Digitale Kunst in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3

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Am Samstag wird in der Künstlerzeche "Unser Fritz 2/3" in Herne direkt am Kanal die neue Ausstellung "danberg2" der Bochumer Künstler Gisbert und Matthias Danberg eröffnet. Vater und Sohn arbeiten schon seit einigen Jahren künstlerisch fast ausschließlich mit dem Computer und benutzen dabei im Wesentlichen die gleichen Programme. Mit dem Entschluss, sich auf eine rein digitale Kunstproduktion zu stützen, folgen sie einer Tradition in der Kunst, unentwegt neue Techniken und Erkenntnisse aufzugreifen, um künstlerische Ideen zeitgemäß umsetzten zu können. Dabei sind sich die Künstler aber immer auch bewußt, dass es natürlich nicht allein die Technik ist, die die künstlerische Arbeit bestimmt.
In der Ausstellung zeigen sie zum einen eine Auswahl von 3d-Computeranimationen, die zwar teilweise schon etwas älter, doch insgesamt Grundlage für die jüngsten Arbeiten sind: Skulpturen, die alle seit Anfang 2017 mit der neuen Technik des 3d-Druckens entstanden sind. Diese Arbeiten repräsentieren den aktuellen Stand ihrer Einarbeitung in ein neues Verfahren und der Erforschung der spezifischen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten dieser Technik, aber andererseits auch das Ausloten neuer, teilweise recht kontroverser künstlerischer Konzepte und Themen.

Gisbert Danberg
studierte Kunst an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Er begann seine Arbeit als Maler äußerst illusionistischer Bilder; Merkmal seiner damaligen Arbeits- und Denkweise war die Frage nach dem Realitätscharakter, die Frage nach dem Verhältnis von Bild und Abbild. Diese bereits sehr früh gestellten Grundsatz-Fragen wurden eine permanente und wesenhafte Konstante seiner gesamten weiteren künstlerischen Arbeit - auch mit dem Computer und dem 3d-Drucker.
Wenn Gisbert Danberg Fernsehgeräte oder Monitore wie traditionelle Tafelbilder an die Galerie-Wand bringt, dann wird seine generelle Frage nach dem Medium, nach den jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen und nach dem Realitätscharakter medialer Vermittlung um die Möglichkeit der Reflexion über die Bezugssysteme, eben die digitale Bildwirklichkeit, erweitert.
Aber auch mit seinen computergenerierten Skulpturen wird die Frage nach der Wirklichkeit gestellt, einer Wirklichkeit, die immer deutlicher die originäre, naturhafte Wirklichkeit verdrängt und die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer ununterscheidbarer werden lässt.

Matthias Danberg begann 2002 das Studium der Kunst und Philosophie an der Universität Dortmund und wechselte 2003 an die Kunstakademie Münster. Heute lebt und arbeitet er als in Düsseldorf. Seine Arbeiten umschreiben unsere heutige Gesellschaft, die durch das Phänomen der digitalen Welt geprägt ist. Diese basiert auf einer erzählerischen, metaphorischen Bildsprache, und bezieht sich auf die Vielzahl unterschiedlicher medialer Erzählstrukturen. Mittels angedeuteter Ironie und emotional evozierender Monumentalität umreißt Danberg die bedeutenden Themen unserer Zeit. Seine allegorischen Szenarien weisen Referenzen zu Kunst- und Zeitgeschichte und den Erzählweisen des Kinos auf. Ein Stilmix aus 80er Jahre Neondesign, Science-Fiction-Kult und imperialistischen Statuen erzeugt eine unmögliche kulturelle Gleichzeitigkeit. Seine animierte Welt ähnelt in mancher Hinsicht unserer eigenen, ist aber eine Symbolische, deren oberstes Gesetz nicht die Physik, sondern die Bedeutung ist. Es gelingt ihm moderne Mythen zu konstruieren, in denen der überwältigende Pathos des Digitalen und die künstlerisch individuelle Äußerung in eine Form gebracht werden.

Ausstellungseröffnung: Sa., 16. Juni 2018, 17:00 Uhr
Begrüßung: Jens Blome
Einführung: Uli Marquardt

Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, Zur Künstlerzeche 10, 44653 Herne (Wanne)
www.kuenstlerzeche.de
Öffnungszeiten: Mi und Sa 15.00 - 18.00 Uhr, So 14.00 - 17.00 Uhr

Autor:

Clara Gerke aus Bochum

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