Neuer Forensik-Standort im Gespräch - Bergische Diakonie Aprath bietet Fläche in Wülfrath an

Fotos: Bangert
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In den Streit um mögliche Standorte für eine Forensik kommt neue Bewegung: Im Dezember hat die Bergische Diakonie Aprath einen Standort in Wülfrath-Oberdüssel angeboten.

Am gestrigen Freitag war Dr. Claudia Panke, Wülfraths Bürgermeisterin, im NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, um über das Thema zu sprechen. Im Vorfeld könne sie sich zu dem Vorschlag der Bergischen Diakonie Aprath nicht äußern, hieß es von Pressesprecherin Franca Calvano. Auch die Velberter Stadtverwaltung gibt sich zugeknöpft: „Wir müssen den neuen Vorschlag intern prüfen. Im Moment kann ich mich dazu nicht äußern“, sagte Velberts Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach.

Die geplante forensische Klinik im Landgerichtsbezirk Wuppertal sorgt seit Wochen für Zoff zwischen Kommunen und Proteste unter den Bürgern. Jetzt wird neben den Standorten Lichtscheid in Barmen und „Kleine Höhe“ an der Stadtgrenze zu Neviges ein dritter Standort geprüft: Die Bergische Diakonie Aprath hat ihr Gelände in Wülfrath-Oberdüssel vorgeschlagen.

Für Pfarrer Jörg Hohlweger, theologischer Vorstand der Bergischen Diakonie Aprath, und Gerhard Schönberg, kaufmännischer Vorstand, bietet sich das Gelände für eine forensische Klinik an. „Die ursprüngliche Zweckbestimmung des über 75 Hektar großen Oberdüsseler Geländes liegt in der Betreuung gefährdeter Menschen in räumlicher Distanz zum städtischen Lebensraum“, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese „Insellage“ bestehe seit 100 Jahren und biete einen politisch und gesellschaftlich akzeptierten Raum für soziale und therapeutische Arbeit.

Zurzeit befinden sich auf dem Gelände eine Förderschule, Tagesgruppen und Wohngruppen der Jugendhilfe Aprath sowie das Heilpädagogisch-Psychotherapeutische Zentrum mit Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Diese Angebote müssten nach Einschätzung der beiden Vorstandsmitglieder in einem vertretbaren Rahmen und ohne Qualitätseinbußen verlagert werden.
Gerhard Schönberg legt Wert darauf zu betonen, „dass wir als Bergische Diakonie Aprath nicht die Trägerschaft für die forensische Klinik anstreben.“ Vielmehr erhoffe er sich eine Intensivierung der bestehenden Arbeit in der Nachbetreuung ehemaliger forensischer Patienten.

Bereits im Dezember hat die Bergische Diakonie Aprath den Standort-Vorschlag beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW eingereicht. Dazu der Ministeriums-Sprecher Christoph Meinerz: „Natürlich prüfen wir diesen Vorschlag eingehend.“ Gestern war Wülfraths Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke zu einem Gespräch im Ministerium. Leider wurden die Ergebnisse des Gespräches nicht öffentlich kommuniziert.
Auch die Stadt Velbert will noch keine Einschätzung zu diesem neuen Vorschlag abgeben: „Wir müssen das intern prüfen“, sagte Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach.
Lange wird die Diskussion über mögliche Forensik-Standorte nicht mehr dauern: „Bis Ende Januar soll bezüglich des Forensik-Standortes eine Entscheidung fallen“, kündigte der Ministeriums-Sprecher Meinerz an.

Autor:

Miriam Dabitsch aus Velbert

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