Was Jugendliche wollen

Kümmern sich um die Belange der jungen Velberter (von links): Matthias Kubitschek, Pressesprecher der JuLis, Ramona Ebner, Dennis von Fülpen und Kathrin Klatzek, Vorsitzende der JuLis in Velbert.
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Seit im Bürgerhaus Velbert die Musik aus ist, weiß Ramona Ebner nicht mehr, wo sie feiern soll. Sie hat die Gruppe „Velbert stirbt aus“ auf Facebook gegründet, wo schon mehr als 1000 junge Velberter diskutieren.
Die Relevanz der Gruppe hat auch Kathrin Klatzek, Vorsitzende der JuLis in Velbert, erkannt. Sie will die Themen jetzt in die Politik tragen und für einen Austausch sorgen.
„In Velbert ist nichts mehr los“, sagt Ramona Ebner. Die 27-Jährige ist Mutter einer Tochter und hat einen Abend pro Monat, an dem sie feiern gehen kann. Da möchte sie ihre Heimatstadt nur ungern verlassen - „es könnte ja was mit der Kleinen sein“ - aber in Velbert fehlt einfach eine Disco, meint Ebner.
Mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da. Das zeigt das rasante Wachstum der Facebook-Gruppe „Velbert stirbt aus“, die in vier Wochen bereits mehr als 1.000 Mitglieder akquiriert hat.
Neben der fehlenden Möglichkeit, tanzen zu gehen, beklagen die zumeist jungen Mitglieder der Gruppe ein fehlendes Kino, Leerstände in der Innenstadt bzw. ein fehlendes Angebot für ihre Altersklasse, die Zustände von Spielplätzen und des Herminghausparkes.
„Die 14- bis 25-Jährigen fühlen sich im Stich gelassen“, hat Kathrin Klatzek, Vorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis) in Velbert, erkannt. Jetzt setzt sie sich dafür ein, dass die Anliegen der Gruppe in Verwaltung und Politik Gehör finden. „In der Mutterpartei haben wir das schon kommuniziert“, sagt die 25-Jährige. Dort sei man auf geteilte Meinungen gestoßen, ergänzt JuLi-Pressesprecher Matthias Kubitschek, wolle aber dran bleiben.
Aber das ist erst der Anfang. Bis morgen, Sonntag, können Velberter noch Wünsche äußern, dann erstellt Ramona Ebner zusammen mit anderen Aktiven eine Liste. „Die tragen wir am Dienstag im Jugendhilfeausschuss vor“, sagt Ebner. Außerdem hat sich Klatzek mit einem Brief an Bürgermeister Stefan Freitag gewandt. „Die Diskussion ist zu begrüßen“, freut sich die Jungliberale, dass sich viele junge Velberter zu Wort melden - auch wenn bei weitem nicht jeder Kommentar verwertbar ist.
Um Erfolge zu erzielen, will sie die Anliegen jetzt gegenüber der älteren Generation kommunizieren - am liebsten einmal pro Jahr. Bei einem ersten Treffen in der realen Welt kamen 21 Mitglieder. Daraus, so erhofft sich Klatzek, könnte ein Arbeitskreis entstehen, der die jungen Velberter Themen vertritt.
Das hofft auch Ebner, die die Gruppe mit dem provokanten Namen gegründet hatte, nachdem im Bürgerhaus keine Partys mehr stattfanden. „Wo sollen wir hin?“, fragt sie - und hofft jetzt auf Antworten und Taten von Seiten der Politik.
Denn in einem Punkt sind sich die engagierten Velberter einig: Wegen der Familie, Freunden und dem Job wollen sie der Stadt nicht den Rücken kehren.

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