Ehrenamtliches Engagement in der Behinderten-Sportgemeinschaft Waltrop 1967 e.V.

Die Mitglieder der BSG Waltrop (v.l.n.r.) Margot Ziembinski, Bärbel und Dieter Seumenicht, Harry Mibes und Trainer Helmut Binkowski sind mit Freude bei der Sache. Foto: Petra Pospiech
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Viele Menschen mit Behinderungen treiben mit Begeisterung Sport. Ehrenamtliches Engagement ist hier besonders gefragt. Das verdeutlicht das Engagement der Behinderten-Sportgemeinschaft Waltrop 1967 e.V. Vor 46 Jahren, im Juli 1967 wurde die Versehrtensportgemeinschaft Waltrop von acht überwiegend kriegsversehrte Sportkollegen gegründet.

Herbert Kretschmann fungierte als erster Vorsitzender und zugleich als Übungsleiter. Der jetzige Vereinsname „Behinderten-Sportgemeinschaft Waltrop 1967 e. V.“, kurz BSG genannt, besteht seit 1978. „Zur Zeit verzeichnet der Verein 66 Mitglieder. Sie möchten ihre Leistungsfähigkeit verbessern und in ihrer Freizeit Spaß haben. Doch während viele Sportereignisse Nichtbehinderter in der Öffentlichkeit stehen, findet der Behindertensport nur ein kleines Echo“, bedauert Schriftführer Harry Mibes.

Inge Heinze, langjährige 1. Vorsitzende, ist gerade deshalb stolz auf ihren Verein: „In über 40 Jahren hat die BSG wertvolle ehrenamtliche Arbeit bei denen geleistet, die durch Krankheit erhebliche Einschränkungen erfahren mussten. Wir haben mit sportlich ausgerichteten Spielen und qualifizierter Betreuung vielen Menschen geholfen, Verbesserungen in ihrer Lebenssituation zu erreichen.“ „Darüber hinaus wird in unserem Verein ein sehr harmonisches Miteinander praktiziert“, ergänzt Schriftführer Harry Mibes (64). „Regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen, Vereinsfeste oder Maiwanderungen tragen viel dazu bei. Natürlich werden auch freundschaftliche Kontakte zu Behinderten-Sportgemeinschaften in anderen Städten, zum Beispiel Datteln und Marl gepflegt.“

In Waltrop trainieren fünf ausgebildete ehrenamtliche Übungsleiter, Brigitte und Detlef Bläß, Günter Schoppmann, Barbara und Rebekka Stüer unter anderem den Stütz- und Bewegungsapparat. Mit ihrer speziellen Ausbildung für Wirbelsäulengymnastik, Morbus Bechterew und Osteoporose bieten sie eine vielseitige Palette gezielter sportlicher Aktivitäten, auch für an Gliedmaßen Geschädigte, amputierte Personen sowie Endo-Prothesenträger.

Übungsleiter Günter Schoppmann (68) kam 1995 aufgrund einer Erkrankung, die seine Leistungsfähigkeit stark einschränkte, in den Verein. Er sagt: „Hier kann man Sport treiben und Spaß haben, ohne sich mit gesunden Sportlern messen zu müssen.“ Inge Heinze ist schon über 30 Jahre aktiv dabei und erinnert sich: „In den ersten Jahren waren nur Männer in dem Verein, ich war damals eine der ersten Frauen. Von Anfang an war ich mit meiner Behinderung bei der Gymnastik gut aufgehoben und im Laufe der Zeit haben sich viele Freundschaften entwickelt.“

Bärbel Seumenicht (63) leidet an einer rheumatischen Erkrankung. Doch auch sie ist seit über 14 Jahren aktiv zusammen mit ihrem Mann Dieter (69) in der BSG. Sie schwärmt: „ Ich nehme gerne an der Gymnastik teil, meine Vorliebe gilt jedoch dem Tischtennis.“ Höhepunkte bilden dabei die sechsmal im Jahr in verschiedenen Städten stattfindenden Tischtennis-Turniere mit befreundeten Behinderten-Sportgemeinschaften. An vergangenen Samstag richtete der BSG Waltrop ein Tischtennis-Turnier in der Turnhalle des Theodor-Heuss-Gymnasiums aus.

„Unsere Freunde aus Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Datteln, Löhne und Marl nahmen gerne daran teil“, berichtet Übungsleiter und Vorstandsmitglied Detlef Bläß. „Entstanden sind diese Freundschaften bereits vor 20 Jahren bei gemeinsamen Turnieren in der überregionalen Behindertensport-Tischtennis-Liga. Als sich deren Reglements nachteilig veränderten, beschlossen die sechs Gemeinschaften ehrenamtlich eigene Turniere auf die Beine zu stellen.“ Alle Sportler sind jedes Mal mit Freude dabei.

Autor:

Petra Pospiech aus Recklinghausen

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