Die Kreisbauernschaft Mettmann berichtet über die aktuelle Erntesituation
Hitze hat enorm geschadet

Die Vertreter der Kreisbauernschaft Mettmann, rund um ihren Vorsitzenden Martin Dahlmann (vorne Mitte) und den stellvertretenden Vorsitzenden Josef Aschenbroich (vorne links), stellten nun gemeinsam mit Vertretern der Agrar-Abteilung der Raiffeisen Warengenossenschaft (RWG) Rheinland die Ernte-Ergebnisse der vergangenen Monate vor.
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  • Die Vertreter der Kreisbauernschaft Mettmann, rund um ihren Vorsitzenden Martin Dahlmann (vorne Mitte) und den stellvertretenden Vorsitzenden Josef Aschenbroich (vorne links), stellten nun gemeinsam mit Vertretern der Agrar-Abteilung der Raiffeisen Warengenossenschaft (RWG) Rheinland die Ernte-Ergebnisse der vergangenen Monate vor.
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Die Bauern aus der Region müssen sich immer wieder verschiedensten Herausforderungen stellen. Nicht nur der Sommer mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag sowie die verschiedenen Bodenverhältnisse spielen dabei eine große Rolle.

"Wir möchten nach bestem Wissen und Gewissen Nahrungsmittel erzeugen", so Josef Aschenbroich. "Das wird uns nicht leicht gemacht. Und wir möchten nicht die Buh-Männer sein, wenn es um Debatten rund um den Klimaschutz und andere Dinge geht." Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Kreisbauernschaft erläuterte bei der Ernte-Pressekonferenz 2019, dass es für Landwirte immer schwieriger wird, Qualitätsware zu bieten und wirtschaftlich zufriedene Ergebnisse zu erzielen. "So sehr wir auch forcieren, regionale Produkte für die Bürger aus den umliegenden Städten zu bieten, die Preise werden dennoch Weltmarkt-orientiert bestimmt", begründet Martin Dahlmann, Vorsitzender.

Verschiedene Boden- und Klimaverhältnisse

"Wenn wir über die Ernte und die Ernte-Ergebnisse im Gebiet der Kreisbauernschaft in 2019 berichten, muss man als erstes auf die verschiedenen Boden- und Klimaverhältnisse in diesem großen Bereich hinweisen", sagt Josef Aschenbroich. Die Bodengüte sei sehr unterschiedlich. "Im südlichen Kreisgebiet ist der Boden sehr sandhaltig. Er kann somit weniger Wasser speichern und der nahezu ausbleibende Niederschlag ist für die Felder problematischer als für die im Norden." Denn dort sei der Boden lehmhaltiger, dass Wasser würde besser gespeichert werden. "Die Pflanzen im Norden können also länger ohne Regen auskommen", erläutert Aschenbroich weiter. Generell habe es in diesem Jahr - wie bereits in 2018 schon - viel zu wenig geregnet. "Und wenn mal etwas von Himmel kam, dann nur kurz und punktuell."
Diese natürlichen Gegebenheiten voraussetzend, sind die Landwirte im Kreisgebiet beim Anbau ihrer Ackerkulturen, beginnend mit der Aussaat im Herbst 2018 bis zur Ernte 2019, in dieser Vegetationsperiode wieder durch den Witterungsverlauf mit besonderen Bedingungen konfrontiert worden.
"Durch die Dürre im Sommer 2018 gestalteten sich schon die Bodenbearbeitung und die Aussaat von Raps und Getreide als sehr schwierig." Es wurde ein hoher Aufwand betrieben, um die Böden vorzubereiten und gute Bestände zu etablieren."Trotzdem ist die Arbeit auf vielen Flächen umsonst gewesen, da die Böden ausgetrocknet waren und das Saatgut nicht keimen konnte", informiert der stellvertretende Kreisvorsitzende.

"Einen richtigen Winter gab es nicht"

Von Oktober bis Dezember habe es endlich geregnet und die Pflanzen konnten beginnen zu wachsen. Weiterer Regen fiel im Januar. Dennoch: "Einen richtigen Winter gab es nicht, außerdem war der Februar erneut überdurchschnittlich warm." Für die Pflanzen bedeute dies purer Stress. Bedingt dadurch kam es zudem zu einem noch nie dagewesenen Käfer-Befall der Rapsfelder. Landwirte, die dies ignorierten, hatten beim Raps einen Totalausfall. "Nur Pflanzenschutzmaßnahmen konnten helfen", sagt Josef Aschenbroich. "Und glauben Sie mir: Mitte Februar mit der Spritze im Feld rumfahren - das möchte eigentlich kein Landwirt!"
Die Temperaturen blieben im gesamten Frühjahr über dem langjährigen Durchschnitt. "Die Niederschläge waren zu gering, verteilten sich jedoch über die ertragsrelevante Zeit, wobei es jedoch wieder zu großen regionalen Unterschieden kam", sagt Martin Dahlmann. "Wo kein Regen fiel, hat natürlich während der Hauptwachstumszeit das Wasser gefehlt und die große Hitze enorm geschadet."

Nicht wie normalerweise in der zweiten Juliwoche, sondern schon früher, also Mitte bis Ende Juni, begann auf allen Böden die Ernte der Wintergerste. "Wir mussten auf die Wetter-Kapriolen reagieren!" Die anderen Druschfrüchte waren auch viel eher erntereif, was zu einer kurzen, sehr intensiven Ernte im Kreis Mettmann führte. "Die Unterschiede bei den Erträgen waren enorm - von ,ganz gut' bis ,richtig mies' war alles dabei", so Josef Aschenbroich.

Kulturen wie Sommergetreide, Bohnen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais wurden im Frühjahr ausgesät beziehungsweise gepflanzt und werden nun - im Herbst - geerntet. "Aktuell läuft die Kartoffel-Ernte, der Mais steht noch im Feld." Die Pflanzen kamen zwar termingerecht in den Boden, entwickelten sich aber je nach Bodenqualität und regionaler Witterung sehr unterschiedlich. "Bedingt durch die kurze Wachstumszeit und den regional ausgebliebenen Regen haben Hitzerekorde Ende Juni, Ende Juli und Ende August den Pflanzen sehr geschadet", sagt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft. Es sei also von schlechten Erträgen auszugehen.

"Der Klimawandel kommt nicht erst, er ist da!"

Für die viehhaltenden Betriebe ist die Situation ebenfalls problematisch, da Mais und Gras wichtige Futtermittel für die Tiere darstellen. "Die Maisernte startete in manchen Bereichen wesentlich früher als normal bei geringen Erträgen", informiert Martin Dahlmann. "Die notwendigen Grasschnitte fielen teilweise einfach aus." Erdschwerend kommt hinzu, dass bereits frühzeitig aufgrund der Dürre des vergangenen Jahres viele Landwirte auf das Winterfutter zurückgreifen mussten, da die Felder nicht mehr genug Futter hergaben. "Und das alles bei einer mittelprächtigen Marktlage bei den Milchpreisen." Aktuell habe es sich bei einem Preis von 0,35 Euro pro Liter eingependelt.
Für die Landwirte ist daher eines sicher: "Der Klimawandel kommt nicht erst, er ist da!" Die ungewöhnlichen Witterungsverläufe in 2018 und 2019 und die zunehmenden extremen Wetterereignisse seien der Beweis dafür. "Die Landwirtschaft ist ein Teil dieses Klimawandels - ganz klar. Sie ist aber auch ein Teil der Lösung!"

Die Vertreter der Kreisbauernschaft Mettmann, rund um ihren Vorsitzenden Martin Dahlmann (vorne Mitte) und den stellvertretenden Vorsitzenden Josef Aschenbroich (vorne links), stellten nun gemeinsam mit Vertretern der Agrar-Abteilung der Raiffeisen Warengenossenschaft (RWG) Rheinland die Ernte-Ergebnisse der vergangenen Monate vor.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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