Alkohol in der Weihnachtszeit

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Zu einer Weihnachtsfeier, zum Festtagsessen und zur Silvesterparty gehört für viele ein Glas Sekt oder Wein zur Feierkultur dazu. Schnell bleibt es in geselliger Runde jedoch nicht bei einem Glas – doch wie viel Wein oder Sekt ist eigentlich erlaubt und gibt es einen unbedenklichen Alkoholkonsum? Eine Expertin gibt Tipps.
„Grundsätzlich gilt, dass sich regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum negativ auf unsere Gesundheit auswirkt“, fasst Doktor Daniela Musiol, Oberärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Diabetologie am HELIOS Klinikum Niederberg, zusammen. Es gibt allgemeine Richtlinien, die in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit entstanden und als Empfehlung für ein „gesundes Maß“ zu verstehen sind. Demnach liegt die risikoarme, maximale Trinkmenge für eine gesunde Frau bei 12 Gramm und für einen gesunden Mann bei 24 Gramm reinen Alkohol täglich. Zur Orientierung: 0,3 Liter Bier enthalten 13 Gramm, 0,2 Liter Wein 16 Gramm reinen Alkohol. An mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche sollte gar kein Alkohol auf der Getränkeliste stehen. Ein täglicher Alkoholkonsum über die risikoarme Trinkmenge hinaus erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen. So kann der Verzehr alkoholischer Getränke etwa die Entwicklung von Bluthochdruck begünstigen. Auch andere Organe wie Leber, Pankreas oder der Magen-Darm-Trakt können durch zu viel Alkoholgenuss geschädigt werden. „Außerdem wird der Kaloriengehalt von Alkohol oft unterschätzt“, weiß Doktor Musiol. „Ein Gramm Alkohol enthält sieben Kalorien, Fett beispielsweise neun Kalorien pro Gramm. Mit ein paar Gläsern Wein oder Bier konsumieren wir also eine Menge extra Kalorien, die uns gar nicht so bewusst sind, aber zur Gewichtszunahme bis hin zu Übergewicht führen können“, so die Diabetologin weiter. „Vor allem der Becher Glühwein schlägt uns ordentlich auf die Hüften. Ein Becher dieser süßen heißen Flüssigkeit hat in etwa 200 bis 250 Kcal und einen Kohlehydratanteil von 20 bis 30 Gramm.“ Ob das berühmte Glas Rotwein auch eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben kann, ist noch in Diskussion. „Diese Frage treibt die Wissenschaft schon viele Jahre um und lässt sich bis heute nicht eindeutig beantworten“, berichtet Doktor Musiol. „Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass Alkohol in geringen Mengen das sogenannte gute High-Density-Lipoprotein-(HDL-)Cholesterin im Blut erhöht und damit einen schützenden Effekt vor Herzerkrankungen haben kann. Das würde dann aber allgemein auf Alkohol zu treffen, nicht nur auf Rotwein“, führt die Medizinerin aus. Andere Studien verweisen auf einen herzschützenden Effekt durch die Polyphenole und Antioxidantien, die in den Trauben enthalten sind. In diesem Fall hätte Traubensaft die gleiche Wirkung. „Aufgrund der unzureichenden Studienlage und der Vermutung, dass der positive gesundheitliche Effekt doch eher gering ist, ist Alkohol sicherlich kein geeignetes therapeutisches Mittel“, konstatiert die Ärztin. Auch wenn es Gesundheitsrisiken gibt, die mit dem Konsum von Alkohol in Verbindung stehen, ist während der Weihnachtszeit auch ein Glas Wein erlaubt. Wichtig ist, die Menge im Auge und somit in einem vernünftigen Maß zu halten. Am besten ist es, bei Feiern oder Festessen immer zwischen einem alkoholischen und einem alkoholfreien Getränk zu wechseln. So bleiben Wein- und Bierliebhaber hydriert - und Sie trinken zudem weniger.

Autor:

Daniela Brößel aus Velbert

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