Schüler machen mobil

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"Finger weg von der HKS“ steht auf einem Plakat, das Schüler der Klasse 6a der Heinrich-Kölver-Realschule über den Nevigeser Wochenmarkt tragen. Es regnet in Strömen, deshalb haben die Schüler ihre Plakate in transparente Plastiktüten gehüllt. Wegen des schlechten Wetters sind verhältnismäßig wenige Passanten unterwegs, trotzdem sammeln die Kinder so viele Unterschriften, wie sie können. Sie kämpfen für den Erhalt ihrer Schule.
Denn am Montag und Dienstag steht im Schulausschuss und Rat die Entscheidung über die Gründung einer neuen Gesamtschule an. Damit verbunden ist der Beschluss über die auslaufende Auflösung der Heinrich-Kölver-Realschule. Am Donnerstag haben SPD, Grüne, Linke und FDP sowie Ratsmitglied Jörg Schiweck beantragt, den Tagesordnungspunkt bezüglich der Realschule von der Tagesordnung zu nehmen. Damit wäre diese Schließung zunächst vom Tisch. Genau das, was Eltern, Lehrer und Schüler der HKS erreichen wollen: „Eine gut funktionierende, lebendige Schule darf nicht ohne Not kaputt gemacht werden“, sagt Lehrerin Sybille Vetter.

Das ist Politikunterricht hautnah“, sagt Vetter. Nachdem die Realschüler der Heinrich-Kölver-Schule zunächst im Unterricht Transparente gebastelt hatten, ging es jetzt auf die Straße.
Und der Protest auf dem Nevigeser Wochenmarkt am Donnerstag war erst der Anfang: „Wir werden uns wehren“, kündigt Vetter an, und das mit Trommeln und Sprechgesängen. Am Montag und Dienstag jeweils ab 16 Uhr wollen Schüler, Eltern und Lehrer lautstark auf dem Rathausplatz zum Ausdruck bringen, was sie von der möglichen Schließung halten: nämlich nichts.
„Die Schule soll erhalten bleiben, weil sie so toll ist, wie sie ist.“ Marius, Schüler der Klasse 6a, steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Auch Beate Donicar, Mutter eines Sechstklässlers, ist von der Tönisheider Realschule überzeugt. „Das ist eine super Schule“, sagt sie. „Hier werden viele gute Abschlüsse gemacht, viele Schüler wechseln weiter aufs Gymnasium.“
Dass sie mit ihrer Meinung nicht alleine dastehen, wollen die Aktiven mit einer Unterschriftensammlung zeigen. „Am Montag werden wir die Listen an Bürgermeister Stefan Freitag übergeben“, kündigt Vetter an.
Trotz des Regenwetters waren die Sechstklässler damit auch auf dem Wochenmarkt erfolgreich: „Unsere Liste ist voll“, sagt eine Schülerin. „Wir sind zu einem Frisör reingegangen. Dort hatten die Leute Zeit zu unterschreiben“, erklärt sie ihr Erfolgsrezept, und bekommt gleich eine neue, leere Liste in die Hand gedrückt. Ihre Freundin hat Flyer in der Hand, auf denen verkündet wird, dass Bildung kein Zufall sei. „Überschaubar, familiär, erfolgreich“ wird die HKS darauf beschrieben.
Sybille Vetter findet den Einsatz ihrer Schüler großartig. „Das ist gelebte Demokratie und ein Ausdruck des heutigen Zeitgeistes“, so die Pädagogin, die an die Demonstrationen bezüglich Stuttgart 21 erinnert. „Die Schüler lernen, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, sondern sich wehren kann.“

Autor:

Miriam Dabitsch aus Velbert

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