"Woche der Erinnerung" in Velbert
Gedenken, mahnen und Verantwortung zeigen

Frank Overhoff, Mitglied und Mitbegründer des Arbeitskreises "9. November", sowie Susanne Wege, Programmplanerin für den Bereich "Kultur und Familienbildung" bei der Vhs, mit einer der Tafeln zur jüdischen Geschichte in Langenberg.
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  • Frank Overhoff, Mitglied und Mitbegründer des Arbeitskreises "9. November", sowie Susanne Wege, Programmplanerin für den Bereich "Kultur und Familienbildung" bei der Vhs, mit einer der Tafeln zur jüdischen Geschichte in Langenberg.
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Die Reichspogromnacht jährt sich 2018 zum 80. Mal. Im Rahmen einer "Woche der Erinnerung" finden in Velbert Gedenkfeiern, Vorträge und weitere Veranstaltungen statt.

Von Sonntag, 4. November, bis Sonntag, 11. November, sollen interessierte Bürger die Möglichkeit bekommen, sich intensiver mit dem Thema, das viele nur aus Erzählungen oder dem Geschichtsunterricht kennen, auseinander zu setzten. Neben der offiziellen Kranzniederlegung der Stadt Velbert am 9. November um 10 Uhr am Gedenkstein an der Alten Kirche und der offiziellen Gedenkveranstaltung am selben Tag um 19 Uhr in der Gesamtschule Velbert, gibt es Rundgänge, Vorträge und Ausstellungen (siehe Info-Box).

Ein Arbeitskreis der Volkshochschule Velbert/Heiligenhaus (Vhs), der vor zehn Jahren auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Stefan Freitag gegründet wurde und den Namen "9. November" trägt, hat die Programmpunkte der "Woche der Erinnerung" zusammengestellt. "Uns ist es wichtig, dass besonders Jugendliche miteinbezogen werden", so Susanne Wege, Programmplanerin für den Bereich "Kultur und Familienbildung" bei der Vhs. Daher habe man sich mit Thomas Badstieber, Lehrer an der Gesamtschule, zusammengeschlossen, der jedes Jahr mit einer Gruppe von Schülern nach Auschwitz fährt. Unter dem Titel "Auschwitz: Mit eigenen Augen sehen, wovon andere nur reden" setzen sich die Jugendlichen bei dieser Fahrt mit den schrecklichen Fakten unserer Geschichte auseinander. Was sie zu sehen bekommen haben, als sie dort das ehemalige Konzentrationslager besuchten und welche Emotionen damit verbunden sind, werden sie in einer Ausstellung am Montag, 5. November, um 19 Uhr präsentieren. Ebenso wie bei allen anderen Veranstaltungen der "Woche der Erinnerung", sind Interessierte auch hier willkommen.

Um ehemalige jüdische Familien und ihr Leben in unserer Stadt geht es am Donnerstag, 8. November, um 15 Uhr, wenn am Nathan-Platz in Langenberg zur Erstpräsentation der Tafeln zur jüdischen Geschichte eingeladen wird. "Wir werden zunächst fünf Tafeln in diesem Velberter Stadtteil aufstellen, die über verschiedene Aspekte des jüdischen Alltagslebens informieren", so Frank Overhoff, Mitgründer des Vhs-Arbeitskreises und ehemaliger Schulpfarrer am Langenberger Gymnasium. "Leider haben fast alle eine festgefahrene Assoziation im Kopf: Juden sind Opfer. Dass das jüdischen Leben allerdings auch viele andere Inhalte hatte als die Verfolgung und die Reichspogromnacht, wollen wir damit aufzeigen." Finanziert werden konnten die Tafeln durch die Landeszentrale für politische Bildung und durch die Hilfe der Begegnungsstätte "Alte Synagoge" in Wuppertal. "In Velbert-Mitte und Neviges sollen zu späterer Zeit weitere solcher Tafeln an repräsentativen Orten aufgestellt werden", so Overhoff. "Sobald alle stehen, soll ein dazugehöriger Flyer veröffentlicht werden."

Programm:

Sonntag, 4. November, 10.15 Uhr: Gottesdienst zum Thema "Juden und Christen" in der Stadtkirche in Neviges, im Anschluss (circa 11.15 Uhr): Spaziergang "Auf jüdischen Spuren in Neviges".

Montag, 5. November, 19 Uhr: Eröffnung der "Woche der Erinnerung" durch Bürgermeister Dirk Lukrafka und Ausstellung "Auschwitz: Mit eigenen Augen sehen, wovon andere nur reden", Gesamtschule, Poststraße 119 in Velbert.

Dienstag, 6. November, 19 Uhr: Buchvorstellung "Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende (1939)" - Lesung von Frank Overhoff, Musik durch Alois Kott (Kontrabass), Vhs-Haus, Donnerstraße 13 in Langenberg.

Mittwoch, 7. November, 19 Uhr: Vortrag "Die Pogromnacht in Velbert" von Frank Overhoff, Musik durch Frank Eerenstein (Klavier): Palais de Mari, Evangelisches Gemeindezentrum, Oststraße 59 in Velbert.

Donnerstag, 8. November, 15 Uhr: Erstpräsentation der Tafeln zur jüdischen Geschichte in Langenberg, Musik: Pausen-Chor des Langenberger Gymnasiums, Nathan-Platz in Langenberg.

Donnerstag, 8. November,
19 Uhr: Vortrag: "Wie weiter mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus? Erinnerungskultur zwischen Generationswechsel, Rechtspopulismus und neuem Antisemitismus" von Dr. Ulrike Schrader, Jugendzentrum Villa B, Höfer Straße 37 in Velbert.

Freitag, 9. November, 10 Uhr: Kranzniederlegung, Gedenkstein an der Alten Kirche in Velbert.

Freitag, 9. November, 19 Uhr: Gedenkveranstaltung der Stadt Velbert, Gesamtschule, Poststraße 119 in Velbert.

Sonntag, 11. November, 11 Uhr: Gottesdienst zum Thema "Juden und Christen" in der Alten Kirche in Velbert, im Anschluss (circa 12 Uhr): Spaziergang "Auf jüdischen Spuren in Velbert".

Frank Overhoff, Mitglied und Mitbegründer des Arbeitskreises "9. November", sowie Susanne Wege, Programmplanerin für den Bereich "Kultur und Familienbildung" bei der Vhs, mit einer der Tafeln zur jüdischen Geschichte in Langenberg.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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