Konsequenzen für Helios Klinikum Niederberg
Neustrukturierung der Frühgeborenenversorgung

Das Helios Klinikum Niederberg verliert die spezialisierte Versorgung von Früh- und Neugeborenen.
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Ein schwerer Verlust - nicht nur für das Helios Klinikum Niederberg, sondern auch für Familien aus dem Kreis Mettmann: Das Velberter Krankenhaus darf zukünftig keine spezialisierte Versorgung von Früh- und Neugeborenen mehr anbieten.

Grund dafür ist eine Änderung bei der künftigen Versorgung von Schwangeren und Frühgeborenen im Rahmen eines neuen Krankenhausrahmenplans. Diesen hatte das Land NRW im Juli 2013 durch das Gesundheitsministerium (MGEPA beziehungsweise MAGS) erlassen. Nun kommt es zur Umsetzung. 
Der Plan sieht ein zweistufiges Modell vor, in dem es zum einen Kliniken als Perinatalzentren Level I gibt und zum anderen Kliniken zur Geburtshilflichen Grundversorgung. Die beiden weiteren Versorgungstufen der Perinatalzentren II und III entfallen dabei ganz. 

Geburtshilfliche Grundversorgung

Für das Helios Klinikum Niederberg, das ab sofort zu den Häusern mit Geburtshilflicher Grundversorgung zählt, bedeutet diese Umstrukturierung, dass das Versorgungsangebot vor Ort deutlich reduziert wird. Ein Rückschlag für die Klinik-Leitung, die Mitarbeiter und natürlich auch für die Familien. Denn das Velberter Krankenhaus übernahm in den vergangenen 30 Jahren als einziges Krankenhaus im Kreis Mettmann die Versorgung von Schwangeren und Frühgeborenen, in einem Maße, das deutlich über dem der geburtshilflichen Regelversorgung liegt.

Klinik-Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse hatte zumindest auf eine adäquate Übergangsregelung gehofft.
  • Klinik-Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse hatte zumindest auf eine adäquate Übergangsregelung gehofft.
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„Dass die Krankenhausrahmenplanung geänderte
Versorgungsstrukturen vorsieht, war bekannt. Warum unsere Bemühungen um den Erhalt des Versorgungsangebotes, etwa durch eine Ausnahmeregelung für den Standort oder zumindest in Form einer adäquaten Übergangsregelung, nicht aufgegriffen wurden, ist bei allen Beteiligten auf großes Unverständnis gestoßen“, kommentiert Klinik-Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse die Änderung. Die erforderlichen Qualitätsanforderungen wurden erfüllt und jährlich bescheinigt. „Dass wir Schwangeren in Zukunft unser Versorgungsangebot nicht mehr im gewohnten Umfang anbieten können, obwohl alle Voraussetzungen dafür gegeben sind, macht uns sehr betroffen“, betont auch Dr. Sören Lutz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Wir werden die krankenhausplanerische Entscheidung zu akzeptieren haben, wodurch auch unsere neonatologische Intensivstation nicht mehr vorgehalten werden darf und eine Versorgung nur noch ab der Schwangerschaftswoche 36+0 möglich ist.“

Maßnahme muss nun
umgesetzt werden

Da dem Helios Klinikum Niederberg auch eine Übergangsfrist nicht gewährt wird, ist das Haus gezwungen, die gebotenen Maßnahmen zeitnah zu ergreifen und bereits in der kommenden Woche umzusetzen. „Natürlich hoffen wir, dass uns das hochspezialisierte Team auch künftig für den Standort erhalten bleibt und wir den betroffenen Kollegen eine adäquate Perspektive bieten können“, sagt Gerd Bloemertz, Pflegedirektor am Helios Klinikum Niederberg. „In Abstimmung mit dem Betriebsrat, der Personalabteilung und Pflegedirektion werden wir dazu in den kommenden Tagen mit allen, die von den Neuerungen betroffenen sind, individuelle Einzelgespräche führen.“ Parallel dazu arbeitet der Führungsstab der Klinik weiterhin mit Hochdruck daran, die spezialisierte Versorgung von Früh- und Neugeborenen künftig wieder im Rahmen eines peritonealen Schwerpunktes anbieten und die spezialisierten Mitarbeiter wieder in ihrem gewohnten Bereich einsetzen zu können.

Dr. Sören Lutz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
  • Dr. Sören Lutz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
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Im Rahmen der geburtshilflichen Versorgung steht das Helios Klinikum Niederberg werdenden Müttern auch weiterhin zuverlässig zur Seite. Das Angebot des hebammengeleiteten Kreißsaals sowie der hebammengeleiten Wöchnerinnenstation bleibt erhalten und auch die notfallmäßige Versorgung von Säuglingen sowie Notkaiserschnitte werden unverändert durchgeführt. Durch die angeschlossene Kinderklinik ist eine Rundum-Betreuung von Mutter und Kind - von Geburt an bis zum 18. Lebensjahr - auch in Zukunft gesichert, das gilt auch für das
Vorbereitungsangebot der Elternschule. Darüber hinaus kommt die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ihrem Versorgungsauftrag in vollem Umfang nach.

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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