Rundgang durch den "Stillen Park" in Velbert

Eine angesichts der Hitze recht große Gruppe von Interessierten traf sich zum Rundgang im wieder eröffneten "Stillen Park" in der Velberter Innenstadt, zu der die SPD in ihrem Sommerprogramm eingeladen hatte.
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  • Eine angesichts der Hitze recht große Gruppe von Interessierten traf sich zum Rundgang im wieder eröffneten "Stillen Park" in der Velberter Innenstadt, zu der die SPD in ihrem Sommerprogramm eingeladen hatte.
  • hochgeladen von Annette Schröder

Anlage zwischen Kurzer und Bahnhofstraße nach Sanierung wieder geöffnet

Nach den Sommerferien soll der "Stille Park" in Velbert-Mitte ganz offiziell mit einer kleinen Zeremonie der Öffentlichkeit übergeben werden, die SPD lud in ihrem Sommerprogramm schon einmal zu einer Besichtigung ein.

Eine ganz Weile hatten Bauzäune die Eingänge versperrt, seit Anfang Juli ist der "Stille Park" nach einer Sanierung wieder geöffnet. Doch bevor die Führung richtig losgeht, begrüßt uns Wilhelm Meincke, Vorsitzender der AG 60 plus mit der guten Nachricht, dass erstmal alle mit Wasser versorgt werden. Denn auch dieser Nachmittag ist heiß und stickig. Trotzdem ist eine recht große Gruppe von etwa 25 Interessierten erschienen.
Das Gelände zwischen Kurzer und Bahnhofstraße ist ein ehemaliger Friedhof. "Das erste, was uns hier auffiel, ist, dass hier viele sehr bekannte und verdiente Velberter begraben worden sind", sagt Horst Borrmann vom Velberter Verschönerungsverein, der die Gruppe durch den Park führt.

1806 von der königlichen Regierung als Friedhof zugelassen

Das ursprünglich rund 1400 Quadratmeter große Gelände der evangelischen Gemeinde wurde 1806 von der königlichen Regierung in Düsseldorf als Friedhof zugelassen. Anlass war ein Erlass des Herzogs, der besagte, dass nicht weiter um die Kapelle herum bestattet werden dürfte, sondern mindestens 1000 Meter davon entfernt. Die erste Bestattung fand am 9. April 1808 auf dem neu eingerichteten Friedhof statt. Zu den großen Velberter Namen, die man hier findet gehören die des Arztes Knickmeyer, Franz Ferdinand Ladwig, Wilhelm Langenhorst und die Familie Schulte. Noch bis 1960 wurden hier Velberter begraben.
Die evangelische Kirche wollte den Park für den Wohnungsbau verkaufen, das konnte der Verschönerungsverein verhindern. Handelt es sich beim "Stillen Park" doch um eine der wenigen Grünflächen in der Innenstadt. "Der Park war jahrelang ziemlich verkommen und nur noch ein großes Hundeklo", erzählt Borrmann. In den vergangenen Monaten sind Wege durch den historischen Park wieder hergerichtet worden, ein paar Bänke laden zum Verweilen ein.

Viele der alten Grabsteine sind stark verwittert

Bei unserer Runde raschelt lautstark das Laub unter unseren Füßen, auch hier ist alles knochentrocken. Da wir an Grabmalen vorbeigehen, herrscht ansonsten eine beinahe andächtige Stille. Kein Ort, der zum Herumtollen einlädt, sondern eher zur stillen Einkehr. Viele der alten Grabsteine sind so verwittert, dass man die Inschriften kaum noch entziffern kann. Man hat den Eindruck, dass den hier Bestatteten schon lange nicht mehr soviel Ehre zuteil geworden ist.
Bereits seit Ende der 1980er Jahre steht der Park unter Denkmalschutz. Das macht es für den Velberter Verschönerungsverein nicht immer einfach, der hier noch viel Arbeit vor sich sieht. "Man kann hier nicht einfach die Steine an die Seite schieben", erklärt Horst Borrmann. Zurzeit versucht der Verein unter anderem Geld aufzutreiben, um das Grabmal von Josef Damm von der Firma "Damm & Ladwig", später BKS, wieder aufzustellen. "Die Steine liegen auf dem evangelischen Friedhof", erzählt Borrmann. Die Erben in New York hätten leider selbst keinerlei Interesse gezeigt.
Die Restaurierung des "Stillen Parks" hat die Stadt bezahlt, die Maßnahme war Teil des „Integrierten Handlungskonzepts zur Aktivierung der Innenstadt von Velbert-Mitte“ und wurde laut Stadt mit 80 Prozent Städtebaufördermitteln durch das Land NRW und den Bund kofinanziert.
Die grüne Wegeverbindung zwischen dem Park und der Christuskirche ist unter Federführung der Technischen Betriebe Velbert wiederhergestellt worden. Wer den kleinen Rundweg entlang läuft, kommt auch an der wiederhergestellten historischen Lindenallee vorbei, rund 13 Bäume wurden hier neu gepflanzt. Durch den Rückschnitt bei einigen Bäume und einzelne Baumentnahmen seien laut Stadt zudem Sichtbeziehungen zur Christuskirche wiederhergestellt worden. Die alten Grabanlagen wurden vom Velberter Verschönerungsverein wieder hergerichtet. Manche Steine sind sehr verwittert und ihre Inschriften kaum noch lesbar.

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