Wohnbau Dinslaken und Stadtwerke Voerde starten Pilotprojekt
Hausgemachter Strom

(V.l.n.r.): Geschäftsführer Wilhelm Krechter, Azubi Jan Martin, Prokurist Guido Matzken und Bauleiter Veit Krupp von der Wohnbau Dinslaken sowie Controller Alexander Hauser, Dirk Haarmann (in zweifacher Funktion als Bürgermeister und Geschäftsführer), Geschäftsführer Jan Paul Hagedorn und Projektleiter Thomas Flürenbrock von den Stadtwerken Voerde stellten das Mieterstrommodell vor. Foto: D. Vogel
  • (V.l.n.r.): Geschäftsführer Wilhelm Krechter, Azubi Jan Martin, Prokurist Guido Matzken und Bauleiter Veit Krupp von der Wohnbau Dinslaken sowie Controller Alexander Hauser, Dirk Haarmann (in zweifacher Funktion als Bürgermeister und Geschäftsführer), Geschäftsführer Jan Paul Hagedorn und Projektleiter Thomas Flürenbrock von den Stadtwerken Voerde stellten das Mieterstrommodell vor. Foto: D. Vogel
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Solarstrom direkt vom Dach zu beziehen, war lange ein Privileg von Eigenheimbesitzern. Im Voerder Stadtteil Friedrichsfeld realisieren die Stadtwerke Voerde gemeinsam mit der Wohnbau Dinslaken jetzt ein Mieterstrommodell. Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 machen das nachhaltige Photovoltaik-Konzept für Mehrfamilienhäuser möglich.
Am Bauhof 9 -11 in Friedrichsfeld wird intensiv gebaut: Auf dem Gelände errichtet die Wohnbau Dinslaken in drei Gebäuden 33 moderne barrierefreie Mietwohnungen und einen Gemeinschaftsraum sowie Garagen und Stellplätze mit Vorbereitung für Ladestationen für Elektrofahrzeuge und ein „Fahrradhaus“ mit Ladestation für E-Bikes und E-Scooter. Bezugsfertig sind die ersten Wohnungen im August. Die Stadtwerke Voerde als Energieversorger beliefern die Bewohner*innen dann direkt vom Dach des Hauses mit „sauberem“ Solarstrom aus der Photovoltaikanlage.

Neue Wege gehen

„Wir haben damit einen neuen Weg beschritten“, erläutert Wilhelm Krechter, Geschäftsführer der Wohnbau Dinslaken, beim Ortstermin das neueste Bauvorhaben. Bislang habe man sich als Wohnungsbauunternehmen „da, wo man es in eigener Hand hat“, darum gekümmert, die CO2-Emmission zu mindern. Beispielsweise durch spezielle Dämmung der Häuser und durch die Umstellung der Heizenergie von Fern- auf Nahwärme. Man habe mittlerweile einen guten energetischen Standard erreicht und sei dadurch bereits Vorbild für die Region. „Allerdings stand der Stromverbrauch der Häuser bislang nicht in unserem Fokus“, sagt Krechter. Die Gebäude zukünftig energetisch ganzheitlich zu betrachten, sei aber notwendig. Ebenso sei eines der wesentlichen Unternehmensziele die Kosten für das Wohnen inklusive der Nebenkosten, bezahlbar zu machen. Mit dem Mieterstrommodell sei für eine fast CO2-freie Energieversorgung, die nicht zusätzlich finanziell belastet gesorgt.

Innovation braucht Partner

Das Ziel, klimaneutrale Gebäude zu errichten, könne man allein nicht bewerkstelligen. Dies benötige Vernetzungen, idealerweise mit den vor Ort agierenden Partnern.
Als Projektpartner konnte die Wohnbau „schnell“ die Stadtwerke Voerde mit ins Boot holen. Als junges Unternehmen bieten die Stadtwerke neben der Wasser- mittlerweile auch die Energieversorgung durch Gas und Strom über Beteiligungen aus „eigenen Netzen“ an. „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mit regenerativer Energie versorgen“, erklärt Bürgermeister Dirk Haarmann und „als Partner für den Klimaschutz vor Ort zur Verfügung stehen.“ Photovoltaik sei ein wesentlicher Bestandteil, um die Klimabilanz zu verbessern. Daher sei unbestritten, dass man die Potenziale auf den Dachflächen nutzt.

Beitrag zum Klimaschutz

Auf allen drei Häusern, haben die Stadtwerke Photovoltaikanlagen errichtet. Die 186 Solarmodule mit einer Leistung von zusammen 71,61 Kilowatt Peak erzeugen pro Jahr rund 65.000 Kilowattstunden Sonnenstrom. Dieser kann direkt über das Hausnetz an die Mietparteien geliefert werden. Der Vorteil: Weil die Stromproduktion und -abnahme kein öffentliches Stromnetz benötigt, ist der Ökostrom besonders kostengünstig. „Kostenbestandteile wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgabe und Stromsteuer entfallen, somit liegen die Stromkosten mindestens zehn Prozent unter dem jeweils gültigen Grundversorgungstarif“, heißt es seitens der Stadtwerke. Sollte der Strombedarf die Produktion der Solaranlagen übersteigen, versorgen die Stadtwerke Voerde die Häuser mit Ökostrom aus dem öffentlichen Netz zu denselben Konditionen. Ein Anschlusszwang besteht nicht. „Gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich ist dieses Pilotprojekt hochwirksam“, ergänzt Haarmann.
Die CO2-Einsparung pro Jahr beträgt 43 Tonnen. Mieterstromkunden profitieren in mehrfacher Hinsicht. Ihr Strom ist sauber, günstig und wird direkt vor Ort gewonnen – ein guter Beitrag zur Energiewende.

Autor:

Dunja Vogel aus Voerde (Niederrhein)

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