Rosa Luxemburg war nicht begeistert - Lesebuch beschäftigt sich mit der Geschichte der SPD im Kreis Mettmann

Das Autorenteam: Hans-Willi Meyer (von links), Reinhard Schneider, Hermann Schwarze, Reiner Klinger und Hermann Schmidt. Foto: Banger
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Rosa Luxemburg war nach ihrem Besuch in Heiligenhaus nicht gerade begeistert von der Landgemeinde.

„Die Leute machen einen schwerfälligen Eindruck, der Vorsitzende noch mehr“, schrieb die Theoretikerin der Sozialdemokratie. Im Mai 1911war die Politikerin aus Berlin zehn Tage lang im Wahlkreis Lennep-Remscheid-Mettmann unterwegs. Zweieinhalb Stunden sprach sie in einer überfüllten Versammlung vor rund 250 Menschen, die nach einem langen Arbeitstag versuchten, ihrer Rede zu folgen. „Die Leute waren sehr zufrieden“, stellte sie auf einer Postkarte fest, die sie an den Redakteur der „Bergischen Arbeiterstimme“ in Solingen schrieb, während sie im Höseler Bahnhof auf den Anschlusszug wartete.
Diese und andere interessante Details aus der Geschichte der Heiligenhauser SPD hat ein Autorenkollektiv für das „Lesebuch zur Geschichte der SPD im Kreis Mettmann“ zusammengetragen. Einen erheblichen Teil davon hat der langjährige Schriftführer des Ortsvereins, Hans-Willi Meyer zusammengetragen. „Die große Zeit hatte die SPD in den 70er Jahren durch Willi Brandt“, weiß Chronist Meyer. „Wir hatten schon abgesprochen, wie das 300. Mitglied geehrt werden sollte, aber dazu kam es dann doch nicht.“ Heute haben 120 Heiligenhauser ein SPD-Parteibuch.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, die Fakten von 1897 bis heute zusammenzutragen“, gibt Hermann Schwarze zu, der bisher einzige Sozialdemokrat, der 1989 aus einer freien Wahl heraus zum Heiligenhauser Bürgermeister gekürt wurde.
Als herausragende Persönlichkeit aus dem Ortsverein wird Professor Dr. Jakon Muth vorgestellt. Vom Maurerlehrling brachte es der gebürtige Rheinhesse zu einem „weltweit anerkannten Pädagogen“, wie Hermann Schwarze betont. „Das Konzept der Gesamtschule beruht auf seinen Ideen. Mich wundert es, dass heute nichts in Heiligenhaus an ihn erinnert, in Kettwig wurde eine Schule nach ihm benannt.“ In der Nachbarstadt dozierte der Muth an der Pädagogischen Akademie, die es dort einmal gab.
Mit dem Buch laden die Herausgeber Kerstin Griese und Peter Zwillung zu einer Zeitreise in die 150-jährige Geschichte der SPD in den Grenzen des heutigen Kreisgebietes ein, die ISBN-Nummer lautet: 978-3-942972-09-3.

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