Heimatmuseum

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„ Genau richtig habt ihr Platz genommen, Jungs neben den Fenstern und Mädchen links daneben“, stellte Herr Florian Hink fest als dreißig Besucher aus der islamischen Gemeinde Röhlinghausen, die alte Schulklasse im Heimatmuseum „Unser Fritz“ begutachteten und einen Platz zum Sitzen suchten.

„Weil die Fenster damals nicht unbedingt Wind- und Kältedicht waren, hatte man die Jungs neben dem Fenster sitzen lassen und so die Mädchen vor der Kälte geschont“, erklärter Herr Hink weiter.

Die Gruppe war sehr begeistert und interessiert, als sie sehen konnten wie in Deutschland vor hundert Jahren gelebt und gearbeitet wurde. Der Bergbau, die ersten Haushaltsgeräte, wie die Miele Waschmaschine, oder das noch einwandfrei funktionierende Telefon mit Wählscheibe hat nicht nur die kleinen Besucher erstaunen lassen. Auch die nationalsozialistische Vergangenheit war für einige Besucher keineswegs nur „Vergangenheit“. Die zerstörten Städte, Armut und Hunger, Aussichtlosigkeit und die Propaganda Maschinerie, die die Bevölkerung ins Irrsinn leitete, läuft in Syrien oder anderswo in der Welt, weiter.

„Wir haben viel über die deutsche Vergangenheit gelernt und waren sehr positiv überrascht, als wir gehört haben was alles die deutsche Bevölkerung erlebt und danach wieder erreicht hat. Das hat uns Hoffnung gegeben. Es ist sehr schön, Sachen, die vor hundert Jahren gebraucht wurden, zu sehen.“ Dass es sich gelohnt hat, heute an der Führung teilzunehmen, daran waren sich die neu Zugezogenen und frisch verheirateten Jamil Hamisch und Aya Alawad, sowie Mohamad Kassarin mit seinen Söhnen Omar und Abdurrahman sicher.

Auch Einheimische wie Cansu Aydin konnten viel lernen. „Das Museum hat ein Klassenzimmer eingerichtet, die den Klassenzimmern vor 100 Jahren entspricht. Weil Papier zu teuer war, hatte man mit Schreibtafeln gelernt, welche mit so genannten Griffeln beschrieben wurden. In einer Zeit, in der es noch erlaubt war, die Kinder zu prügeln und auf eine so genannte ,,Strafbank" zu setzen. Dies ist aber nur einer von vielen Räumen, welche das frühere Leben wiedergeben. Zusätzlich gibt es auch einen Raum; welcher auch mit Hitler zu tun hat. Hier werden die Gründe für den 2.Weltkrieg und die Judenfeindlichkeit bildlich dargestellt. Straßenschilder mit dem Straßennamen (z.B. Adolf-Hitler-Straße), stehen zur Besichtigung frei. Auch das Leben der Bergarbeiter wurde in einem Raum dargestellt. Bergbau war schließlich das, was das Ruhrgebiet ausmachte.

Mein persönlicher Favorit war die Musikbox, welche auch noch funktioniert hat und die Musik aus den 80er Jahren wiedergab. Insgesamt fand ich den Ausflug schon gelungen, da man sein Allgemeinwissen erweitern kann und auch wirklich viele neue Eindrücke über den früheren Ruhrpott bildlich gewinnen konnte.

Der Ausflug fand im Rahmen des KOMM AN NRW Projekts statt und wurde von der stellvertretenden Museumsleiterin (Emschertal-Museum) Frau Kirsten Katharina Büttner mitorganisiert.

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