Ein Mann in einem Frauenberuf: Dirk Knüvener ist Erzieher

Dirk Knüvener ist Erzieher. Ein Beruf, in dem Männer selten zu finden sind. Den Kindern ist das egal. Im Gegenteil: Schnell haben die Kleinen herausgefunden, dass sein breiter Rücken auch mal mehrere Kids auf einmal trägt.
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Erzieher zu werden, war für Dirk Knüvener kein lang gehegter Berufswunsch, sondern eher eine logische Entwicklung seines Lebenslaufes.

Schon während seiner Schulzeit am Theodor-Heuss-Gymnasium in Waltrop betreut er Messdiener in der Gemeinde St. Ludgerus, begleitet Kinder und Jugendliche auf Ferienfreizeiten und beim Räppeln.
„Ich habe mich schon immer für soziale Arbeit interessiert“, berichtet der 28-Jährige. Nach Abschluss seiner Fachoberschulreife absolviert er ein dreimonatiges Praktikum beim Kinder- und Jugendbüro Waltrop, organisiert den Kinderferienspaß mit und arbeitet eng mit dem Kinder- und Jugendparlament zusammen. Anschließend folgt ein Praktikum beim Kulturbüro Waltrop. Insgesamt sechs Jahre begleitet er den Kinder- und Ferienspaß Waltrop.
Mit Anfang 21 bewirbt er sich an der Alexander-Hegemann-Schule, einem Berufskolleg in Recklinghausen, für die Ausbildung zum Erzieher. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein einjähriges Vorpraktikum. Er bekommt ein halbjähriges Praktikum beim AWO-Kindergarten in Waltrop am Stutenteich. Sein Praktikum beim Kulturbüro wird angerechnet.
„Ich bin sicher, das war mein Männervorteil“, gesteht Dirk Knüvener. Denn auch am Recklinghäuser Berufskolleg ist man bestrebt, männliche Bewerber zum Erzieher auszubilden. Während seiner Ausbildung wohnt er bei seinen Eltern. „Ohne ihre Unterstützung wäre das finanziell gar nicht möglich gewesen, denn auch die Praktika werden ja nur gering bezahlt“, sagt er dankbar. Sein Freundeskreis steht seinem Berufswunsch stets offen gegenüber. Im Gegenteil, ihre Meinung lautet: „Das passt zu Dir.“
Seit vier Jahren ist der große Mann mit dem dunklen Bart jetzt im Kindergarten tätig, seit April 2013 im Don Bosco Kindergarten St. Marien an der Dringenburgstraße in Waltrop. Der 28-Jährige sagt: „Am Anfang wurde ich von den Eltern schon etwas beäugt, eher neugierig als misstrauisch. Die meisten Väter und Mütter freuen sich darüber, dass endlich auch ein Mann im Kindergarten arbeitet und auch von den Kolleginnen werde ich zu 100 Prozent anerkannt.“
Auch für die Kinder sieht der ausgebildete Erzieher viele Vorteile für ihr Rollenverständnis, wenn Frauen und Männer im Kindergarten tätig sind. „Es hat schon ein anderes Gewicht, wenn ich als Mann zum Beispiel sage: ‚Mädchen sind doch gar nicht doof.‘“
Obwohl er die gleichen Arbeiten wie seine Kolleginnen verrichtet, dazu gehört das Wickeln ebenso wie das Vorlesen, haben die Kleinen schnell heraus, dass man mit ihm toll Fußballspielen, Toben und Rangeln kann und sein breiter Rücken auch mal mehrere Kids auf einmal trägt. Gern bringt der 28-Jährige den Kleinen sein Interesse für Technik nahe und drückt ihnen schon mal eine kleine Kamera beim Spielen in die Hand, um sich hinterher gemeinsam die Aufnahmen anzusehen.
Auch in weiterem Umfeld stößt sein Beruf nicht auf Unverständnis. „Im Gegenteil, ich komme schnell auch mit fremden Menschen ins Gespräch, zum Beispiel über Erziehung und das Bildungssystem.“
Auf die Frage, warum seiner Ansicht nach so wenige Männer des Beruf des Erziehers ergreifen, kann er nur mutmaßen: „Ich denke, dass einer der Gründe sicherlich in der relativ geringen Bezahlung liegt. Es ist schwierig, damit eine Familie zu ernähren.“
An Familiengründung denkt der 28-Jährige im Moment noch nicht. „Ich habe zwar schon die ideale Partnerin gefunden, aber Familienplanung ist bei uns derzeit noch nicht aktuell“, schmunzelt der Erzieher. „Zuerst plane ich noch ein Fernstudium in Münster zum ‚Master of soziale Arbeit‘, welches zum Glück der Träger des Kindergartens finanziert.“

Dirk Knüvener ist Erzieher. Ein Beruf, in dem Männer selten zu finden sind. Den Kindern ist das egal. Im Gegenteil: Schnell haben die Kleinen herausgefunden, dass sein breiter Rücken auch mal mehrere Kids auf einmal trägt.
Das Rutschen filmen macht Spaß! Erzieher Dirk Klüvener bringt die Kids gern mit Technik in Kontakt.
Autor:

Petra Pospiech aus Recklinghausen

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