Der Künstler geht auf dünnem Eis. Erschafft er Kunst? Baut er nur Scheiß?
Oliver Steller spricht und singt Robert Gernhardt „Hell und schnell“

Oliver Steller kommt nach Voerde.
  • Oliver Steller kommt nach Voerde.
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Er gilt als die schönste Stimme der deutschen Lyrik, ja er ist die Stimme der deutschen Lyrik: Oliver Steller. Am Freitag, dem 1. März, 20 Uhr kommt der im Kreis Wesel durch den Literarischen Weihnachtsabend sehr bekannte Oliver Steller auf Einladung des Vereins r(h)ein-kultur-welt (rkw) in das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde an der Rönskenstraße 77 in Voerde. In seinem gerade uraufgeführten, neuen Programm „Hell und schnell“ singt, rezitiert und erzählt er von und über Robert Gernhardt.

Humor und Liebe, Alltag und Leben sind die Themen bei Robert Gernhardt. Seine große Kraft liegt im Privaten. Er weiß schon lange, dass Wein besser als Sex ist. Seine Gedichte sind leicht und humorvoll. So, wie seine Vorbilder Wilhelm Busch, Christian Morgenstern und Loriot, ist Robert Gernhardt ein messerscharfer Beobachter und in einer Zeit, in der uns das Lachen schon mal im Halse stecken bleibt, ein gutes Gegengift. Robert Gernhardt schenkt uns das befreite Lachen, wie wir es kaum noch kennen.

Der rote Faden des Abends ist das Leben Robert Gernhardts, der als Kind von Estland nach Posen übersiedelt und nach dem Krieg auf Umwegen nach Göttingen flieht. In den 60ern hockt er auf Apfelsinen-Kisten, ist aber weitestgehend unpolitisch, schreibt in den 70ern für Otto Waalkes, gründet in den 80ern die Satirezeitschrift Titanic, wird in den 90ern mit Preisen überhäuft und schreibt ab dem Millennium über seine Krankheiten, die er als „Schangse“ sieht.

Oliver Steller (Jahrgang 1967) hat in den USA Komposition, Gitarre und Gesang studiert und im Anschluss als freier Musiker in Chicago gelebt, wo er unter anderem mit Carlos Santana und Miles Davis Musik machte. Zurück in Deutschland fiel vor bald zwanzig Jahren Lutz Görner die Stimme Stellers auf und der befand: "Nur zum Singen viel zu schade." Steller wurde Rezitator. Programme mit Werken von Hölderlin, Kästner, Rilke, Heine, Lessing und Tucholsky wurden aufgelegt, inzwischen ist das Dutzend CD-Produktionen längst überschritten. 

Karten zum Preis von 15 Euro (Schüler und Studenten zahlen vier Euro) gibt es im Vorverkauf in Voerde bei Schreibwaren Groos, Friedrichsfelder Str. 20 (02855-81958), den Buchhandlungen Korn am Dinslakener Altmarkt (02064-58310) und in Wesel, Brückstraße 13 (0281-21876), in der Buchhandlung Kammer in Hamminkeln, Diersforter Straße 4 (02852-9651617), sowie bei Buch & Präsent Mila Becker in Friedrichsfeld, Bülowstaße. 4 (0281-41409), eventuelle Restkarten an der Abendkasse.

Und: Menschen, die sich gerne den Abend anhören möchten, es aber wegen ALG II-Bezug oder ähnlichem nicht finanzieren können, senden – wie immer – eine Mail an r_k_w@web.de. Unter Ihnen werden Eintrittskarten für 4 Euro verlost.

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