Nicht auf Leistungen verzichten: Der Velberter Marc Schmitt ärgert sich über den Anruf der AOK

Marc Schmitt ärgert sich über die AOK.
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Marc Schmitt ist sauer: Mit einem Anruf fragte die Versicherung seiner pflegebedürftigen Mutter, ob er nicht selbst Aufgaben des Pflegedienstes übernehmen könne.

„Meine Mutter wird seit sechs Jahren jeden Tag von einem Pflegedienst betreut, unter anderem werden ihr Kompressionsstrümpfe angezogen. Jetzt hat mich die AOK angerufen und gefragt, ob ich das nicht in Zukunft selbst übernehmen kann“, sagt Marc Schmitt.
Der Velberter ist fassungslos über ein solches Angebot. Sogenannte Anziehhilfen sollen das Anziehen erleichtern und würden dem Versicherten im Falle seiner Zustimmung zugeschickt. „Meine Frau und ich sind doch gar nicht hinreichend ausgebildet, um die Strümpfe fachgerecht anzuziehen! Dafür gibt es ja Pflegedienste, die das übernehmen. Was ist denn, wenn wir meiner Mutter Schaden zufügen, wenn wir die Strümpfe falsch anziehen?“, fragt Schmitt. Er ist sich sicher: Die Krankenkasse wolle Geld einsparen, indem sie das Pflegepersonal nicht mehr bezahlen müsse - auf Kosten der Versicherten.
Auf Anfrage des Stadtanzeigers erklärt Martin Otte, stellvertretender Regionalleiter der AOK im Kreis Mettmann, die Hintergründe der Anrufe. „Wir bieten diese Leistung offensiv an, weil wir der Meinung sind, dass Pflege dazu da ist, den Kunden ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Das ist in vielen Fällen nicht der Fall, wenn ein Pflegedienstleister seine täglichen Routen abfährt und immer zu bestimmten Zeiten beim Versicherten ist“, so Otte. „Indem wir den Kunden die Möglichkeit geben, gewisse Leistungen selbst zu übernehmen, können unsere Versicherten ihren Alltag individueller planen und spontan entscheiden, wann was gemacht werden soll“, erklärt Otte weiter. Dies sei nicht nur bei Kompressionsstrümpfen der Fall, auch Versicherten, die ‚nur‘ eine Medikamentengabe benötigen, werde diese Möglichkeit angeboten.
Um Anwendungsfehler, wie ein falsches Anziehen der Kompressionsstrümpfe, zu vermeiden, biete die AOK Hilfe von Pflegeberatern an. Diese seien ausgebildete Pflegefachkräfte und „zeigen den Versicherten und ihren Angehörigen in der Praxis, wie die Anziehhilfen anzuwenden sind“, so Otte.
Marc Schmitt überzeugt das jedoch nicht. Er möchte nicht auf die Leistungen der Pflegekräfte verzichten und kein Risiko eingehen. „Außerdem ist es uns zeitlich aufgrund der Berufstätigkeit gar nicht möglich, so verlässlich für meine Mutter da zu sein, wie die Pflegekräfte.“
Martin Otte betont, dass „die AOK diese Leistungen trotz der entstehenden Zusatzkosten für die Pflegeberater, den Kundenservice und die Hilfsmittel kostenlos für die Versicherten anbietet, weil die Pflege und Nähe am Kunden im Vordergrund stehen und wir die Pflegesituation verbessern wollen.“

Autor:

Alice Gevelhoff aus Velbert

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