Auswirkungen der Pandemie auf Bewohner in Sozialtherapeutischen Wohnheimen in Velbert
Fehlende Tagesstruktur als große Herausforderung

Durch die Corona-Pandemie und die verschiedenen Schutz-Maßnahmen sowie Verbote, um weitere Infektionen zu verhindern, können Jung und Alt nicht ihren gewohnten Tagesstrukturen nachgehen. Das betrifft und belastet die Einen mehr, die Anderen weniger. Gerade für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist der Verlust der üblich geregelten Abläufe teilweise schwer zu verkraften. So gilt es auch für die Mitarbeiter und Bewohner der Sozialtherapeutischen Wohnheime der Bergischen Diakonie verschiedenste Herausforderungen zu meistern.
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  • Durch die Corona-Pandemie und die verschiedenen Schutz-Maßnahmen sowie Verbote, um weitere Infektionen zu verhindern, können Jung und Alt nicht ihren gewohnten Tagesstrukturen nachgehen. Das betrifft und belastet die Einen mehr, die Anderen weniger. Gerade für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist der Verlust der üblich geregelten Abläufe teilweise schwer zu verkraften. So gilt es auch für die Mitarbeiter und Bewohner der Sozialtherapeutischen Wohnheime der Bergischen Diakonie verschiedenste Herausforderungen zu meistern.
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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie belasten Jedermann, auch psychisch labile Menschen wie die Bewohner der Sozialtherapeutischen Wohnheime der Bergischen Diakonie sind davon betroffen.

Sie sehen sich mit vielen Veränderungen konfrontiert, die ihren gewohnten Alltag bestimmen. "Dabei sind feste Tagesstrukturen besonders wichtig, wenn man psychische Probleme hat", so Anja Jentjens, Abteilungsleitung bei der Bergischen Diakonie. Dennoch habe der Schutz vor einer Infektion mit dem Virus natürlich Vorrang - für die Bewohner und die Mitarbeiter.

"Ich fühle mich sicher!"

"Ich fühle mich hier sehr sicher, weil keiner von uns an Corona erkrankt ist", sagt Udo Gloe. Der 54-Jährige ist einer von 23 Bewohnern des Sozialtherapeutischen Wohnheims an der Poststraße. Ebenso wie Martin A. (vollständiger Name der Redaktion bekannt) kann er aktuell nicht an den „tagesstrukturierenden Maßnahmen“ teilnehmen. "Am Anfang fand ich es gut, jeden Tag frei zu haben", gesteht er. "Inzwischen fehlt es mir, täglich meine Aufgaben zu erledigen. Genauso vermisse ich es, Ausflüge nach Wuppertal zu unternehmen und bei McDonalds essen zu gehen." Sascha Rosenberg bedauert besonders, dass das Training seiner inklusiven Fußball-Mannschaft derzeit nicht stattfinden kann.

Keine „tagesstrukturierenden Maßnahmen“

Mit den „tagesstrukturierenden Maßnahmen“ sollen die Männer und Frauen auf ein geregeltes Leben vorbereitet werden, denn Ziel ist es natürlich, dass sie in Zukunft wieder alleine ihren Alltag bewältigen können. Daher gehen sie wochentags entweder zum Ergotherapeutischen Dienst der Bergischen Diakonie oder in die Niederbergische Werkstatt zur Arbeitsförderung (NWA). "Wir freuen uns, dass wir ab kommender Woche voraussichtlich wieder sukzessive damit beginnen können", sagt Marie Schmidt, Mitarbeiterin im Gruppendienst.

Besuche waren nicht erlaubt

Gemeinsam mit ihren Kollegen musste sie sich viele neue Beschäftigungs-Möglichkeiten überlegen. Arbeiten im Haus oder im Garten werden zwar auch regulär von den Bewohnern übernommen, nun aber nochmals intensiver und mit einem anderen Fokus. "All das kann aber nur in kleinen Gruppen umgesetzt werden", so Schmidt. "Darüber hinaus fällt wegen der Schutzmaßnahmen seit Wochen das gemeinsame Kochen und Essen weg." Stattdessen bereitet das Team nun die Mahlzeiten zu und jeder Bewohner isst auf seinem Einzelzimmer. "Sich gegenseitig besuchen dürfen sie selbstverständlich", so die Mitarbeiterin. "Besuch von Außen war bis vergangene Woche wie in Altenheimen oder anderen Pflege-Einrichtungen allerdings nicht möglich." Natürlich eine weitere Belastung für alle.

Durch die Corona-Pandemie und die verschiedenen Schutz-Maßnahmen sowie Verbote, um weitere Infektionen zu verhindern, können Jung und Alt nicht ihren gewohnten Tagesstrukturen nachgehen. Das betrifft und belastet die Einen mehr, die Anderen weniger. Gerade für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist der Verlust der üblich geregelten Abläufe teilweise schwer zu verkraften. So gilt es auch für die Mitarbeiter und Bewohner der Sozialtherapeutischen Wohnheime der Bergischen Diakonie verschiedenste Herausforderungen zu meistern.
Anja Jentjens (rechts), Abteilungsleitung bei der Bergischen Diakonie, sowie Marie Schmidt, Mitarbeiterin im Gruppendienst, mussten in dem Sozialtherapeutischen Wohnheim an der Poststraße neue Abläufe und Maßnahmen einführen, die starke Einflüsse auf den täglichen Umgang und die Strukturen haben.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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