Spellen wird bunt
Kunst auf dem Kasten

Die BIG Spellen Initiatoren der Aktion (v. l.): Kirsten Lehmkuhl, Manfred Ridderskamp, Ludger Ernsting, Graffiti-Künstler Daniel Diessner, Günter Lehmkuhl, Joachim Kaßelmann (1. Vorsitzender SV Spellen)  und Klaus Kuckhoff.
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  • Die BIG Spellen Initiatoren der Aktion (v. l.): Kirsten Lehmkuhl, Manfred Ridderskamp, Ludger Ernsting, Graffiti-Künstler Daniel Diessner, Günter Lehmkuhl, Joachim Kaßelmann (1. Vorsitzender SV Spellen) und Klaus Kuckhoff.
  • Foto: Dunja Vogel
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Vielerorts gibt es sie schon, die „Kunst am Kasten“. Das Rheindorf Spellen ist jetzt auch mit dabei und lässt triste Strom- und Wasserverteilerkästen in bunte Kunstobjekte umgestalten.
„Das ist unsere neueste Aktion, um unser Dorf schöner zu gestalten“, erzählt Kirsten Lehmkuhl von der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Spellen (BIG Spellen).
Drei Stunden lang legte der Weseler Graffiti-Künstler Daniel Diessner am vorvergangenen Freitag Hand an, bis er gegen Mittag sein Werk beendet hatte und nun der erste Verteilerkasten im Dorf über ein farbenfrohes Motiv verfügt. Die Vorarbeiten, wie das Reinigen und Abschleifen, fanden bereits einige Tage zuvor statt. Etwa einen Kilometer vom Dorfkern entfernt, an der Ecke Groelberg/Mühlenberg, ist die Kunst auf einem der größten Verteilerkästen im Ort zu sehen.

100 Jahre SV Spellen

Gegenüber der Sportanlage des SV Spellen ziert das Logo des Vereins in den Farben Blau und Weiß die 2 mal 2,5 Meter große Fläche. „Das Motiv wurde mir vorgegeben, bei der Umsetzung hatte ich künstlerisch freie Hand“, erzählt Diessner. Das Logo sollte er optisch erhalten, die Buchstaben darin habe er allerdings „graffitimäßig“ angepasst, sagt er. Passend zum 100-jährigen Jubiläum hat sich der Verein, der auch Sponsor der Aktion ist, damit ein Geschenk gemacht. Wegen Corona wird die Feier erst im nächsten Jahr stattfinden. Die gebundene Festschrift, eine 130-seitige Reise durch die Geschichte des Vereins, hat Manfred Ridderskamp, Ehrenvorsitzender des SV Spellen und Mitglied der BIG Spellen, beim Ortstermin mit im Gepäck. Drei Jahre habe er gemeinsam mit seinem Sohn Carsten daran gearbeitet. „Ich habe die Texte geschrieben, mein Sohn hat sich um das Bildmaterial gekümmert“, erzählt er. Was dabei herausgekommen ist, ist durchaus lesenswert.

Lokale Kunst

Ludger Ernstings Idee, die Verteilerkästen im Ort optisch aufzuwerten, sei bereits vor drei Jahren entstanden. „Auf die Genehmigung der Betreiber der Verteilerkästen mussten wir mitunter ein wenig warten. Auch von der Stadt haben wir das O.K. bekommen“, sagt Kirsten Lehmkuhl. Und: Der BIG sei es wichtig, dass die Aktion von einem lokalen Künstler umsetzt wird. Durch Ernstings Recherche im Internet ist der Kontakt zu Daniel Diessner, der gemeinsam mit Dimitri Urbach die Liebe zur Graffiti-Kunst teilt, entstanden. Was für Diessner in der Jugend als Hobby begann, übt der 31-jährige, der hauptberuflich bei Thyssen angestellt ist, mittlerweile professionell aus. Gemeinsam gründete das Weseler Duo 2014 die Farbfanaten. Mit Spraydose und Farbpistole ausgestattet, verstehen sie ihr Sprüher-Handwerk. Das habe sich mittlerweile im Kreis Wesel rumgesprochen. Neben einigen Weseler Eseln, ziert Diessners Graffiti-Kunst auch Wände in Unternehmen und im privaten Bereich.

Freigabe für weitere Kästen

In den nächsten Wochen wird er mit Acryllack-Spray weitere Verteilerkästen in Spellen verschönern. „Für zwei weitere haben wir bereits die Freigabe, aber noch keinen Sponsor“, so Lehmkuhl. Die beiden kleinen Kästen vor Edeka Stepper stehen, wenn das Wetter mitspielt, am kommenden Wochenende an. Dass das Motiv Lebensmittel darstellen wird, ist naheliegend. „Es wird wohl eine gefüllte Einkaufstüte sein“, verrät Diessner. An der Ecke Hahnenstraße/Mehrumer Straße steht der dritte Kasten. Er wird zwei Motive darstellen: Natur und Blumen auf der einen, Noten und Notenschlüssel, mit Hinweis auf das 100-jährige Bestehen des MGV Spellen, auf der anderen Seite. Dass die Kunstwerke nicht beschädigt werden und dem Ort lange erhalten bleiben, hoffen alle Beteiligten. Unter den Sprayern, die Graffiti als Kunst sehen und das Sprayen ernst nehmen, gäbe es einen Ehrenkodex, erklärt der Farbfanat. „Da sollte eigentlich nichts passieren“, beruhigt er.
Weitere Vereine, darunter der BSV Frohsinn Mehr-Ork-Gest, haben bereits ihr Interesse an der Aktion bekundet. „Wir sind natürlich immer auf der Suche nach Sponsoren, die sich gerne bei uns melden dürfen“, sagt die Spellenerin. Interessierte, die die Aktion unterstützen möchte, erhalten weitere Informationen unter www.big-spellen.de.

Autor:

Dunja Vogel aus Voerde (Niederrhein)

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