„Dem Mangel trotzen – Kindern eine Zukunft geben“

Auch beim letzten Jugendhilfetag herrschte bereits viel Andrang und Interesse in der Aula der Gesamtschule Heiligenhaus. | Foto: Archiv/ Bangert
  • Auch beim letzten Jugendhilfetag herrschte bereits viel Andrang und Interesse in der Aula der Gesamtschule Heiligenhaus.
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Der fünfte Jugendhilfetag beschäftigt sich mit der steigenden Kinderarmut in Deutschland. Die Lebenssituation dieser Kinder in allen Aspekten zu verbessern und Benachteiligungen auszugleichen, ist vorrangiges Ziel der Jugendhilfe. Der diesjährige Jugendhilfetag am Samstag, 2. Oktober, ist zugleich der öffentliche Auftakt eines zweijährigen Projektes, das der kommunalen Armutsvorsorge gewidmet ist. In diesem Projekt, das durch das Landesjugendamt gefördert wird, arbeiten neben der Stadt Heiligenhaus der Caritasverband für den Kreis Mettmann und die Diakonie für den Kirchenkreis Niederberg mit. Ab 10 Uhr werden in der Mensa der Gesamtschule, Hülsbeckerstraße 5, verschiedene Institutionen ihr Angebot zum Thema präsentieren. Die Veranstaltung wird durch Michael Beck, Jugend- und Sozialdezernent der Stadt Heiligenhaus, eröffnet. Der Tagesablauf sieht ein buntes Programm vor. So wird die Jugendbuchautorin Doro May aus ihrem Buch „Unkaputtbar“ vorlesen und die Theatergruppe „thevo“ ein Improvisationsstück vorführen. Außerdem runden die Referate von Thomas Reißberg, Referent für Kinder, Jugend, Familie und Sport bei der SPD-Fraktion im Landtag, und Michaela Hofmann, Diplom-Sozialpädagogin und stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, die Veranstaltung ab. Neben der Vermittlung von Sachinformationen zum Thema ist es deshalb ein wesentliches Ziel des diesjährigen Jugendhilfetages, die unterschiedlichen Institutionen für die vielfältigen Problemsituationen von Armut betroffener Kinder zu sensibilisieren, um so Unterstützungsmethoden entwickeln zu können. 1.092 Tafelkarten werden in Heiligenhaus verteilt. Davon sind 293 von Kindern. „Doch das ist nur ein Bruchteil der Realität“, erläutert Renate Zanjani vom Diakonischen Werk für Niederberg. „Hilfesysteme werden aus Scham oft nicht angenommen, deswegen müssen diese Schwellen überwunden werden. Man muss auf die Betroffenen zugehen“. Armut bedeute für viele Kinder aber weitaus mehr, als „nur“ eine unzureichende Grundversorgung: Sie gehe einher mit geringeren Bildungschancen, statistisch betrachtet einer schlechteren Gesundheit und oft auch dem Ausschluss von Kultur, sowie enormen Einschränkungen in der Freizeit. Letztendlich führe Armut von Kindern immer auch zu sozialer Abgrenzung. Mit der Veranstaltung, die im Rahmen eines Sonderprogramms des Landesjugendamtes gefördert wird, sollen auch erste Grundsteine für ein lokales Netzwerk gegen Armutsfolgen gelegt werden. Dem Austausch, der Vorstellung bereits bestehender Hilfsangebote und der Ideensammlung ist deshalb entsprechend großer Raum gewidmet. „Gemeinsam sind wir stark und fähig etwas zu verändern“, ist Thomas Langmesser vom Jugendamt Heiligenhaus sicher. Die Anmeldezahlen sprächen bereits dafür, dass großes Interesse am Thema vorhanden sei.

Autor:

Carolin Lüdtke aus Velbert

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