeisterung empfangen und werden in den Pausen oder zum Ende wunderbar bewirtet in Stammquartier (Langenhorster Stube), Bierquartier (Central) und Ganzjahres-Treffpunkt des Festausschuss (Café Clärchen)

Natürlich wollen wir alle unseren Spaß haben, während wir diese Aufgabe erfüllen, schlussendlich sind wir am erfolgreichsten, wenn wir neben dem eigenen Spaß die Botschaft nie vergessen: als Team zusammen arbeiten und Traditionen weiter reichen während wir sie gleichzeitig dem Zeitgeist anpassen.

Ich bin mir sicher, dass meine Karnevals-Familie nur zu gut mit allem Vertraut ist, was ich hier beschrieben habe. Aber ich hoffe, dass der ein oder andere "Nicht-Karnevalist" in Zukunft ein bisschen mehr sieht, als eine Horde fragwürdiger, ausgelassener Narren bei denen man am Rosenmontagszug Süßigkeiten abgreifen kann.

Autor:

Babett Lange aus Velbert

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